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Kappenabend

03.02.2019

In Höchstädt bekommt selbst der Pfarrer sein Fett weg

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Wie es „in der Anzeigenannahme der Zeitung zugeht“, das zeigten (von links) Martina Reichart, Elke Dobersch, Elke Deininger, Silvia Balletshofer und Clemens Reichart.
Bild: Bunk

Die Schlossfinken nehmen auch in diesem Jahr kein Blatt vor dem Mund und begeistern damit die volle Nordschwabenhalle. Was die Heimatzeitung damit zu tun hat.

Das gibt es nur am Kappenabend: Alle aktiven Mitglieder der Schlossfinken zeigen ihr Programm. Bei dem gut gelaunten Publikum haben die bestens vorbereiteten Moderatoren Marina Draxler und Johannes Ebermayer am Samstag leichtes Spiel. Mehr als vier Stunden lang jagt ein Höhepunkt den nächsten. Es gibt viel zu sehen, zu lachen und für manchen auch zu schlucken. Nicht nur, weil der Service vom Team um Gerda Gebele und das Catering vom Waldgasthof Bergfried hervorragend klappt, vor allem wegen der spitzen Wort-Pfeile, welche vom ein oder anderen Akteur zielsicher abgeschossen werden. Mitternacht ist schon vorbei, als die Gäste zufrieden den Weg von der ausverkauften Nordschwabenhalle nach Hause antreten, während die Schlossfinken anfangen, die Halle in ihren ursprünglichen Zustand zu bringen.

Lukas Lenz ist der neue Büttenredner

Zuvor führen die Faschingsnarren in die verschiedensten Fantasiewelten. Die Jüngsten, die Sonnenkinder, tanzen als Indianer um den Marterpfahl. „Kleine Sioux, großer Mut“ tönt es aus dem Lautsprecher: Die Mädels beweisen, dass das stimmt. Noch mehr Mut zeigt das kleine Tanzmariechen: Angelina Weidhofer wirbelt stets lächelnd über die Bühne, wie später Jennifer Erdle, die bayerisch-schwäbische Meisterin im Mariechentanz, die nach der Pause das Publikum begeistert. Dann kommt der 13-jährige Lukas Lenz, der später mit dem Teenie-Showtanz noch zeigt, wie es auf amerikanischen Highschools abgeht. Ihr Vorbild ist natürlich der Film Highschool-Musical.

Nachwuchs-Büttenredner Lukas Lenz erzählt von seinem närrischen Zuhause.
Bild: Bunk

Doch Lukas erklärt erst einmal ganz cool, unter dem Jubel seines „Fanclubs“ vor der Bühne, in welch „närrischem Haushalt“ er das ganze Jahr über lebt. Gleich dreimal zeigen Höchstädter Gardemädels, was sie draufhaben. Die Kleinen und die Teenies beweisen, dass der Nachwuchs schon parat steht, um so gut wie die Großen, „die tanzende Armee von Prinzessin Marina“, zu werden. (Lesen Sie den Bericht über den Hofball: Hauch von Bollywood und ganz viel Liebe )

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Ja, die Prinzenpaare. Saskia und Elias führen den kleinen Hofstaat an und lächeln und freuen sich gemeinsam mit den Großen. Mit Marina und Benedikt betrachten sie von hoch über der Bühne aus das Geschehen. Zusammen mit dem Elferrat, angeführt vom Vorsitzenden Bernhard Veh, der nach den Ehrungen der langjährigen Aktiven von Günter Straub, dem Vertreter des Bayrisch-Schwäbischen Fastnachtsverbands, selbst den Verdienstorden Stufe II erhält. Dem ist es wichtig zu betonen, wie außergewöhnlich die Wertschätzung durch so viele Bürgermeister, Stadträte und den Landrat ist. Das würde er sich auch in anderen Orten wünschen. Dafür gibt es Orden von Prinz und Prinzessin, die selbstverständlich auch ihren Tanz präsentieren.

Ein Tränchen von Moderation Marina

Ist da nicht glatt ein Tränchen in Moderatorin Marinas Auge zu sehen? Als sie zu ihrer Prinzessinnen-Nachfolgerin sagt: „Genieß die Zeit, es ist so schnell vorbei.“ Was wäre ein Faschingsabend ohne Schunkelrunde? Dafür kommt Jürgen Müller mitsamt Akkordeon auf die Bühne, Johannes und Marina singen kräftig mit. Mit den Dance-Kids geht es ins Universum, die Little Flying Narrows zeigen, dass auch die Hofnarren keine Angst um Nachwuchs haben müssen. Die sinnieren in einem eigenen Sketch in der Wirtschaft über mangelnde Trainingsbegeisterung. Davon merkt das Publikum beim Auftritt aber nichts.

Elke Deininger, Elke Dobersch, Martina und Clemens Reichart und Silvia Balletshofer diskutieren in der Anzeigenannahme von überfahrenen Schildkröten, erfahren auch von Deisenhofener Mannschaftstransportbussen, für die sie schnell Platz zum Unterstellen fanden.

Die Gebrüder Höchstädt zeigen Stadtpfarrer Daniel Ertl (im gelben Regenanzug), wie es „auf der anderen Seite des Pinsels“ aussieht.
Bild: Bunk

Die Alm-Gugga aus Mönchsdeggingen läuteten mit ihrer schrägen Blasmusik lautstark die Pause ein, nach der es Schlag auf Schlag weiterging. Die Gebrüder Höchstädt traten als Totengräber auf die Bühne, mit großem Sarg, aus dem erst der Siedlungswilli stieg und in dem sie das Höchstädter Stadtfest zu Grabe tragen wollten.

Wenig Besucher bei der Bürgerversammlung Höchstädt

„Tieftraurig“, zeigen sie sich, über nur 14 Interessierte bei der Bürgerversammlung. „Hat die Stadt irgendwelche Probleme? Anscheinend nicht!“ Die Grabungen im Deisenhofener Baugebiet, die Störche auf dem Sparkassendach, der Winter Schorsch und – tatsächlich nur am Rande – die B16 bekommen ihr Fett weg. (Der Bericht der Bürgerversammlung: Höchstädt: „Beschämend, was in der Stadt abläuft“ ). Das Spitalfest dafür großes Lob: „Anscheinend kann man in Höchstädt doch Feste feiern.“ Dann stecken sie doch tatsächlich noch Stadtpfarrer Daniel Ertl in ein signalfarben gelbes Regengewand und zeigen ihm, „wie es auf der anderen Seite des Pinsels“ aussieht. Der nimmt es gelassen und ergreift unter dem Lachen des Publikums den angebotenen Wassereimer samt Pinsel, um selbst ans Werk zu gehen. Mit Spannung erwartet wird das Männerballett Pjbkut’s. „Die Glocken von Rom“ stehen im Programm. Mit „gewagtem“ Outfit und Sängerin Jaqueline kommen die Brüller der Zuschauer, wie erhofft. Drei freie Wünsche bietet der Schlossfinken-Showtanz am Schluss. Die sind mit der gelungenen Veranstaltung in Erfüllung gegangen. Wie in jedem Jahr.

Viele, viele Bilder vom Kappenabend finden Sie unter:

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Beim Kappenabend in Höchstädt bleibt kein Auge trocken
Bild: Brigitte Bunk
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