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17.10.2012

Josef Grünbeck im Alter von 87 Jahren gestorben

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Trauer um Höchstädter Unternehmer und FDP-Politiker

Höchstädt Mit Betroffenheit und Bestürzung wurde gestern in der Region die Nachricht vom Tod des Unternehmers und FDP-Politikers Josef Grünbeck, Höchstädt, aufgenommen. Der frühere Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Kreis- und Stadtrat, FDP-Landesvorsitzende und Firmengründer ist nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren am Montag verstorben.

Die Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH hatte er 1949 gemeinsam mit Ehefrau Loni als Einzelfirma für Wasserchemie und Apparatebau gegründet. 1966 entstand das erste Produktions- und Lieferprogramm. Zwei Jahre später wurde das sogenannte Grünbeck-Beteiligungsmodell der „sozialen Partnerschaft“ entwickelt. Die erste Stufe umfasste eine Gewinnbeteiligung, die zweite eine indirekte Mitarbeiterbeteiligung über die Grünbeck-Mitarbeiter-Beteiligungs-GmbH.

Schließlich wurde die Firma in eine Stiftung umgewandelt, die als Zeck die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie von qualifiziertem Nachwuchs, beides insbesondere im Bereich der Wasseraufbereitung, verfolgt und außerdem die Unterstützung von hilfsbedürftigen Personen umfasst Das Unternehmen bietet heute standortnah über 750 Arbeitsplätze und ist in seinem Marktbereich eine der führenden Firmen. Dem Höchstädter Politiker, der als bayerischer Landesvorsitzender der Liberalen die FDP unter seiner Ägide kurz in den Landtag zurückgeführt hatte und von 1983 bis 1994 Bundestagsabgeordneter war, gelang es immer wieder prominente Liberale in den Landkreis zu bekommen. So kam 1995 Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt eigens angereist, um dem langjährigen Liberalen zum 70. Geburtstag zu gratulieren. Und Hans-Dietrich Genscher fand im April 1995 lobende Worte für den Unternehmer. „Eckig, kantig, liebenswert“, so habe er Grünbeck in Bonn erlebt. Und auch in schweren Stunden habe er, Genscher, gewusst, „auf den kannst du dich verlassen“.

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Eines der Hauptanliegen Grünbecks war neben der Subventionspolitik das Verhältnis zu den Tschechen gewesen. Der Sudetendeutsche, so der ehemalige Außenminister, sei einer derjenigen gewesen, „die zu einem neuen Anfang beigetragen haben“. Durch die Ehrenbürgerschaft seiner tschechischen Heimatstadt Dux habe er ein „europäisches Gütesiegel“ erhalten. Grünbeck, so Genscher, sei der klassische Repräsentant eines Unternehmers in der Sozialen Marktwirtschaft. Und durch die Beteiligung der Mitarbeiter habe er auch liberale Positionen zum Ausdruck gebracht. Josef Grünbeck wurde für seine Verdienste vielfach ausgezeichnet. Er erhielt u.a. die Kommunale Verdienstmedaille, den Ehrenring des Landkreises, war Träger des Bayerischen Verdienstordens und Ehrenbürger Höchstädts. Nach einem schweren Unfall 1995 lebte er zurückgezogen mit seiner Frau Loni in seiner Heimatstadt, bevor er gesundheitsbedingt in einem Pflegeheim weiter versorgt wurde.

„Wir sind sehr traurig – wir verlieren einen wertvollen Menschen und visionären Unternehmer“, so Dr. Günter Stoll, Vorsitzender der Geschäftsführung der Grünbeck GmbH. Die Entwicklung der Firma sei untrennbar verbunden mit dem Unternehmensgründer Josef Grünbeck. „Mit leidenschaftlichem Denken, unternehmerischer Weitsicht sowie Mut und Pioniergeist hat der in den Nachkriegsjahren quasi aus dem Nichts ein großes Unternehmen aufgebaut“, so Geschäftsführer Peter Lachenmeir.

Die Trauerfeier findet am kommenden Freitag um 14 Uhr in der Nordschwabenhalle statt, die Beerdigung im engsten Familienkreis.

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