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Ungeziefer

29.04.2019

In Lutzingen sind wieder die Kakerlaken los

Seit mehr als einem Jahr hat die Gemeinde Lutzingen Probleme mit Kakerlaken. Nun beschweren sich Anwohner erneut über einen massiven Befall.
Bild: dpa

Plus Das Ungeziefer ist hartnäckig. Ein großes Ärgernis für die Anwohner. Und die haben noch ein Problem

Einen Bürgermeister plagen oft Sorgen. Gibt es genügend Bauplätze in der Gemeinde? Stimmen die Finanzen? Sind alle Straßen gut ausgebaut? Eugen Götz kennt diese Fragen auch. Aktuell kann Lutzingens Rathauschef zumindest diese alle mit „Ja“ beantworten. Ihn plagt dagegen eine echte Plage. Denn schon wieder treiben Kakerlaken in Lutzingen ihr Unwesen. Das wurde bei der Bürgerversammlung am Samstag offiziell.

Eine Anwohnerin hat die Tiere im Glas vorbeigebracht

Wenige Tage vorher, so schildert es Götz, kam bereits eine Anwohnerin einer betroffenen Straße im Rathaus vorbei – mit einem Glas mit einigen Exemplaren der sogenannten Gemeinen Küchenschabe. „Bislang hat sich nur eine Familie bei mir gemeldet. Aber wir werden nun im nächsten Schritt im Mitteilungsblatt veröffentlichen, dass alle, die von den Kakerlaken betroffen sind, sich melden. Dann werden wir uns mit der Spezialfirma beraten, wie wir weiter vorgehen“, erklärt Götz. Er vermutet, weil es dieses Jahr schon früh warm war, seien die Tiere wieder aufgetaucht. „Uns war schon letztes Jahr klar, dass das eine hartnäckige Geschichte ist. Das hat uns der Experte gesagt. Wir müssen vor allem den Herd ausfindig machen“, so der Bürgermeister.

Viktoria Kerle versteht dieses Vorgehen nicht. Ihre Familie ist von den Kakerlaken massiv betroffen, wie sie auch bei der Bürgerversammlung in Lutzingen sagte. „Die Tiere sind wieder da. Massenhaft. Richtig weg waren sie noch nie. Ich habe das dem Bürgermeister schon bei der letzten Gemeinderatssitzung gesagt“, sagt sie gegenüber unserer Zeitung. Betroffen von dem lästigen Ungeziefer sind vor allem ihre beiden Töchter mit Familie, die auf dem Anwesen in der Straße „Am Stock“ leben. „Es ist nicht mehr lustig. Die Kakerlaken sind überall. Die kommen durch die kleinste Ritze ins Haus. Die sind in jedem Zimmer. Das ist wirklich nicht angenehm“, schildert Viktoria Kerle. Und das Problem sei nicht erst jetzt bei der Gemeinde bekannt. Schon Anfang 2018 habe sie Kontakt mit dem Bürgermeister aufgenommen, es gab Schreiben ans Landratsamt und immer wieder Nachfragen. Sie sei oft abgeblockt worden. Mittlerweile, so schildert es Viktoria Kerle, hätten ihre Töchter schon einige Hundert Euro für Bekämpfungsmittel ausgegeben.

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Schon im vergangenen Jahr war eine Spezialfirma im Einsatz gewesen

Wie berichtet, hat die Gemeinde im Sommer 2018 für mehrere Monate eine Spezialfirma beauftragt, die sich der Kakerlakenplage angenommen hat. Daraufhin, so bestätigt es auch Kerle, sei es besser geworden. „Aber ich glaube, dass viele Leute die Viecher nicht erkennen. Oder sie spritzen selbst bei sich“, sagt die Lutzingerin. Sie habe nicht damit gerechnet, dass sie und ihre Familie gegen solche Windmühlen anrennen und solch einen Kampf gegen die ekligen Vorratsschädlinge führen müssten. Dabei kenne sie sogar einen ehemaligen Bürger aus Lutzingen, der unter anderem wegen der Kakerlakenplage aus dem Dorf weggezogen sei. „Ich verstehe nicht, warum man nichts tut. Die vermehren sich so rasant. Ich hoffe, dass die Gemeinde einen ständigen Kammerjäger einstellt, der das Problem richtig behandelt und immer wieder kontrolliert – und bei starkem Befall eben mehr bekämpft“, so Kerle. Genau das habe sie am Samstag auch bei der Bürgerversammlung gesagt. Bürgermeister Eugen Götz bestätigt das und betont, dass die Gemeinde dran sei, man bereits wieder im Kontakt mit einer Spezialfirma sei. Im ersten Schritt wolle er eben bei den Lutzingern abfragen, wo das Ungeziefer überall ist.

Und dann ist da noch ein Problem

Bei der Bürgerversammlung kam noch ein weiteres Thema zur Sprache. Bürgermeister Götz schildert, dass es Fragen gab, warum der Grünsammelplatz in Lutzingen seit Herbst geschlossen sei. „Das ist keine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Es hat die ersten Jahre super geklappt. Aber in letzter Zeit wurde immer mehr Müll und Abfall dort oben abgelagert“, so Götz.

Deshalb habe die Gemeinde beschlossen, dieses freiwillige Angebot nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Zudem gebe es direkt in der Nähe, in Oberliezheim oder Höchstädt, weitere solcher Sammelplätze. „Auch das habe ich so kommuniziert“, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage.

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