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Syrgenstein

30.03.2019

Ist der Weg frei für das neue Gerätehaus in Syrgenstein?

Das Feuerwehrgerätehaus in Landshausen. Die Gemeinde Syrgenstein möchte ein gemeinsames Gerätehaus für alle drei Ortswehren bauen.
Bild: Andreas Schopf

Eine Machbarkeitsstudie bestätigt die umstrittenen Pläne der Gemeinde Syrgenstein, die ihre Ortswehren zusammenlegen will. Doch das letzte Wort ist nicht gesprochen.

Bernd Steiner ist auf der Zielgerade. 2019 ist sein letztes Jahr als Bürgermeister von Syrgenstein. Bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr wird Steiner, der seit 1984 die Geschicke der Gemeinde leitete, nicht mehr antreten (welche Bürgermeister aus der Region ebenfalls aufhören, lesen Sie hier). Sein letztes ganz großes Projekt könnte der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses werden. Doch die Betonung liegt auf „könnte“. Denn die Pläne der Gemeinde, die drei Ortswehren aus Syrgenstein, Landshausen und Staufen an einem neuen Standort zusammenzuschließen, sind umstritten. Die Gruppen aus Landshausen und Staufen sind bislang gegen das Vorhaben. Sie befürchten unter anderem negative Auswirkungen auf das Vereinsleben in den Ortsteilen und warnen vor längeren Anfahrtswegen im Falle eines Alarms. Die Gemeinde verspricht sich unter anderem eine bessere Koordination der Einsätze. (lesen Sie hier Hintergründe zum Streit um das geplante Gerätehaus).

Syrgenstein: Treffen von Feuerwehren mit der Gemeinde

Nun hat sich in der Angelegenheit etwas getan. Syrgenstein hatte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die prüfen sollte, ob die zwei angedachten Standorte für das mögliche neue Gerätehaus infrage kommen. Zum einen handelt es sich um eine Fläche am Kreisverkehr in Ballhausen, zum anderen um die Fläche hinter dem nahe liegenden Supermarkt. Autor der Studie war der Architekt Marcus Reichhardt, der bereits das neue Gerätehaus in Höch-städt plante – an diesem Bau möchte sich Syrgenstein orientieren. Nun steht das Ergebnis der Machbarkeitsstudie fest. Demnach sind beide untersuchten Standorte für den Bau eines neuen Gerätehauses geeignet. „Beide Flächen haben jeweils kleine Vor- und Nachteile“, sagt Steiner.

Der Bürgermeister berichtete kürzlich den Feuerwehren von den Ergebnissen der Studie. Anwesend beim nichtöffentlichen Treffen im Foyer der Bachtalhalle waren unter anderem die drei Ortswehren, Gemeinderäte sowie Vertreter der Verwaltung. Die Versammlung machte deutlich, dass in dieser Angelegenheit noch keine Einigkeit herrscht. Ein teilnehmender Feuerwehrmann berichtet von Diskussionen zwischen den Ortswehren, zum Teil auch mit Gemeinderäten. Es habe eine „aufgeheizte Stimmung“ geherrscht, „Spannungen“ seien deutlich geworden. Doch die Aussprache sei wichtig gewesen. „Es wurde gesagt, was längst mal gesagt werden musste“, heißt es. Das Treffen sei deshalb ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen, sagt der Feuerwehrmann.

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Auch Bürgermeister Bernd Steiner berichtet von „unterschiedlichen Standpunkten“, die es nach wie vor gebe. „Aber es war wichtig, dass wir uns austauschen.“ Gerade auch, dass die drei Ortswehren zusammenkamen und untereinander diskutierten. „Das war bislang offenbar nicht der Fall“, vermutet Steiner.

Gemeinsames Gerätehaus: Feuerwehren sollen Stellungnahmen abgeben

Die drei Ortswehren haben nun bis Ende April Zeit für eine Stellungnahme. Sie sollen der Gemeinde ihre Wünsche, Bedenken und Anregungen mitteilen. Steiner will die Stellungnahmen abwarten und dann entscheiden, ob es Bedarf für eine weitere gemeinsame Sitzung gibt. Eine Entscheidung kündigt er für den 14. Mai an. Dann soll der Gemeinderat über das weitere Vorgehen in Sachen Gerätehaus abstimmen. Die Alternative zum Neubau eines gemeinsamen Standortes wäre, alle drei Feuerwehrhäuser einzeln zu betrachten und zu ertüchtigen. Die Gebäude sind in die Jahre gekommen und entsprechen nicht mehr modernen Anforderungen. Sie müssten entweder saniert, oder sogar neu gebaut werden, was finanziell ein Kraftakt wäre.

Die Gemeinde Syrgenstein spart bereits für das gemeinsame Gerätehaus. Im diesjährigen Haushalt, den der Gemeinderat kürzlich verabschiedete, sind 700000 Euro eingeplant. Bis 2021 sollen gut 2,7 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Hintergründe zum geplanten Feuerwehrgerätehaus in Syrgenstein finden Sie hier:

Warum in Syrgenstein nicht jeder das neue Gerätehaus will

Das geplante Gerätehaus erregt die Gemüter

Einen Kommentar dazu lesen Sie hier: Gerätehaus: In Syrgenstein müssen alle an einen Tisch

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