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Wetter

11.06.2013

Kampf gegen die Wassermassen

Zwischen Welden und Ehgatten musste das für den Damm verwendete Holz aus den Fluten gefischt werden.
Bild: Marcus Merk

Flüsse in Wertingen und Umgebung treten über die Ufer. Schwerstarbeit für die Helfer

Wertingen Die Laugna mit ihren 20,7 Kilometern Länge ist ein Fluss der Gewässerordnung 3. An manchen Stellen ist sie nicht breiter als ein Bach. Doch in der Nacht von Sonntag auf Montag wurde sie teilweise zu einem reißenden Strom. Für die Menschen, die an der Laugna wohnen, wurde der Fluss mehrere Stunden lang zur Gefahr. Vor allem auf dem Teilstück von Welden bis zur Mündung in die Zusam in Wertingen nahmen die Wassermassen stetig zu. Erst am gestrigen Spätnachmittag entspannte sich langsam die Situation.

Einsatzzentrale im Feuerwehrhaus

Um die Auswirkungen der starken Regenfälle in der Nacht von Sonntag auf Montag – teilweise regnete es gestern auch tagsüber noch aus allen Kübeln – unter Kontrolle zu haben, gaben zahlreiche Einsatzkräfte alles. In Wertingen wurde zur Koordination der Maßnahmen zwischenzeitlich unter Leitung von Bürgermeister Willy Lehmeier ein Krisenstab eingerichtet, in Buttenwiesen kooperierten die Feuerwehren aus Lauterbach und Buttenwiesen eng zusammen. Im Feuerwehrhaus Buttenwiesen wurde eine Einsatzzentrale geschaffen.

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Nicht die gestiegenen Pegel an Laugna und Zusam waren die Hauptursache für die zahlreichen Überflutungen, das rasch abfließende Oberflächenwasser konnte nicht mehr versickern. Grund dafür waren die stark durchnässten Böden durch den Dauerregen in der vergangenen Woche. Reinhard Löffler vom Wasserwirtschaftsamt in Donauwörth berichtete gestern von einer „Starkregenschneise“, die sich in der Nacht von Sonntag auf Montag vom Bodensee her kommend über den Großraum Augsburg bis in die Wertinger Region ausbreitete. Dass die Zusam flussabwärts von Wertingen aus in Richtung Buttenwiesen mehr Wasser führte als oberhalb bei Zusamaltheim, Villenbach oder Altenmünster ist laut Alfred Zinsmeister, Kreisbrandrat des Landkreises Augsburg, der Tatsache geschuldet, dass sich in Wertingen die Wassermengen zweier Flüsse, Zusam und Laugna, addieren. Mit ein Schwerpunkt bei Zinsmeisters gestrigen Einsätzen war der Eisweiher bei Emersacker. Dort drohte am Vormittag ein Damm zu brechen, die Sandsäcke wurden knapp.

Die Feuerwehren im Kreis Dillingen haben nach Mitteilung von Pressesprecher Peter Hurler vom Dillinger Landratsamt in gefährdeten Bereichen Sandsäcke ausgegeben. Vorsorglich wurden auch Sandsäcke der Firma Bausch-Linnemann in Pfaffenhofen zur Verfügung gestellt. „Das sind reine Vorsichtsmaßnahmen“, betont der Kommandant der Feuerwehr Buttenwiesen, Dominik Lindner. Wie er waren in der Region zahlreiche andere Feuerwehrleute in der Region pausenlos im Einsatz, um Keller abzupumpen, Schlamm und Geröll aus den zahlreichen Schmutzfangbecken zu beseitigen oder Straßen zu sperren.

15 Stunden im Dauereinsatz

Die Feuerwehr aus Gottmannshofen wurde kurz nach 2 Uhr in der Nacht zum Montag zur Wertinger Südumfahrung gerufen, wo zwei Autos in den Wassermassen stehen geblieben waren. Dank des Einsatzes der Feuerwehr konnte der Verkehr bald wieder freigegeben werden. Gesperrt wegen Überflutung wurde unter anderem auch die Gemeindeverbindungsstraße von Lauterbach nach Rettingen.

Wie lange Ehrenamtliche wie Dominik Lindner gestern noch ausharren mussten, war gegen 18 Uhr noch nicht abzusehen. Bis zu diesem Zeitpunkt war er bereits 15 Stunden im Dauereinsatz. "Seite 25

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