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Musik

29.05.2019

In tausend Bildern Maria

„Was für ein Genuss, etwas ganz Neues und dabei so Schönes zu hören.“Ein besonderes Erlebnis war das Marienkonzert „Ave Maris Stella“, dargeboten vom Vokalensemble Pau A Peu. Bei der vom Publikum erbetenen Zugabe brachten die Musiker noch einmal ein Stück von Meinrad Schmitt zu Gehör. Im Bild: (von links): Am Fagott Wolfgang Zahn, Renate Schmitt, die drei Stimmen des Ensembles Barbara Mahler, Ingeborg Purucker und Ursula Maria Echl sowie am Piano Meinrad Schmitt, dessen für das Ensemble komponierte Stücke zur Uraufführung kamen.
Bild: Silvia Schmid

Das Vokalensemble Peu A Peu begeistert in Dillingen mit einem außergewöhnlichen Marienkonzert. In der Klosterkirche gibt es unter Mitwirkung des Komponisten Meinrad Schmitt auch eine herausragende Uraufführung

Die zum Dillinger Franziskanerinnenkloster gehörende Kirche Mariä Himmelfahrt bot am Samstagabend den perfekten Rahmen für ein besonderes Konzert: Das Vokalensemble Peu A Peu präsentierte gut eine Stunde lang Marienlieder aus mehreren Jahrhunderten. Dreistimmige A-capella-Sätze, darunter das aus dem 14. Jahrhundert stammende spanische „Santa Maria, Strela do Dia“ und das ungarische „Ave Maria“ von Zoltán Kodály, aber auch wunderbar von Fagott (gespielt von Wolfgang Zahn) und Klavier (Meinrad Schmitt) begleitete Stücke wie das „Ave Maria“ von Ignaz Reimann sowie rein instrumentale Darbietungen gehörten zum Programm und sind Ausdruck der überraschenden Vielfalt, die unter diesem Motto möglich ist.

Die Sängerinnen Barbara Mahler (Sopran), Ursula Maria Echl (Mezzosopran) und Ingeborg Purucker (Alt) verliehen mit ihren wunderbar klaren und sicheren Stimmen den Texten zu Ehren der Gottesmutter eine Emotionalität, die unter die Haut ging, ohne kitschig zu werden, die berührte, ohne rührselig zu klingen. Mit Anmut und in höchster Professionalität harmonierten die Künstlerinnen perfekt miteinander. Für dramaturgische Gestaltung und Abwechslung sorgte Renate Schmitt mit dem expressiven Vortrag ausgewählter Gedichte von Rainer Maria Rilke aus dessen Zyklus „Marienleben“.

Das besondere Highlight des Konzertabends: Komponist und Pianist Meinrad Schmitt begleitete das Ensemble nicht nur an den Tasten, er hatte bereits vor einigen Jahren den Liederzyklus „Stella Maris“ eigens für Peu A Peu komponiert und brachte diesen nun gemeinsam mit den drei Sängerinnen des Vokal-Ensembles zur Uraufführung. Sieben einzelne Stücke, jeweils einen lyrischen Text vertonend, fügen sich in dem Zyklus zu einem abwechslungsreichen Gesamtkunstwerk zusammen. Der Stil der Komposition: modern und im positivsten Sinne etwas Neues, insbesondere in Bezug auf die Vertonung klassischer Marien-Texte. Elemente, die dem Jazz entliehen schienen, vermischen sich mit klassisch-romantischen Stilmitteln.

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Der Dreigesang des Ensembles spitzt sich bisweilen zum dramatischen Dialog zu, aus den poetischen Texten wird ein „singendes Gebet“, ganz wie Schwester Edith Krupp, Oberin im Mutterhaus in ihrer Begrüßung angekündigt hatte. „Ich sehe Dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt. Doch keins von allen kann Dich schildern wie meine Seele Dich erblickt“, heißt es in einem Mariengedicht des romantischen Lyrikers Novalis, das auch den zweiten Teil des Zyklus „Stella Maris“ bildet.

Was bildende Künstler über Jahrhunderte mit verschiedensten Mariendarstellungen erschaffen haben, haben Meinrad Schmitt und das Vokalensemble Peu A Peu in die Musik übertragen. Sie haben dem Publikum musikalisch eine Vielfalt von Marienbildern geboten, dabei aber Raum gelassen und inspiriert für den Blick der eigenen Seele auf diese besondere Frau, Maria. „Was für ein Genuss, etwas ganz Neues und dabei so Schönes zu hören“, lobte ein begeisterter Zuhörer nach Konzertende. Man kann es nicht treffender sagen.

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