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16.09.2007

Kein vereintes Europa ohne geistliche Dimension

Dillingen (vN) - Auch wenn die Europäische Union mittlerweile 27 Mitgliedsstaaten mit 480 Millionen Menschen umfasse, sei das "Haus Europa" noch nicht fertig. Vor allem nach innen gerichtet, gebe es noch viel zu tun. Dies, so betonte Bayerns Innenminister und designierter Ministerpräsident, Dr. Günther Beckstein in seiner Laudatio bei der Verleihung des Europäischen St.-Ulrichs-Preises am Samstagabend im Goldenen Saal der Akademie, sei aber nicht allein mit Gesetzen und Verordnungen zu schaffen, es brauche die Menschen dazu, die sich der Vielfalt und der Unterschiede, aber auch der Gemeinsamkeiten bewusst sind.

Eine der herausragenden Persönlichkeiten, die zur Gestaltung Europas und zur Verständigung der Völker einen wichtigen Beitrag schon geleistet haben und noch immer leisten, sei Miloslav Kardinal Vlk. Laut Beckstein reflektiert sein Lebenswerk die konfliktreiche Entwicklung Europas in den letzten Jahrzehnten. Den von ihm kurz skizzierten Lebenslauf des Preisträgers (siehe eigenen Artikel) nannte der Minister - zumindest aus westlicher Sicht - sehr ungewöhnlich: "Vom Fensterputzer zu einem der bedeutendsten Vertreter der katholischen Kirche in Europa." Und an den zu Ehrenden gewandt, sagte der Redner: "Ihr Land, die Tschechische Republik, ist stark atheistisch geprägt. Doch für Sie ist dies kein Grund zum Resignieren. Mit großer Zuversicht und Optimismus, der einem tiefen Vertrauen in Gott entspringt, beschreiten Sie neue Wege in der Seelsorge." Neue Wege brauchten wir auch in Europa, betonte der Redner, damit die Gemeinschaft noch mehr nach innen gefestigt wird. Beckstein sprach die Überzeugung aus, dass es ein vereintes Europa ohne geistliche Dimension der Werte nicht geben könne. Deshalb habe sich Bayern auch dafür eingesetzt, dass in den neuen EU-Verträge ein Gottesbezug enthalten sein sollte. Es sei ihm auch ein persönliches Anliegen betonte Beckstein, "dass sich eine Wertegemeinschaft entwickelt, der das christliche Menschenbild zugrunde liegt".

Wahrung der Schöpfung und Würde des Menschen

Hinter allen aktuellen Themen von Umweltschutz bis Außen- und Sicherheitspolitik, so der Minister, stehe die Wahrung der Schöpfung und die Würde des Menschen. Auch hier seien die Prinzipien der Menschenrechte, der sozialen Gerechtigkeit, der Freiheit und des Friedens anzuwenden. Dabei dürfe man im Sinne Vlks "die geistliche Dimension, die Europa braucht, nicht nur predigen". Beckstein wörtlich: "Wir müssen sie bezeugen, wir müssen sie mit Leben erfüllen und in unseren Alltag einbringen. So entfalten sich christliche Werte auch in den staatsbürgerlichen, sozialen und politischen Prinzipien" (siehe auch S. 29 und 30).

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