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06.08.2007

Immer mehr Jugendliche müssen wegen Vergiftungen in Klinik

Donauwörth Die Zahl der Jugendlichen von zehn bis 14 Jahren, die mit Alkohol-Vergiftungen in Krankenhäusern behandelt werden müssen, steigt. Auch in den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen gibt es dazu alarmierende Zahlen, wie sie nun Hans Huber, der Leiter der Beratungsstelle des Caritasverbandes in Donauwörth, offenlegte. Demnach mussten 2004 in beiden Landkreisen 106 Jugendliche mit Alkohol-Intoxikation in Kliniken eingewiesen werden.

VON HELMUT BISSINGER

Im Jahr 2000 waren es noch 72 Jugendliche gewesen. "Der Griff zum Alkohol erfolgt immer früher", sorgt sich Huber. Anlass für die Analyse bot Huber ein Gespräch, zu der der Caritasverband in der Diözese Augsburg in den Drogenkontaktladen "Café Connection" in Donauwörth Innen-Staatssekretär Georg Schmid eingeladen hatte.

Der Politiker berichtete von seinen Erfahrungen. Er sei besorgt, "dass 40 Prozent der Vorfälle, bei denen Gewalt eine Rolle spielt, unter dem Einfluss von Alkohol geschehen". Diplom-Sozialpädagogin Agathe Hubner-Hampp vom Referat für "Besondere Lebenslagen" erinnerte daran, dass sich in den vergangenen zehn Jahren der Anteil alkoholisierter Gewalttätigkeit und damit einhergehender Straffälligkeit bei Heranwachsenden von 26,2 auf 51,2 Prozent fast verdoppelt habe.

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Natürlich müssten, so Schmid, die Arbeit von Staat und Gesellschaft eng verzahnt werden, "um langfristig Erfolge zu erzielen". Vor allem Eltern müssten sich ihrer Verantwortung stärker bewusst sein und eine gesunde Einstellung zum Alkohol vorleben. Noch größere Bedeutung als bisher sei der Suchtprävention einzuräumen.

"Das Flatrate-Saufen muss ein Ende haben", erklärte der CSU-Politiker. Bereits jetzt seien seiner Meinung nach die gesetzlichen Möglichkeiten vorhanden, "das billige Abfüllen zu verbieten". Er sei für eine "ganz harte Linie". Ein Problem stellten die Tankstellen-Shops dar, in denen Minderjährige bei Begleitung, beispielsweise eines 18-Jährigen, ständig an Alkohol kämen.

Agathe Hubner-Hampp bat Schmid um Unterstützung beim sogenannten "Hart am Limit"-Projekt. Dabei werden Heranwachsende unmittelbar nach einer Entgiftung weiter betreut. Auch Hans Huber gab dem Staatssekretär ein Anliegen mit auf den Weg: Er hätte gern, dass er wieder jene halbe Planstelle zurückbekommt, die vom Bezirk 2003 wegen der angespannten Finanzlage gestrichen worden war. Schmid regte ein Gespräch mit den Landräten an, da nunmehr die Landkreise dafür zuständig seien. Huber abschließend: "Die Herausforderungen steigen, da ist es bedeutsam, ob wir 1,5 oder wieder - wie 2003 - zwei Planstellen haben."

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