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Dillingen

20.01.2016

Jetzt geht das Brutboxenprojekt los

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Vorsichtig sortieren die Jugendlichen vom Fischereiverein Dillingen die Bachforelleneier.

Wie Jugendliche aus Dillingen den Bachforellenbestand in der Egau retten wollen

Der Bestand der Bachforelle ist bedroht. Und die Jugendgruppe des Fischereivereins Dillingen will nicht untätig zusehen: Sie nehmen heuer am Brutboxenprojekt des Landesfischereiverbandes Schwaben zur Wiederansiedlung der Bachforelle teil. Bereits Ende Dezember wurden 10000 Eier in und bei Donaualtheim eingesetzt – weitere 10000 folgen Anfang Februar. Von diesen Eiern der Bachforelle erreichen nach rund drei Jahren nur etwa ein bis drei Prozent die Fangreife und somit die Geschlechtsreife, erklärt Fischereiaufseher Martin Häußler. „Und da die Bachforelle sich nur in diesem Wasser fortpflanzen kann, in dem sie geboren wurde, muss sie auch in dem Gewässer geboren werden, in dem sie wiederangesiedelt werden soll.“

Die Bachforelle ist ein Winterlaicher, deshalb werden ihre Eier im Herbst abgestreift und befruchtet. Anschließend kommen sie in ein Bruthaus, in dem sie vorgebrütet werden, bevor sie dann kurz vor dem Schlüpfen mit den Brutboxen in das Gewässer verlegt werden. „Dort können sich die Eier bis zum Schlupf voll ausbilden.“

Die Jugendgruppe des Fischereivereins hat sich dazu entschlossen, die Eier in sogenannte MS Brutboxen zu verlegen. „Das ist ein PV-Rohr, in das ein Einsatz mit den Eiern eingesetzt wird.“ Dieses ist vorne mit einem Deckel versehen, mit dem die Geschwindigkeit des ankommenden Flusswassers reguliert werden kann. Denn die Bachforelleneier müssen mit genügend Sauerstoff versorgt werden. Das verhindert einen Pilzbefall und somit das Absterben der Eier. „Vor dem Besatz müssen die Fischeier aber erst an die Wassertemperatur der Egau angeglichen werden, um einen vorzeitigen Schlupf der Larven zu verhindern.“ Denn es ist wichtig, dass die Fische direkt im Gewässer geboren werden. Anschließend müssen die von einem Pilz befallenen Eier noch aussortiert werden. Die Larven schlüpfen je nach Wassertemperatur in zwei bis vier Wochen, können allerdings in diesem Stadium noch nicht Schwimmen. Deshalb fallen sie in den unteren Teil der Boxen und können in diesem Teil der Brutbox ungestört von Fressfeinden, wie dem Aitel oder Aal, ihren Dottersack verbrauchen und anschließend die Box schwimmend verlassen. Die kleinen Fische verstecken sich dann zwischen Steinen und Baumwurzeln. Für die Jugendlichen keine Freude, aber dennoch nötig ist es, die Eier alle zwei bis drei Tage nachzukontrollieren, um die pilzbefallenen Eier von den Guten zu trennen – bei teils sehr kalten Wassertemperaturen im Winter.

Unterstützt werden die Jugendlichen von der Fischzucht Graf sowie der Zuchtanstalt des Landesfischereiverbandes in Salgen, die die Bachforelleneier bereitgestellt und erbrütet haben und dem Landesfischereiverband, der die Brutbox zu Verfügung gestellt hat. (pm)

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