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Landkreis Dillingen

27.03.2020

In Zeiten von Corona kann der Wald helfen

Zwei Kinder umarmen im Wertinger Stadtwald eine Buche. Das Exemplar steht am Skulpturenweg.
Bild: Schulz-Könike

Es gibt viel zu beachten während der Corona-Krise. Aber im Wald kann man vieles entdecken - aber auch da ist nicht alles erlaubt

Die aus der Corona-Krise resultierenden Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen bedeuten für die meisten Menschen eine deutliche Zäsur ihres täglichen Lebens. Warum nicht einen Ausflug in den Wald unternehmen, wenn Spielplätze, Cafés und Schwimmbäder geschlossen, wenn Treffen mit Freunden nicht möglich sind?

Marc Koch, Bereichsleiter Forsten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wertingen (AELF), ist froh, dass der Wald derzeit noch für alle zugänglich bleibt. Wenn die Regeln strikt eingehalten würden, bestehe wohl auch keine Ansteckungsgefahr.

Auf keinen Fall als Gruppe treffen oder verabreden

„Wenn Sie in den Wald kommen möchten, dann kommen Sie bitte allein oder mit Familienmitgliedern, mit denen Sie sowieso zusammenleben. Auf keinen Fall sollte man sich als Gruppe treffen oder gar verabreden. Halten Sie bei Begegnungen mit anderen Waldbesuchern Abstand, auch schon auf dem Weg zum Wald“, so Kochs Appell an die Bürger. Dann sei ein Besuch im Wald laut Pressemitteilung auf jeden Fall ein Plus für die Gesundheit: „Ein Aufenthalt im Wald unterstützt das Immunsystem, senkt den Stresslevel und stärkt unseren Körper.“ Kochs dringende Bitte: „Folgen Sie unbedingt den Worten unserer Bundeskanzlerin und unseres Ministerpräsidenten. Soziale Distanz ist momentan keine Unhöflichkeit, sondern ein Zeichen von Verantwortung füreinander und das wirksamste Mittel, um die Verbreitung des Virus zu begrenzen. Also verhalten Sie sich auch in der Natur bitte diszipliniert.“

In Zeiten von Corona kann der Wald helfen

Der Wald ist ein hervorragender Gastgeber - seien wir gute Gäse

Daneben macht Koch noch auf weitere Verhaltensregeln aufmerksam, die im Wald grundsätzlich gelten (siehe unten). Angesichts der Corona-Krise ist in der öffentlichen Wahrnehmung derzeit wenig Platz für andere Themen. „Der Internationale Tag des Waldes am 21. März ist in diesem Zusammenhang heuer ein wenig untergegangen. Aber nachdem bereits am 25. April der ‚Tag des Baumes‘ im Kalender steht – warum nicht einen persönlichen ‚Monat des Waldes‘ daraus machen? Erleben Sie den erwachenden Frühling in der Natur hautnah, hören Sie den Vögeln zu und genießen Sie mit Ihrer Familie das ‚Draußensein‘. Aber denken Sie dabei bitte immer daran: Sie sind im Wald nur Besucher. Der Wald ist ein hervorragender Gastgeber. Seien Sie gute Gäste.“

Die Biologische Vielfalt ist 2020 Thema des Internationalen Tags des Waldes, der jährlich weltweit Ende März im Kalender steht. „Unsere Wälder haben eine immens wichtige Bedeutung für die Bewahrung der Biologischen Vielfalt“, betont Koch. Intakte Wälder böten ein vielfältiges Angebot an Nahrung, Deckung und Brutmöglichkeiten – gerade für kletternde und fliegende Tierarten. Der aktuelle Bericht zu „Vögel in Deutschland“ dokumentiere gegen den allgemeinen Trend sogar eine spürbare Zunahme der Waldvögel – ein Beleg für die steigende biologische Vielfalt im Wald. Dies liege zum einen daran, dass die Wälder älter und strukturreicher werden und es zum anderen mehr Totholz im Wald gibt.

Abgestorbene Äste oder langsam verrottende Baumstämme bieten vielen Insekten, Pilz- und Moosarten einen hervorragenden Lebensraum.

Der Klimawandel hinterlässt Spuren auch im Landkreis Dillingen

Gleichzeitig hätten vor allem die vergangenen beiden Jahre gezeigt, wie die rapide voranschreitende Klimaerwärmung den Wäldern zu schaffen macht.

Der Klimawandel hat sichtbare Spuren hinterlassen. „Im Landkreis Dillingen machen vor allem der Fichte Stürme, Wassermangel und in der Folge Borkenkäfer massiv zu schaffen. Die Eschen leiden am Eschentriebsterben, verursacht durch einen eingewanderten und sehr aggressiven Pilz.“

Diese durch den Klimawandel enorm verschärfte Situation im Wald erfordere professionelles Eingreifen, um die biologische Vielfalt im Wald auch für die Zukunft zu erhalten, erklärt Koch. „Das A und O der Forstwirtschaft war und ist es, die natürlichen Prozesse in der Entwicklung und Erneuerung unserer Wälder zu nutzen und mit behutsamen Impulsen die Entwicklung zu einem gemischten und klimastabilen Wald zu unterstützen. Etwa, indem wir beispielsweise unter älteren Fichten bereits jetzt Tannen oder Buchen pflanzen und damit die Artenvielfalt und den Waldumbau fördern. Allerdings lassen uns die aktuellen Entwicklungen momentan oft nicht die Zeit für dieses Vorgehen.

Sind es derzeit doch oft Freiflächen, entstanden durch Sturm und Borkenkäferbefall, auf denen eine neue Waldgeneration ohne schützenden Schirm der Altbäume heranwachsen muss. Ein Wald aus Baumarten, die mit dem Klimawandel nach aktuellem Stand der Wissenschaft besser zurechtkommen werden als etwa die Fichte. Das variiert je nach den standörtlichen Bedingungen.

Kontakt: Die Revierleiter des AELF Wertingen stehen den Waldbesitzern hier beratend zur Seite. Auch finanziell werden die Waldbesitzer nicht allein gelassen: Für den klimastabilen Waldumbau- und die zukunftsfähigen Wiederaufforstungsmaßnahmen gibt es attraktive Fördergelder.“ Welche Försterin bzw. welcher Förster für ihre Waldfläche zuständig ist können Sie hier herausfinden: http://www.stmelf.bayern.de/wald/waldbesitzer_portal/025776/index.php (pm)

Mehr über die Situation im Wald im Kreis Dillingen:

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