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Gottmannshofen

07.09.2018

Ist er Deutschlands bester Staplerfahrer?

Giuseppe Tamburino aus dem Gottmannshofen hat sich für den „Staplercup“, die inoffizielle Deutsche Meisterschaft für die Beherrschung dieses Geräts, qualifiziert. Trotz fehlenden Trainings schätzt er seine Chancen nicht schlecht ein.
Bild: Louisa Müller

Giuseppe Tamburino aus Gottmannshofen steht im Finale des Stapler Cups, bei dem sich die besten Gabelstaplerfahrer aus ganz Deutschland messen. Wie es dazu kam.

Mit Leichtigkeit dreht sich der Gabelstapler um die eigene Achse. Auch im Rückwärtsgang wirkt es fast so, als würde er über den Lagerhausboden schweben. Giuseppe Tamburino sitzt am Steuer und blickt entspannt nach vorn. Gefährte wie diesen „Schubmaststapler“ kann er mittlerweile quasi im Schlaf fahren, schließlich beschäftigt sich der gelernte Fachlagerist schon seit zwölf Jahren mit Staplern jeder Art. „Dieses Jahr wollte ich meine Fähigkeiten testen“, berichtet der 33-Jährige, der bei Super Decor in Buttenwiesen angestellt ist. Deswegen nimmt er am Staplercup teil, den deutschen Meisterschaften im Gabelstaplerfahren, die jährlich von der Firma Linde Material Handling in Aschaffenburg ausgetragen werden.

Bei den Regionalmeisterschaften in Derching wurde er Zweiter und qualifizierte sich damit für das Finale in der Staplercup Arena in Aschaffenburg. „Ich bin durch ein Plakat im Büro auf die Meisterschaften aufmerksam geworden“, erinnert sich Tamburino. „Ich dachte, das macht bestimmt Spaß, und habe mich angemeldet.“

Gläserpyramiden mit dem Stapler bauen

Dass es bei den Regionalmeisterschaften im Dezember so gut läuft, hätte er jedoch nicht gedacht. „Wir mussten zum Beispiel mit einem Schubmaststapler eine Gläserpyramide bauen“, erzählt der Gottmannshofener. Der schnellste Baumeister war der Sieger dieser Runde. Außerdem mussten die Teilnehmer noch kleine Fässer stapeln und sogar einen Tannenbaum schmücken, selbstverständlich alles mit Gabelstaplern. „Ich denke, um beim Staplercup erfolgreich zu sein, ist räumliches Denken sehr wichtig. Außerdem braucht man Geschicklichkeit – und Glück“, so Tamburino.

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Sicherheit geht vor

Bei dem Wettbewerb kommt es nicht nur auf Schnelligkeit an. Auch die Sicherheitsvorschriften müssen eingehalten werden. Zeitstrafen gibt es zum Beispiel für einen fehlenden Schulterblick oder Sicherheitsgurt. Der Veranstalter Linde Material Handling will durch die Meisterschaft das Bewusstsein für die Sicherheit im innerbetrieblichen Verkehr stärken – so heißt es vonseiten des Unternehmens. „Wenn man zu schnell und zu eng um Ecken fährt, kann schnell eine Gefahr entstehen – da könnte ja jemand stehen“, erklärt Tamburino. Um Unfälle zu vermeiden, sollte man in unübersichtlichen Bereichen nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Auch vor Kurven muss abgebremst werden, sonst könnte alles, was man mit dem Stapler transportiert, zu Boden fallen. Tamburino selbst hatte in seiner beruflichen Laufbahn noch keine Unfälle. Er kommt mit jeder Art von Gabelstaplern gut zurecht, sagt er. Im Staplercup müssen die Teilnehmer schließlich beweisen, dass sie mit jedem Typ gut umgehen können.

Eindrücke vom Stapler Cup 2017

Die vielen Aufgaben muss man nicht nur mit Schubmaststaplern bewältigen, sondern auch mit Zinkenstaplern, mit denen man Paletten befördert, und Zangenstaplern, die man für den Transport von Papierrollen verwendet. Die verschiedenen Modelle unterscheiden sich etwa bei der Bedienung, dem Bewegungsumfang und den Greifwerkzeugen. All diese verschiedenen Varianten kennt Tamburino schon von seiner Arbeit im Buttenwiesener Betrieb Surteco Decor. Dort ist Tamburino seit Mai 2015 angestellt, vorher arbeitete er bei der Firma Fendt in Bäumenheim. „Ich war nur als Leiharbeiter beschäftigt. Da ich zwei Kinder habe, war ich lange auf der Suche nach einer Festanstellung – die bekam ich schließlich hier“, erzählt der Staplerfahrer. Mit seinen Kindern verbringt Tamburino auch die Zeit, in der er nicht mit Gabelstaplern unterwegs ist. „Ich mache in meiner Freizeit sehr gerne Ausflüge oder Spaziergänge mit den Kindern. Ich bin eigentlich ständig mit ihnen unterwegs“, erzählt er lachend.

Der Urlaub verhindert das Training

Da er noch bis zum Finale des Staplercups Urlaub hat, kann er vorher nicht mehr mit Gabelstaplern üben – selbst besitzt er keinen, so weit reicht die Leidenschaft für das Gerät dann doch nicht. Seine Chancen schätzt Tamburino dennoch nicht schlecht ein. „Wie es läuft, kann man vorher zwar nie sagen, aber ich glaube nicht, dass es der letzte Platz wird“, vermutet er. Vor einer Aufgabe, die auf ihn warten könnte, hat er dennoch ein wenig Angst: Man muss mit einem Zinkenstapler einer Papierrolle anheben, damit durch einen Slalom fahren und die Rolle schließlich in eine Einbuchtung legen. „Da kann viel schief gehen. Wenn man zu schnell ist, zu viel Schwung hat oder falsch steht, kann das Papier die Einbuchtung verfehlen oder wieder rausrollen“, befürchtet der 33-Jährige.

Ob diese ungeliebte Aufgabe tatsächlich auf ihn wartet und wie Tamburino sie bewältigt, zeigt sich beim Staplercup Finale vom 20. bis 22. September in Aschaffenburg. Neben den Wettbewerben ist außerdem ein großes Rahmenprogramm mit einem Auftritt der Berliner Band Culcha Candela angekündigt.

Weitere Informationen unter www.staplercup.com

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