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Holzheim

27.12.2015

In Holzheim einkaufen und Gambia helfen

Pudel Kenia spielt bereits mit den in Gambia hergestellten Spielzeugen, die im Tiershop von Doris Hieber (rechts) verkauft werden. Die Idee dazu hatte Gerti Bosch (links).
Bild: Julia Sewerin

Gerti Bosch bietet Hundespielzeug an. Es ist ein Versuch, Arme zu unterstützen

Als Gerti Bosch den Menschen in Gambia vorschlug, Hundekissen, -knochen und -leinen herzustellen, sei sie von einigen belächelt worden. „Es hat lange gedauert, bis sie verstanden haben, was ich will“, sagt die Krankenschwester aus Fultenbach. Warum wir Deutschen Kissen für Hunde brauchen, sei für die Menschen, die oft selbst keines haben, schwer nachzuvollziehen. Mit ihrem kleinen „Projekt“ – Bosch sieht es eher als Unterstützung für ein anderes Projekt – will sie den Menschen ermöglichen, selbst Geld zu verdienen.

Angefangen hat alles mit einem Urlaub in Gambia. „Als ich wieder nach Hause kam, habe ich angefangen, mich mit dem afrikanischen Land zu beschäftigen“, erzählt die 54-Jährige, der bei ihrer Recherche erst richtig bewusst wurde, dass Gambia zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Hilfsprojekte würden sich vor allem auf Bildung konzentrieren. „Was auch gut ist“, sagt Bosch. Als sie zum dritten Mal nach Gambia reist, lernt sie die Agraringenieurin Kerstin Gebhardt kennen.

Die Vorsitzende des Vereins Hand in Hand erklärt ihr, dass es oft nach der Schulbildung aufgrund weniger Ausbildungsmöglichkeiten und wenig Arbeit nicht weitergeht. Deshalb helfe ihr Verein den Menschen, sich selbst zu helfen. Gemeinsam mit den Einheimischen habe Gebhardt brachliegende landwirtschaftliche Flächen bepflanzt. „So stellen die Menschen ihr eigenes Essen her und können etwas verkaufen, um Samen zu kaufen“, erklärt Bosch. „Menschen helfen, um sich selbst helfen zu können – dieser Kreislauf hat mir gefallen.“

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Gemeinsam mit ihrer langjährigen Freundin Doris Hieber, die einen kleinen Tiershop in Holzheim betreibt, hat die Fultenbacherin überlegt, wie sie das unterstützen kann. So ist sie auf die Idee gekommen, Hundespielzeug und -artikel in Gambia nachmachen zu lassen und sie in Deutschland zu verkaufen. „Flechten ist ja eine Stärke der Menschen.“ Hieber war einverstanden, die Artikel in ihrem Shop anzubieten. „Ich will sowieso weg von den großen Firmen, die ihre Artikel in China herstellen lassen“, sagt sie.

Also hat Bosch Fotos von den Hundeknochen, -leinen und -kissen gemacht und sie den Einheimischen dort gezeigt. Ein Familienvater fand die Idee interessant, auch weil er einen örtlichen Schneider kannte. Mit einem anderen Einheimischen besorgte die 54-Jährige auf einem Markt Stoffe, die sie aus eigener Tasche bezahlte. „Wenn ich als Europäerin alleine hingegangen wäre, hätte ich gut drei bis vier Mal mehr bezahlt“, fügt Bosch hinzu. Wie die Familie die Artikel hergestellt hat, die im Holzheimer Shop verkauft werden, ist mit Bildern dokumentiert, die im Laden hängen. „Es ist jetzt erst einmal ein Versuch“, sagt Bosch. Das Geld, das mit dem Verkauf eingenommen wird, gehe komplett an die Familie, garantiert sie.

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