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Donaualtheim

15.08.2018

In Taize Freude, Gemeinschaft, Gebet erlebt

Anna Riegler war mehrmals in Taizé. An ihrer Kette trägt sie das Symbol des Dorfes: Das Taizé-Kreuz ist einer Taube nachempfunden.

Anna Riegler aus Donaualtheim hat in der Gemeinschaft von Taizé eine besondere Zeit erlebt. Die 18-Jährige spricht über ihre Erfahrungen.

Was ist Taizé eigentlich und wie hast du davon erfahren?

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Anna: Taizé ist ein von Brüdern geleitetes Dorf in der Nähe von Lyon in Frankreich. Dort treffen sich wöchentlich Jugendliche zum Singen und Beten. Eine Freundin meines Vaters hat mich mitgenommen.

Wie lange dauert ein Aufenthalt?

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Anna: Ein Jugendtreffen geht immer von Sonntag auf Sonntag. Wer länger bleiben will, muss mindestens vier Wochen bleiben, empfohlen wird bis maximal ein Jahr. Manche bleiben aber auch zwei Jahre.

Du warst ja auch Betreuer. Was waren deine Aufgaben?

Anna: Verschiedenes, zum Beispiel Zelte aufbauen und Gartenarbeit. Im sogenannten Point Five war ich Organisatorin. Da mussten Sachen gemacht werden wie Toiletten putzen und Müll aufräumen.

Wie hast du dich dafür beworben?

Anna: Dafür muss man eine E-Mail schreiben. Erst mal verbringt man eine normale Woche als Teilnehmer. In dieser Woche findet ein Gespräch mit Bruder oder Schwester statt. Dann wird entschieden, ob man geeignet ist. Die E-Mail sollte mindestens einen Monat vorher abgeschickt werden.

Wie unterscheidet sich der Blickwinkel zwischen Betreuer und Teilnehmer?

Anna: Als Teilnehmer bekommt man alles nur sehr oberflächlich mit. Man beschäftigt sich vor allem mit Gebet, der Bibel und Gott. Als Betreuer, der Permanent genannt wird, lernt man die Gemeinschaft und den Hintergrund kennen. Ich habe auch viele Freunde fürs Leben gefunden. Es ist intensiver.

Wie verläuft der Tag?

Anna: Als Teilnehmer ist um 8 Uhr Morgengebet und anschließend Frühstück. Ab 10 Uhr findet dann eine Bibeleinführung statt, bei der man sich intensiv mit einem Text aus dem Evangelium beschäftigt. Um 12 Uhr gibt es Mittagessen, dann ist Freizeit, bevor ab 15 Uhr jeder seinem Job für die Woche nachgeht. Das dauert circa eine Stunde. Um 17 Uhr werden Kaffee und Kuchen angeboten, bevor um 18.30 das Abendessen ist. Nach dem Abendgebet um 20.30 Uhr kann man schließlich noch im Oyak bis 22.30 Uhr feiern gehen. Zwischendurch gibt es Workshops, zum Beispiel fürs Singen. Als Permanent arbeitest du mehr und hast nur eine Bibeleinführung in der Woche, die ist dafür tiefergehend. Und du hast jede Woche ein Gespräch mit Bruder oder Schwester.

Woher kommen die Teilnehmer in Taizé?

Anna: Aus der ganzen Welt und allen sozialen Schichten. Die Bezahlung ist je nach Land und Umstände anders, so dass jeder nach Taizé kann. Für Deutschland sind es unter 30 Jahren circa 75 bis 110 Euro für die Woche.

Wie verständigt ihr euch?

Anna: Hauptsächlich auf Englisch, Französisch hilft aber auch.

Hast du noch Kontakt zu anderen Teilnehmern?

Anna: Zu denen aus den Jugendtreffen nur noch über soziale Medien und mit geringen Wiedersehens-chancen. Aus meiner Permanentzeit schreibe ich mit vielen noch Briefe und wir haben uns auch teilweise schon wiedergesehen.

Was bedeutet Taizé für dich in drei Schlagwörtern?

Anna: Freude, Gemeinschaft, Gebet.

Interview: Silva Metschl

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