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Wertingen

29.12.2020

Impfung: Warum nicht in St. Klara in Wertingen begonnen wurde

Noch kann nicht jeder geimpft werden, der das möchte.
Bild: Ulrich Wagner (Symbol)

Plus Wären Impfungen in stark befallenen Einrichtungen nicht sofort sinnvoll? Das Gesundheitsamt erklärt die Lage.

Nach Anfangsschwierigkeiten geht es mit den Impfungen im Landkreis Dillingen mittlerweile gut voran. Noch stehen den mobilen Impfteams, die aus den umfunktionierten Räumen der Wertinger Dreifachturnhalle und des Schwimmbads losziehen, nur sehr begrenzte Mengen des Impfstoffes zur Verfügung, wie die Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Uta-Maria Kastner sagt.

In Bissingen und Wertingen forderte Corona viele Todesopfer

In der ersten Phase der Impfungen werden bundesweit zunächst die Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen geimpft. Die Gefahr, die von einer Verbreitung des Coronavirus in solchen Einrichtungen ausgeht, ist äußerst hoch – im Landkreis Dillingen ist das in den Seniorenheimen Pro Seniore in Bissingen und St. Klara in Wertingen erschreckend sichtbar geworden. In Bissingen sind im Frühjahr 27 Bewohner an oder mit dem Virus gestorben. Das Virus ist nun zurückgekehrt – am Dienstag verstarben dort zwei Bewohner. Vier Mitarbeiter und 14 Bewohner sind positiv auf das Virus getestet worden.

In Wertingen sind in den vergangenen Wochen 30 Bewohner an oder mit der Krankheit gestorben. Viele Wertinger fragen sich nun, warum nicht die ersten Impfungen im Landkreis im Seniorenzentrum St. Klara durchgeführt wurden. Praktisch jeder Bewohner hat sich mit dem Virus infiziert, dazu große Teile des Personals.

Wenn die Krankheit schon grassiert, macht impfen keinen Sinn mehr

Gerade deshalb sei es nicht mehr sinnvoll, dort zum jetzigen Zeitpunkt Impfungen durchzuführen, sagt Kastner. Man könne nicht in bestehende Erkrankungen „hineinimpfen“. Das gelte ebenso für die Personen, welche frisch von einer Erkrankung durch das Virus genesen sind. Das Immunsystem der Patienten sei nun ohnehin aktiv und auf die Bekämpfung des Virus eingestellt. Eine Impfung sei deshalb für diese Personen nicht zeitnah notwendig. Sie hätte auch keinen akuten Effekt, denn es dauere rund drei Wochen, bis der Impfschutz nach einer zweiten Spritze überhaupt wirksam sei. Inwieweit aber eine Impfung zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll wäre, darüber gibt es noch keine ausreichenden Erkenntnisse innerhalb der Ärzteschaft. Für bisher nicht infizierte Pflegekräfte könnte eine Impfung dagegen sinnvoll sein, sobald sie möglich ist.

Das Landratsamt habe sämtliche Einrichtungen im Kreis angefragt, welche der Bewohner zu einer Impfung bereit wären. Aufgrund dieser Meldungen würden nun die Impfteams ausgesandt, sagt Kaltner. Noch stehe allerdings nur eine sehr begrenzte Zahl von Impfdosen zur Verfügung – wie viele und wann weitere folgen werden, sei unklar. (br)

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