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Dillingen

23.11.2019

Ist das Dillinger Rathaus nur eine „kleine Zwetschge“?

Der Wiederaufbau des Dillinger Rathauses schreitet voran: Inzwischen ist der Kran verschwunden, wie uns Leser Willi Sellmaier mitgeteilt hat. Die Ausschreibungen für den Innenausbau sind bereits angelaufen.
Bild: Jan Koenen, Stadtverwaltung

Plus Auch im niederbayerischen Straubing ist das Rathaus abgebrannt. Doch anders als Dillingen haben sie bald wieder ein mächtiges Rathaus. Wie die Reaktionen ausfallen.

Jetzt wissen wir es. Das niederbayerische Straubing hat nicht nur mehr Einwohner (47000), sondern in absehbarer Zeit wieder ein viel mächtigeres Rathaus als Dillingen. In der jüngsten Sitzung diskutierten die Straubinger Stadträte über den Wiederaufbau des Wahrzeichens, das ebenso wie das Dillinger Rathaus ausgebrannt ist.

Warum sich Dillingen und Straubing nicht vergleichen lassen

Am 25. November 2016 hatte ein Brand das Gebäude weitgehend zerstört. Am 26. Juli 2017 wiederum brannte das Dillinger Rathaus aus. So weit die Gemeinsamkeiten. Denn die beiden Rathäuser seien nun einmal gar nicht zu vergleichen. Der Historiker Werner Schäfer (SPD) lehnte dies während der Debatte im Straubinger Stadtrat jedenfalls entschieden ab. „Wer Dillingen mit Straubing vergleicht, vergleicht eine kleine Zwetschge mit einer großen Ananas“, stellte Stadtrat Schäfer in der Sitzung fest.

Im Frühjahr 2021 soll das Dillinger Rathaus fertig sein

Klar, die Kosten für den Wiederaufbau liegen laut Deutscher Presse-Agentur bei 46,5 Millionen Euro. Bei dem Projekt handle es sich um einen Neubau, stellte der Münchner Architekt Andreas Hild vor dem Stadtrat klar. Und in Dillingen blieben zumindest die Außenmauern samt Prachtfassade stehen. Die Wiederherstellung der „kleinen Zwetschge“ kostet voraussichtlich auch „nur“ 9,2 Millionen Euro.

Ist das Dillinger Rathaus nur eine „kleine Zwetschge“?

In der Kreisstadt geht es zudem ein wenig schneller, dort laufen jetzt bereits nach der Sicherung der Standfestigkeit und der Wiederherstellung des Dachs die Ausschreibungen für den Innenausbau. Im Frühjahr 2021 soll die „Zwetschge“ wieder in neuem Glanz erstrahlen. Und der Neubau des Straubinger Rathauses fängt erst im kommenden Jahr an – die „Ananas“ wird demnach erst ab 2020 geschält.

Wie der Vergleich im Dillinger Rathaus ankommt

Über die dpa hat auch die Verwaltung in Dillingen Wind vom Rathaus-Vergleich bekommen. Oberbürgermeister Frank Kunz sagt dazu: „Wir wünschen unseren Freunden in Straubing, dass ihre Baumaßnahme weiterhin gut vorankommt.“ Die Erfahrung eines Feuers im eigenen Haus wolle wirklich niemand machen. Dieser Schreck vom 26. Juli 2017 habe die Dillinger alle noch einmal enger zusammenrücken lassen, betont der Rathauschef. Und den Ananas-Zwetschgen-Vergleich kommentiert der studierte Bauingenieur Kunz mit einem Augenzwinkern: „Wir freuen uns, wenn wir die Straubinger nach Abschluss unseres Wiederaufbaus zu uns ins Rathaus einladen dürfen – dann auf einen Zwetschgendatschi.“ Könnte ja sein, dass die Straubinger dann mit einer Ananas-Bowle anreisen.

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