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Vortrag

17.08.2011

Jetzt gegen den demografischen Wandel handeln

Hans-Peter Eiden referierte bei der Höchstädter SPD

Höchstädt Die Politiker müssen in die Zukunft gerichtete Schlussfolgerungen und Lehren aus den vorliegenden Daten des statistischen Landesamtes ziehen, die den demografischen Wandel in Bayern und seinen Kommunen darlegen. So in etwa lässt sich die Kernaussage des Vortrags über den „Demografischen Wandel“ zusammenfassen, den Hans-Peter Eiden, Geschäftsführer der Dillinger Firma OrgaCare, auf Einladung der örtlichen SPD im Höchstädter Gasthaus China-Palast hielt.

Der Referent stellte schonungslos die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur im Freistaat Bayern dar. Er erläuterte, wie sich die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er Jahre wie ein Bauch in den regelmäßig aktualisierten Diagrammen des statistischen Landesamts nach oben schöben, die den jeweiligen Ist-Zustand und den Stand in rund 20 Jahren darstellen. Eiden betonte die Genauigkeit der Prognosen der Statistiker, deren Voraussagen erfahrungsgemäß lediglich im Promillebereich von der Realität abwichen.

Immer mehr Rentner

Jetzt gegen den demografischen Wandel handeln

Am Beispiel Höchstädt zeigte Eiden, wie sich diese geburtenstarken Jahrgänge als Rentner und Pensionäre darstellen würden. Ihr Bevölkerungsanteil werde gegenüber 2009 um 66,52 Prozent auf 27,74 Prozent in 2029 anwachsen. Definiere man die unter 18-Jährigen als Nichterwerbsfähige und addiere man ihre Zahl zu der der Älteren, dann würde der Anteil der Nichterwerbstätigen von 38,39 Prozent in 2009 auf 44,97 Prozent in 2029 steigen. Diesen stünden in 2029 55,03 Prozent der Bevölkerung als mögliche Erwerbsfähige entgegen. Tatsächlich würden diese möglichen Erwerbsfähigen aber nur zum Teil einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen.

Natürlich unterschieden sich die Zahlen von Region zu Region, aber grundsätzlich stelle sich die Frage: Kann diese Gruppe das erarbeiten, was gemäß Generationenvertrag und gesetzlichen Subventionen für die andere Gruppierung aufgebracht werden muss?

Das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung werde von 2009 bis 2029 von 40,4 auf 46,5 Jahre steigen. Infolge der Alterung würden die Kosten für das Gesundheitswesen weiter dramatisch ansteigen. Auch wenn die Geburtenrate von derzeit lediglich 1,3 Kindern je Frau auf (eigentlich systemerhaltende) 2,1 anstiege, würde das den Crash des Sozialsystems nicht verhindern können, da sich die höhere Kinderzahl erst in zwei Generationen, also in 40 Jahren, auswirken würde. Darum müsse „die Politik“ jetzt und sofort umdenken, nicht mehr populistisch um kurzfristige und kurzsichtige Wahlerfolge werben, sondern ehrlich und zukunftsorientiert auch extrem unpopuläre Wege beschreiten, erläuterte Eiden der Höchstädter SPD.

Denn es fragt sich: Ist die Sozialversicherungspflicht noch ein Modell für die Zukunft? Und: Für welche Investitionen in den Kommunen ist in zwanzig Jahren noch Geld vorhanden? (pm)

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