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Geschichte

19.02.2015

Ist die Simonsmühle einsturzgefährdet?

Heruntergekommen, aber doch noch nicht einsturzgefährdet. So beurteilt das Landratsamt in Dillingen den Bauzustand der Simonsmühle in Blindheim. Bislang hat sich noch niemand gefunden, der das alte Gebäude erwerben will.
Bild: von Weitershausen

Das Landratsamt gibt Entwarnung. Und dennoch musste alles abgeriegelt werden

Johann Mengele ist sauer, enttäuscht und traurig. Er kann es nicht fassen, sagt er. Der Zustand der Simonsmühle in Blindheim sei die reinste Katastrophe. „Ich bin total erschrocken, als ich reingegangen bin, und sofort wieder raus. Das ist lebensgefährlich. Das tut mir so leid“, schimpft Mengele. Der Blindheimer restauriert und saniert seit vielen Jahren geschichtsträchtige Gebäude im ganzen Landkreis und darüber hinaus – unentgeltlich, ehrenamtlich. Auch das Dach der Simonsmühle habe er schon drei Mal auf eigene Faust und eigene Kosten auf Vordermann gebracht. Sein Vorwurf: „Das Gebäude wurde mit Absicht so kaputtgemacht. Das kann nicht anders sein. Ganze Tragmauern fehlen. Da kann man so nicht mehr rein. Ich bin so enttäuscht.“ Unter diesen Umständen komme für ihn ein Erwerb der Simonsmühle nicht infrage. „Da muss man erst gründlich die Hausaufgaben erledigen“, so Mengele.

Wie er erzählt, könne er sich vorstellen, das uralte Gebäude zu kaufen und ihm neues Leben einzuhauchen. Er könne sich vorstellen, dass er mit dem jetzigen Besitzer, Familie Waizmann, einen Grundstückstausch mache. Konkret darüber gesprochen habe man aber noch nicht. Denn: „Ich wollte das vorschlagen und habe dann das Gebäude angeschaut. Das muss man sperren. Das ist lebensgefährlich. Gegenüber ist der Kindergarten. Das geht so nicht“, wettert Mengele. Sofort habe er im Landratsamt in Dillingen angerufen und diesen schlechten Zustand gemeldet. Die zuständige Abteilung, so bestätigt es Pressesprecher Peter Hurler in einer schriftlichen Mitteilung, habe sich umgehend darum gekümmert, der Bauzustand wurde kontrolliert. Wortwörtlich steht in der Pressemitteilung: „Dabei wurde festgestellt, dass eine akute Einsturzgefahr nicht besteht. Ungeachtet dessen wurde der Eigentümer zwischenzeitlich aufgefordert, den Zugang zum Gebäude zu verschließen, um einen Zutritt zum Gebäude durch Unbefugte zu verhindern. Grund dafür war die Feststellung, dass die Verschalung des Nebeneingangs entfernt worden und das Gebäude frei zugänglich war. Zudem wurde der Eigentümer aufgefordert, vorsorglich das Gebäude im Abstand von fünf Metern abzuschranken.“

Helmut Waizmann war gestern in Blindheim vor Ort. Gegenüber der DZ sagte er: „Es stimmt. Ich habe schriftlich diese Auflagen erhalten und umgesetzt.“ Die Tür habe er mit Brettern verschraubt, das ganze Gebäude mit einem Absperrband umzäunt. „Aber das bringt doch alles nichts. Wer da rein will, kommt da rein“, so Waizmann. Den Vorwurf, er selbst hätte das Gebäude mit Absicht so verkommen lassen oder gar selbst Hand angelegt, weißt er weit von sich. „Das sind Vandalen und Jugendliche. Besonders nach den großen Sommerferien ist es immer ganz schlimm. Ich habe das schon oft der Polizei und dem Landratsamt gesagt. Aber was soll ich machen? Ich kann die Simonsmühle nicht 24 Stunden bewachen lassen.“ Er sei aber doch auch überrascht, dass das Landratsamt das Gebäude als nicht einsturzgefährdet einstuft. „Das kann ich nicht nachvollziehen“, sagte er gestern Nachmittag.

Auch habe er kein Verständnis für die Kritik von Johann Mengele. „Ich habe noch nie mit ihm gesprochen. Er soll dann auch keine Gerüchte in die Welt setzen, dass er das Gebäude kauft, wenn er es sich noch gar nicht angeschaut hat.“ Trotz zahlreicher Ausschreibungen in verschiedenen Tageszeitungen habe sich bislang laut Waizmann keiner ernsthaft für den Kauf der Simonsmühle interessiert. „Warum auch? Ich würde es auch nicht kaufen.“

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