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Feiertag

15.06.2017

Jesus in allen Bereichen des Lebens

Eine Monstranz ist an Fronleichnam sehr bedeutend.
Bild: Clauda Goetting

Fronleichnam ist in Bayern ein gesetzlicher Feiertag. Doch viele wissen nicht, was er bedeutet, und wie er gefeiert wird.

Ach wie schön, ein langes Wochenende. Viele Menschen haben nicht nur am Donnerstag frei, sondern nutzen auch den darauffolgenden Tag als Brückentag. Das Ganze haben wir Fronleichnam zu verdanken – in Bayern ein gesetzlicher Feiertag, denn vor allem in katholisch geprägten Bundesländern sind die Bürger an Fronleichnam von der Arbeit freigestellt. Doch was genau ist Fronleichnam überhaupt?

Anders, als man vielleicht denken könnte, ist mit der Bezeichnung Fronleichnam kein glücklicher Leichnam gemeint. Das Fronleichnamsfest ist ein Hochfest der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. In der Liturgie wird das Fest als Hochfest des Leibes und Blutes Christi bezeichnet.

„Die Katholiken feiern Fronleichnam immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten“, weiß Stadtpfarrer Wolfgang Schneck aus Dillingen. Der Donnerstag als Festtermin steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag, an dem wegen des stillen Charakters der Karwoche keine prunkvolle Entfaltung der Festlichkeit erlaubt ist. Erstmals feierte das Bistum Lüttich 1246 ein Fronleichnamsfest. Zwanzig Jahre später wurde es von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben.

„An diesem Feiertag wird nach einer schönen und festlichen Messe Jesus Christus in die Stadt getragen“, erklärt Schneck. Eine geweihte Hostie befindet sich in einem goldenen Gefäß, der sogenannten Monstranz. „Das ist lateinisch und bedeutet zeigen. Man zeigt also griffig, dass Jesus mitten unter uns ist“, weiß der Stadtpfarrer. Diese Prozession werde von Groß und Klein mit Fahnen, Liedern und Gebeten begleitet. Die Prozession macht Halt an vier verschiedenen Stationen, da es vier Evangelien gibt. An jeder Station wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgelesen. Schneck erklärt, dass die Prozession in Dillingen nach Orten ausgerichtet ist: Die erste Station ist das Rathaus. Hier richtet der Bürgermeister ein Gebet direkt an Jesus Christus. „Als Nächstes gehen wir auf den Schulhof. Das symbolisiert zum Beispiel die Erziehung und den Fortschritt.“ Darauf wird die Monstranz zum Altenheim Sankt Klara der Franziskanerinnen getragen. Hier steht der reife Mensch mit Blick in den Himmel im Mittelpunkt. „Das ist immer eine sehr bewegende Station“, findet Wolfgang Schneck. Als Letztes wird bei Regens Wagner Halt gemacht, um auch die Ausgegrenzten und Menschen, die Leid ertragen, mit einzuschließen. Dieses Jahr wird die Prozession beim Ulrichsdenkmal abgeschlossen. „Damit wollen wir zeigen, dass in Dillingen niemand allein ist, sondern dass wir zu einer Pfarrgemeinschaft gehören.“ Über all diese verschiedenen Stationen werde Jesus Christus in alle Lebensbereiche hineingetragen.

Im Laufe der Zeit haben diese Prozessionen unterschiedliche Charaktere angenommen. „Zum Beispiel ist es in manchen Regionen eine Demonstration des Glaubens gegenüber Nichtgläubigen, oder sie war zur Nazizeit natürlich sehr politisch geprägt“, meint der Stadtpfarrer.

Neben der Prozession schmücken die Katholiken ihre Häuser und Straßen. „Auch große Blumenteppiche werden als Ausdruck der Verehrung angelegt“, erzählt Schneck. Sie zeigen Bilder, die mit dem Glauben, der Kirche und dem Fest zu tun haben.

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