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Lauingen

17.08.2019

Katja Müller: "Mein Lebensmittelpunkt ist nur noch Lauingen"

Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller an ihrem Schreibtisch.
Bild: Jakob Stadler

Plus Katja Müller erzählt, wie die Vereine die geplanten Kürzungen aufnehmen. Lauingens Bürgermeisterin räumt außerdem mit einem Gerücht auf.

Im Sommerinterview mit unserer Redaktion spricht Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller über das Haushaltskonsolidierungskonzept und die Einschnitte für Vereine, über die Baulast des Martinsmünsters und über das geplante Einkaufszentrum. Sie erklärt, an welchem Punkt die Stadt bei den Umgestaltungen von Herzog-Georg-Straße und Donauufer steht und wie es mit der Kinderbetreuung aussieht. Am Ende beantwortet sie auch private Fragen.

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Lauingen hat ein Haushaltskonsolidierungskonzept beschlossen. Damit hat die Stadt Chancen auf Stabilisierungshilfen, die ihre Schulden halbieren könnten. Es gibt aber Einschnitte. Worauf müssen sich die Vereine einstellen?

Katja Müller: Der Stadtrat hat beschlossen, bei den Vereinen zehn Prozent der Zuschüsse zu kürzen. Und wir werden fünf Prozent der Bauhofkosten auf Vereine umlegen, etwa wenn eine Bühne aufgebaut oder eine Straße gesperrt werden muss. Bei der Hallenbenutzung wird die Gebühr für alles, was über das Jugendtraining hinausgeht, angehoben.

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Wie waren da die Rückmeldungen?

Müller: Wir haben mit den größten Vereinen schon davor Gespräche geführt und alle Vereine angeschrieben und sie darüber informiert, was die Kürzungen für sie bedeuten. Wir hatten auch eine Informationsveranstaltung, um noch offene Fragen zu klären. Die Vereine verstehen, dass man kürzen muss. Natürlich passt es nicht jedem Verein, weil viele finanziell nicht so gut ausgestattet sind.

Wann fällt denn eine Entscheidung?

Müller: Im Oktober findet die Sitzung des Entscheidungsgremiums statt. Danach erfahren wir, ob wir in das Programm aufgenommen wurden.

Stichwort sparen: Wie sehen Sie die Chancen, nach 500 Jahren die Baulast des Martinsmünsters loszuwerden?

Müller: Das kann ich gar nicht einschätzen. Ich habe mir den Originalvertrag zeigen lassen, darin stehen Sachen, die kann man eindeutig zweideutig lesen. Wir suchen uns jetzt einen Anwalt, der Bayerische Gemeindetag hat uns da ebenfalls eine Unterstützung zugesagt. Und dann wollen wir zusammen mit der Kirche eine vernünftige Lösung finden.

In der Juli-Sitzung hat der Stadtrat für ein Einkaufszentrum im Lauinger Osten gestimmt. Ist das eine Gefahr für die Läden im Zentrum?

Müller: Wir haben uns die Entscheidung nicht leichtgemacht. Wichtig ist: Der Cap-Markt muss erhalten bleiben! Da führen wir Gespräche über Synergien des Edeka-Konzerns mit der Hahn-Gruppe. Ich sehe keine gravierenden Schäden für die Innenstadt. Das, was hier angeboten wird, bekommt man nicht im Einkaufszentrum: Zum Beispiel hochwertige Fleischprodukte vom Metzger, frische Backwaren vom Himmelbäck, Blumen von der Gärtnerei Hamaleser. Und auch die Schulsachen kauft man doch trotzdem beim Eismann.

Ein anderes großes Projekt: Die Umgestaltung der Herzog-Georg-Straße. Wie ist denn da der aktuelle Stand?

Müller: Wir hatten vor kurzem einen Termin bei der Regierung von Schwaben. Eigentlich läuft ja Ende September die Frist für die Antragstellung der Zuschüsse ab – uns wurde zugesagt, dass wir die 80-prozentige Förderung auch darüber hinaus erhalten. Außerdem haben wir einen neuen Vorschlag gemacht: Wir wollen das ganze Verkehrskonzept der Innenstadt prüfen und auch die anderen umliegenden Straßen einbeziehen. Die Kosten für diese Untersuchung können auch erstattet werden. Ich habe diesen Plan dem projektbezogenen Ausschuss vorgestellt. Dass wir alles nochmal auf den Prüfstand stellen, wurde positiv aufgenommen. Ich habe das Gefühl, dass das der richtige Weg ist.

Was bedeutet das für den Zeitplan?

Müller: Wenn wir die anderen Straßen einbeziehen, werden es mehr als die bisher angedachten drei Bauabschnitte - eher fünf oder sechs. Vonseiten der Regierung hieß es, dass es dann sinnvoll wäre, zuerst mit den anderen Straßen anzufangen. Das könnte bedeuten, dass die Herzog-Georg-Straße in den nächsten vier Jahren noch nicht umgebaut wird, sondern erst die Straßen rundherum.

Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller spricht über Kürzungen für Vereine. Der Kindergarten und die Herzog-Georg-Straße brauchen Zeit. Müller räumt auch mit einem Gerücht auf.
Video: Jakob Stadler

Auch das Donauufer soll umgestaltet werden. Wann kommen die Bagger?

Müller: Wann die Bagger kommen, kann ich noch nicht sagen. Aber wir haben uns für den Entwurf von Studio B aus München entschieden, das fängt jetzt an zu planen. Ich würde gerne auch die Bürger beteiligen. Ich habe mit einigen Gruppen gesprochen, die mitgestalten wollen. Ich bin offen für so eine Bürgerbeteiligung. Wir schauen jetzt, dass wir das hinbekommen.

Die Bürgerbeteiligung war auch bei der Herzplatz-Aktion enorm. Was bleibt, abgesehen vom Stadthallenvorplatz?

Müller: Da haben alle zusammen geholfen, und ich will diesen Aufbruch in der Bevölkerung nutzen und weitermachen. Wir planen, im Herbst nach Meedensdorf zu fahren und deren Herzplatz zu besuchen. Außerdem habe ich das Ziel, dass wir jedes Jahr ein Projekt in der Stadt gemeinsam umsetzen.

Lauingen plant gerade auch einen neuen Kindergarten.

Müller: Ja, der Auftrag wurde an das Planungsbüro vergeben. Aber das dauert auf alle Fälle noch, unter anderem auch wegen der Förderungen. Es wird bestimmt 2021, bis der Kindergarten bezugsfertig ist. Wir haben aktuell aber 25 Kindergartenkinder und 15 Krippenkinder auf der Warteliste. Deshalb wollen wir eine Übergangslösung finden. Vielleicht kann man bestehende Gebäude nutzen, die Module in der Kurlandstraße erweitern, oder eine Modul-Lösung an einem anderen Standort finden. Wir brauchen dringend Plätze und würden das gerne schneller schaffen!

Gibt es ein Projekt der Stadt, von dem die Öffentlichkeit wenig mitbekommt?

Müller: Wir machen in der Verwaltung gerade eine Organisationsuntersuchung. Wir wollen, dass die Verwaltung effektiver wird. Das hält die Beschäftigten im Haus schon ganz schön auf Trab. Ich will, dass wir als Dienstleister wahrgenommen werden. Dazu gehören auch kleine Änderungen, wie unsere neuen Türschilder. Und das Bürgerbüro wird noch dieses Jahr umgebaut, das ist schließlich unser Aushängeschild.

Sie wohnen ja weiter in Bachhagel, wo ihre Tochter zur Schule geht. Ist Lauingen die zweite Heimat?

Müller: Ich habe gar keine richtige Heimat Bachhagel mehr. Mein Lebensmittelpunkt ist eigentlich nur noch in Lauingen, ich gehe hier auf so viele Veranstaltungen – nicht nur, weil ich beruflich komme, sondern gerne auch privat.

Vielleicht gehört das dazu, wenn man in der Öffentlichkeit steht – aber es gibt immer wieder Gerüchte über ihr Privatleben. Wollen Sie dazu etwas sagen?

Müller: Ja, ich bin nicht schwanger! Das Gerücht kursiert immer wieder. Ich sage auch gerne mal bei Terminen, dass das nicht stimmt. Ich weiß aber auch nicht, warum so ein Gerücht entsteht. Vielleicht ist das so, wenn man jung ist und eine neue Beziehung hat.

Man sieht: In Lauingen ist viel los. Urlaub muss trotzdem sein. Wo geht’s hin?

Müller: Ich habe jetzt drei Wochen Urlaub. Die erste Woche fahren wir an den Gardasee, danach bin ich auch mal zu Hause. Und dann geht’s noch für drei Tage mit meiner Tochter ins Kinderhotel. Und am 6. September steht noch das Lauinger Ferienprogramm an: Ich fahre mit meiner Tochter und hoffentlich vielen Lauinger Kindern in den Kletterwald nach Schloss Scherneck.

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