Maria Medingen

03.10.2016

In neuem Glanz

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2 Bilder
Das Gerüst ist verschwunden, der rußige Geruch auch: Die Kirche des Klosters Maria Medingen ist komplett gereinigt. Ab heute ist sie wieder geöffnet. Am 15. Oktober gibt es einen Dankgottesdienst für die Bevölkerung.
Bild: Sartor

Morgen wird die Kirche des Klosters Maria Medingen wiedereröffnet. Aber bis die Schwestern wieder in ihrem alten Zuhause wohnen können, dauert es aber noch

 Und nun ist er weg. Dieser trotzige Rußgeruch, der den Kirchenraum über Monate eingehüllt, sich hartnäckig auf den Bänken, dem Altar und den Gemälden niedergelassen hatte. Nun riecht es frisch und sauber, das Gerüst, das noch vor wenigen Wochen in der Kirche des Klosters Maria Medingen aufgebaut war, ist verschwunden. Die Reinigungsarbeiten sind abgeschlossen. Morgen wird die Klosterkirche offiziell wiedereröffnet. Und zu diesem Festtag kommt sogar der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa. „Dieser Tag ist vor allem ein Begegnungstag für alle Schwestern der Medinger Provinz“, sagt Hausoberin Schwester Eva Ortner. Nach dem 4. Oktober ist die Kirche wieder wie früher untertags geöffnet, regelmäßige Gottesdienste finden ebenfalls wieder in der Kirche statt.

Die Schwestern wollen aber auch mit der ganzen Bevölkerung feiern, mit all jenen, die sie seit dem Sommer 2015, in dem ein verheerendes Feuer im Kloster ausgebrochen war, begleitet haben. Deswegen findet am Samstag, 15. Oktober, ein Dankgottesdienst statt. „Wir wollen Gott danken für das neu geschenkte Leben und für alles Wohlwollen, alle Anteilnahme und alle Hilfe, die wir von so vielen Menschen erfahren haben“, sagt Schwester Eva Ortner. Nach dem Gottesdienst laden die Schwestern dann zu einem Imbiss in der Turnhalle ein.

Das Kloster zu besichtigen ist nach wie vor nicht möglich – die Sanierungsarbeiten verzögern sich. Denn noch sind nicht alle Brandschutztüren eingebaut. Deswegen wohnen die Schwestern noch immer nicht in ihrem alten Zuhause, sondern weiterhin im Nebengebäude. „Wir hoffen, dass wir an Weihnachten umziehen können. Aber noch ist nichts sicher. Wir müssen uns weiter in Geduld üben“, sagt Schwester Eva Ortner. Sie steht in der großen Kirche, blickt nach oben, an die Decke und die vielen Gemälde, die wieder aussehen, als wäre nichts geschehen. Dann öffnet sie die kleine Tür zur Sakristei, jenem Ort, an dem die Katastrophe damals ihren Ursprung nahm, an dem das Feuer, das eine Mitschwester tötete, ausgebrochen war. Von all dem ist auch hier nichts mehr zu sehen. Der Raum, der nach dem Brand wie eine Ruine aussah, mit verkohlten Balken und heruntergestürztem Stuck, wurde komplett saniert. Allein an der Wiederherstellung der Decke wurde sechs Wochen lang gearbeitet, der Stuck ergänzt und erneuert.

Noch aber gibt es einen Ort im Kloster, der an die Katastrophe erinnert. Die Margareta-Ebner-Kapelle ist nach wie vor eine traurige Baustelle, die Empore ist noch immer schwarz, die Decke von einem Holzgerüst verborgen. „Die Sanierung der Kapelle wird wohl noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen“, sagt Schwester Eva Ortner. Ihr Blick wird traurig. Jeden Tag komme sie hierher, die Gedanken an damals seien immer noch da. „Der Schock sitzt tief. Wir haben das noch nicht überwunden“, sagt sie und fügt hinzu: „Aber wir müssen trotz aller Trostlosigkeit nach vorne schauen.“Wegen der aufwendigen Sanierung der Kapelle sind die Schwestern nach wie vor auf Spenden angewiesen. Denn die Versicherung, erklärt die Klosterschwester, decke die Sanierung der Kapelle nur teilweise ab.

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