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Dillingen

02.09.2019

In der Baustellenstadt Dillingen ist Geduld gefragt

Schon weit vorangekommen ist das Haus der Wirtschaft in der Nähe des Bahnhofs. Das Bildungszentrum der IHK-Akademie soll bereits im September 2020 eröffnen.
Bild: Veh

Plus Vom Haus der Wirtschaft bis zur Mittelschule – in Dillingen schießen Millionenprojekte aus dem Boden. Am meisten Stress bereitet aktuell die kleinste Baustelle.

Einen Kneipp-Weg hat Dillingen bereits. In diesen Tagen könnte man leicht einen Baustellen-Weg hinzufügen. An vielen Orten in der Kreisstadt schießen gegenwärtig Millionenprojekte wie Pilze aus dem Boden. Und für eine Besichtigungstour könnten diese Baustellen allemal interessant sein. Stress bereitet ausgerechnet die kleinste Baustelle. In der Kapuzinerstraße ist auf der Höhe des Modehauses Holzner das Kanalrohr eines Hausanschlusses abgeknickt, weil sich der Untergrund gesetzt hatte, erläutert der Werkleiter der Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen (DSDL), Wolfgang Behringer, auf Anfrage. Deshalb ist das Abwasser dort nicht mehr abgeflossen. Das alte Kanalrohr habe nur eine Länge von 5,50 Metern. Es müsse ausgetauscht werden, betont Behringer. Und deshalb ist die Kapuzinerstraße seit Montag bis voraussichtlich Freitag im Bereich zwischen dem Bayerisch-Hof-Platz und der Conviktstraße komplett gesperrt.

Kleine Baustelle, große Auswirkung: Wegen eines Kanalrohrs eines Hausanschlusses, das ausgetauscht werden muss, ist die Kapuzinerstraße gesperrt.
Bild: Veh

Montags sei es in ihrem Geschäft ohnehin ruhiger, sagt Geschäftsinhaberin Dorothea Mihalache, die in der Kapuzinerstraße einen Schlüssel- und Schuhservice führt. „Die Baustelle merkt man aber sofort“, stellt Mihalache fest. Zum Glück soll es ja nicht lange dauern. Werkleiter Behringer hat angekündigt, dass die Kapuzinerstraße spätestens bis zum Schulanfang am Dienstag wieder durchgängig befahrbar sein soll. Wenn das Wetter mitspielt, könnte die Baustelle vielleicht schon freitags beendet sein.

Eine Debatte auf Facebook ist ausgebrochen

Die Debatte im Facebook-Portal unserer Zeitung kann der Werkleiter nicht so recht verstehen. Dort war angesichts der vielen Straßensperrungen im Landkreis Dillingen unter anderem von Fehlplanung die Rede. Dem widerspricht Behringer. Dass das Kanalrohr abgeknickt ist, sei unvorhersehbar gewesen. „Und bis ins nächste Jahr hätten wir die Sanierung nicht hinauszögern können“, informiert Behringer. Da sei es sinnvoll gewesen, die Sache noch vor dem Ende der Sommerferien anzugehen. „Das ist der ideale Zeitpunkt“, sagt Behringer. Die Prälat-Hummel-Straße sei offen. Erst ab Ende September lässt dort das Staatliche Bauamt Krumbach die Fahrbahndecke der Staatsstraße 2032 erneuern. Dann ist in diesem Bereich mit einer sechswöchigen Sperrung zu rechnen.

Es finden auch archäologische Untersuchungen an der Baustelle statt

Neben der Mini-Baustelle ist in der Kapuzinerstraße eine Großbaustelle am Laufen. Dort bauen die Stadthaus Dillingen GmbH und die VR-Bank Donau-Mindel zwei große Wohn- und Geschäftshäuser. In eines sollen der Müller-Markt und ein Schuhgeschäft einziehen, in das andere ein Textilhändler. Allerdings ist der Baufortschritt gerade gebremst, teilt Stadthaus-Dillingen-Prokurist Elmar Nothhelfer auf Anfrage mit. Auf der Baustelle laufen gerade archäologische Untersuchungen. „Es gab Funde, das führt leider zu Verzögerungen“, sagt Nothhelfer. Wie lange sie dauern, könne er nicht sagen. Nothhelfer kündigt an, dass es ein Richtfest geben soll. Ziel sei es, dass das Wohn- und Geschäftshaus der Stadthaus Dillingen GmbH Ende 2020 fertig sein soll. Mit der Eröffnung der Geschäfte sei nach derzeitigem Stand im Frühjahr 2021 zu rechnen.

Eine gewaltige Baugrube tut sich auch an der Lauinger Straße in Dillingen auf: Dort entsteht der 23,5 Millionen Euro teure Neubau der Mittelschule.
Bild: Veh

Reibungslos scheint es auf drei weiteren gigantischen Baustellen in der Kreisstadt zu laufen. In der Erzbischof-Stimpfle-Straße in Dillingen baut Regens Wagner ein Bürogebäude für 15 Millionen Euro. Das Direktionsgebäude der Regens-Wagner-Stiftungen ist bisher im einstigen Wohnhaus des Prälaten Wilhelm Hummel untergebracht. Die etwa 80 Mitarbeiter der Verwaltung, die in der neuen Zentrale arbeiten werden, sind bisher auf fünf Standorte verteilt. Wenige Schritte weiter tut sich bei der Josef-Anton-Schneller-Mittelschule eine gewaltige Baugrube auf: der Schul-Neubau wird 23,5 Millionen Euro kosten. Das ist die bisher größte Investition der Stadt Dillingen überhaupt, wie Oberbürgermeister Frank Kunz immer wieder betont. Nachdem der symbolische Spatenstich entfallen ist, soll es zu Beginn des Jahres 2020 eine Grundsteinlegung geben.

Auf der Großbaustelle in der Kapuzinerstraße laufen gegenwärtig archäologische Ausgrabungen. Deshalb verzögert sich der Baufortschritt.
Bild: Veh

Mit Riesenschritten scheint auch das Haus der Wirtschaft voranzukommen, das die Industrie- und Handelskammer (IHK) in der Nähe des Bahnhofs errichtet. Der Zeitplan ist straff. Das Bildungszentrum, das etwa acht Millionen Euro kosten wird, soll noch vor dem September 2020 eröffnen.

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