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Höchstädt

16.06.2009

Jugendbande schlägt Mann fast tot - wegen 300 Euro

Der Bahnhof in Höchstädt.

Wegen 300 Euro Beute schlugen sie ihr Opfer fast tot: Eine Jugendbande hat auf dem Bahnhofsvorplatz in Höchstädt (Kreis Dillingen) einen 53 Jahre alten Mann überfallen.

Sie schlugen ihr Opfer laut Polizei von hinten nieder und traten und prügelten auf den Mann auch noch ein, als er am Boden lag. Währenddessen raubte einer der Jugendlichen aus der Geldbörse des Mannes 300 Euro. Der Mann erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass er gestern Abend im Augsburger Klinikum im Sterben lag. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Nord verschlechterte sich sein Zustand von Stunde zu Stunde.

Es ist ein Vorfall von unfassbarer Brutalität, der sich am Montagabend in der Stadt mit knapp 6700 Einwohnern zugetragen hat: Das 53-jährige Opfer hielt sich laut Polizei gegen 21.15 Uhr an der Bushaltestelle auf dem Bahnhofsvorplatz auf. Eine Gruppe von sieben bis acht Jugendlichen soll Geld von ihm gefordert und ihn niedergeschlagen haben. Unglaublich: Der 53-Jährige konnte zunächst flüchten. Er verständigte aber erst nach einer Verzögerung von circa einer Stunde telefonisch die Polizei. Warum er so lange gewartet hat, ist noch ungeklärt. Er wurde sogar noch von der Kripo Dillingen vernommen und berichtete von dem Überfall. Täterbeschreibungen konnte er nicht geben. Die Ermittler prüfen nun die Aussage des 53-Jährigen. Sie gehen derzeit aber davon aus, dass sich der Vorfall tatsächlich so ereignet hat, wie es das Opfer schilderte.

Dem Opfer geht es immer schlechter

Jugendbande schlägt Mann fast tot - wegen 300 Euro

Das Überfall-Opfer wurde zunächst ins Dillinger Kreiskrankenhaus gebracht, von dort aber rasch ins Augsburger Klinikum verlegt. Die Untersuchungen dort hatten ein schockierendes Ergebnis: Die Kopfverletzungen sind schwerwiegend: "Der 53-Jährige liegt im Koma, man muss auch mit seinem Tod rechnen", sagte gestern Abend Walter Beck, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. Bei Blutungen im Schädel kann es passieren, dass erst Stunden später das Ausmaß der Verletzung klar wird.

Die Polizei hat bislang keine Hinweise auf die Täter. Auf dem Bahnhofsvorplatz gebe es keine Überwachungskameras, so Beck. Die Ermittler hoffen nun auf Zeugen, die etwas Verdächtiges bemerkt haben. Zur Tatzeit sei es noch hell gewesen, daher sind die Polizisten zuversichtlich, dass jemand etwas gesehen hat.

Der Ort steht nach der Tat unter Schock: "Ich bin betroffen und schockiert", sagt Höchstädts Bürgermeisterin Hildegard Wanner unserer Zeitung. Sie warnt davor, einen Zusammenhang mit dem Jugendcafé herzustellen, das im Bahnhof etabliert ist und an zwei Tagen in der Woche geöffnet hat. Auch am Montagabend war das Café bis 19 Uhr geöffnet. Jugendpfleger Benjamin Drose von der Jugendhilfe Seitz ist schockiert. Etwa zehn Jugendliche seien im Café gewesen, keiner sei anders aufgetreten als sonst, sagt Drose: "Es war keiner aggressiv."

Es habe in der Vergangenheit immer wieder Ärger wegen Verunreinigungen rund um den Bahnhofsvorplatz gegeben, sagt die Bürgermeisterin. Es seien aber nicht die Jugendlichen aus dem Café, die für Probleme gesorgt hätten. Der Stadtrat hatte im Herbst das Bahnhofsgelände zur alkoholfreien Zone erklärt. Hildegard Wanner ist erschüttert: "Dass jemand überfallen und lebensgefährlich verletzt wird, hat es dort noch nicht gegeben."

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