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29.11.2017

Im zuvor „kohlrabenschwarzen“ Kloster wird es wieder hell

Die Decke der Margarethenkapelle im Kloster Maria Medingen ist nach dem Brand verrußt. Durch ein neuartiges Spezialverfahren mit Lasertechnik kann das Fresko freigelegt werden.
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Die Decke der Margarethenkapelle im Kloster Maria Medingen ist nach dem Brand verrußt. Durch ein neuartiges Spezialverfahren mit Lasertechnik kann das Fresko freigelegt werden.
Bild: Veh

Nach dem Brand vor zwei Jahren läuft die Restaurierung in Maria Medingen auf Hochtouren. Für die Experten ist das eine Sisyphus-Arbeit. Und es gibt noch ein anderes Problem

Gut zwei Jahre ist es her, dass ein Brand im Kloster Maria Medingen gewütet hat. Das Feuer war an diesem Sonntag, 5. Juli, kurz vor Mitternacht im Nebenraum der Sakristei ausgebrochen. Dort, so ergaben es später die Ermittlungen, war eine brennende Kerze vergessen worden. Eine Schwester verlor bei dem Brand ihr Leben. Und der Ruß machte sich in Windeseile im ganzen Kloster breit. Den Sachschaden gab die Versicherungskammer Bayern mit rund 20 Millionen Euro an. Inzwischen ist unglaublich viel geschehen, stellt die Oberin der Provinz Maria Medingen, Schwester Elke Prochus, am Dienstag bei einem Rundgang mit Restauratoren, Versicherungsvertretern, Mitarbeitern des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege und Journalisten fest. „Es ist einfach schön, erleben zu dürfen, wie sich ein kohlrabenschwarzer Ort langsam wieder ins Helle verwandelt“, sagt die Provinzoberin.

Die Restaurierung ist eine wahre Sisyphus-Arbeit. Günter Selentin von der Versicherungskammer Bayern zeigt auf die Tür in der Sakristei, die verbrannt ist und auf die Vorlage von Fotos hin rekonstruiert wurde. Restaurierungsleiter Johannes Amann und Bernhard Symank vom Landesamt für Denkmalpflege führen die Gruppe zum Deckengemälde in der Margarethenkapelle, das durch den Ruß pechschwarz geworden war. Teile des Freskos waren nach unten gefallen. Ursprünglich sollte ein Künstlerwettbewerb ausgelobt werden, um die Fresken neu zu gestalten. Durch eine neu entwickelte Methode, bei der Lasertechnik und Reinigungsgele zum Einsatz kommen, sei es aber gelungen, den Ruß von den Gemälden zu entfernen. Symank sagte: „Die völlig unerwartete Wiederherstellung des originalen Bestandes ist eine Sensation.“ Darüber werde es wissenschaftliche Arbeiten geben.

Nicht minder aufwendig ist die Wiederherstellung der fünf Chörlein-Gitter mit den kostbaren Schnitzereien, die in der Kapelle hingen. An der Entwicklung der Restaurierungsmethode und der Wiederherstellung des ersten Fensters haben zwei Fachleute ein ganzes Jahr gearbeitet, informiert Stefan Hundbiß von den Werkstätten Wiegerling. Günter Selentin sagt, dass die veranschlagten Kosten von 20 Millionen Euro für die Sanierung reichen. Die Gebäudeversicherung sei ausreichend, allerdings sei beim Inventar nicht alles versichert gewesen. Deshalb müssen die Schwestern die Kosten für die Wiederherstellung des Altars in der Margarethenkapelle und der zahlreichen verrußten Kunstwerke im ganzen Kloster selbst übernehmen. Und weil das die finanziellen Möglichkeiten der Franziskanerinnen übersteigt, sucht das Kloster nun nach Paten für die Restaurierung. „Vielleicht findet sich ja jemand, der beispielsweise die Restaurierung des kostbaren Heiligen Grabs übernimmt“, hofft die Provinzoberin. Dies sei eines der bedeutendsten, „die wir in Bayern haben“, sagt Diözesankonservator Dr. Michael Schmid.

Wenn es zum die Zukunft geht, treibt Schwester Elke ein weiteres Problem um. Im Südostflügel des Klosters leben nur noch 19 Franziskanerinnen, die nicht mehr die jüngsten sind. Deshalb suchen die Schwestern nach einer neuen Nutzung – etwa einer Firma, die sich im Kloster niederlässt. „Das Angebot sollte natürlich zur Spiritualität dieses Ortes passen“, sagt Schwester Elke. Maria Medingen sei ein Marienwallfahrtsort. Und viele Menschen kommen mit ihren Anliegen auch heute noch ans Grab der seligen Margarethe Ebner.

Bei uns im Internet

Weitere Fotos vom Rundgang im Kloster finden Sie unter

donau-zeitung.de/bilder

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