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Dillingen

22.04.2015

In sechs Monaten vier Anklagen gesammelt

Gericht, Verhandlung: Amtsgericht Dillingen an der Donau

Für einen 19-Jährigen geht es um viel. Er soll auch einen Kollegen aus dem Anti-Aggressionstraining geschlagen haben

Von Katharina Gaugenrieder

Dillingen Für gewöhnlich soll ein Anti-Aggressionstraining dafür sorgen, dass das hitzige Gemüt eines Teilnehmers etwas abgekühlt. Dass er nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt kommt und auch nicht mehr vor Gericht landet. Einen 19-Jährigen aus dem Landkreis hat seine Teilnahme nun vor Gericht gebracht. Denn eines der Opfer einer Schlägerei, die sich vergangenes Jahr nach dem Dillinger Volksfest ereignete, will genau ihn als einen der Angreifer erkannt haben. Getroffen und kennengelernt hatten sich die beiden im Anti-Aggressionstraining. Doch das war nur eine Straftat, die ihm die Staatsanwaltschaft am Mittwoch für einen Zeitraum von einem sechs Monaten zur Last legte. Der junge Mann soll an einen Freund in zwei Fällen eine kleine Menge Cannabis verkauft haben. Darüber hinaus soll er auch in eine Schlägerei in einer Lauinger Diskothek verstrickt gewesen sein. In der letzten von vier Anklageschriften, die der Staatsanwalt gestern im Prozess vor dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Beate Bernard vorlas, ging es dann um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Die waren im September 2014 angerückt, nachdem der junge Mann gemeinsam mit Freunden im Anschluss an eine Grillparty noch ein Feuerchen gemacht hatte. Mit einer Flasche Spiritus auf einer Straße neben der Bahnlinie in Dillingen. Als die Beamten ankamen, ergriff der 19-Jährige, der angetrunken war und Kräutermischungen genommen hatte, die Flucht. Weit kam er nicht. Ein Polizist hatte ihn schnell eingeholt. Und erkannte in ihm schnell einen alten Bekannten. Und das, obwohl der Beamte da erst einige Wochen bei der Polizeidienststelle in Dillingen war.

Für den 19-Jährigen geht es in dem Prozess um viel. Er ist wegen Körperverletzung schon vorbestraft, steht unter offener Bewährung. Ihm droht Gefängnis. In seiner Aussage räumte er ein, in einem Fall an den Freund Marihuana verkauft zu haben. Auch die Sache mit dem Widerstand gegen die Polizeibeamten, die ihn nach dem Spiritusfeuer nur mit Mühe ins Polizeiauto verfrachten konnten, leugnete er nicht. „Ich war so betrunken, ich hab den einfach nicht ernst nehmen können“, sagte er. Und betrunken, das sei er auch bei dem Vorfall in der Disko gewesen. Etwas anderes, als sich zu betrinken, könne man in diesem Lokal ohnehin nicht tun. „Um da Spaß zu haben, musst du richtig was trinken. Da ist es mir egal, was ich trinke. Hauptsache, ich bin schnell dicht.“ An besagtem Abend hatte er so 2,1 Promille, die zu großen Erinnerungslücken führten. Am Ende waren er und ein anderer Gast verletzt. Den hatte er zuvor mit Beleidigungen provoziert, dann kam es zum Gerangel, bei dem auch zwei Freunde des Angeklagten mitgemischt haben sollen. Die Aussagen dazu gingen allerdings weit auseinander. Viele konnten sich nicht mehr genau erinnern – alkoholbedingt.

Woran sich der 19-Jährige aber genau erinnern konnte, war die Tatsache, dass er nach dem Volksfest am Skaterplatz nicht in eine Schlägerei verwickelt war. Auch seine beiden Begleiterinnen sagten aus, dass er bei dem Zwischenstopp die ganze Zeit bei ihnen war, dass sie keine Schlägerei beobachtet haben und dann alle nach Hause gelaufen seien. Zu der Prügelei kam es aber erst Stunden später. Kam er also später noch einmal zurück? Das will das Gericht beim Fortsetzungstermin am nächsten Mittwoch klären.

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