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Lauingen

11.06.2019

Keine Rettungsgasse bei Lauingen: Welche Folgen das haben kann

Ehrenamtliche Helfer hatten am Freitag Probleme, zur Unfallstelle auf der B16 zu gelangen.
Bild: Mario Obeser

Plus Auf der B16 blockierten am Freitag Autofahrer den Weg der Rettungskräfte. Was das für die Helfer bedeutet - und was den Autofahrern droht.

Als am Freitag zwei Autos auf der B16 bei Lauingen ineinanderkrachten und zwei Menschen verletzt wurden, kamen die Helfer kaum zur Unfallstelle. Die Autofahrer bildeten keine Rettungsgasse. Noch dazu wendeten einige von ihnen, was den Rettungskräften den Weg zusätzlich erschwerte. Besonders dreist war der Fahrer eines Wohnwagengespanns, der laut Polizei seinen Anhänger abkoppelte, um zuerst sein Auto zu wenden und den Wohnwagen anschließend wieder anzuhängen (Zwei Verletzte bei Unfall auf der B16 bei Lauingen ).

Die Lauinger Feuerwehr wurde von Autofahrern blockiert

Lauingens Kommandant Martin Koller, der auf dem Weg zur Unfallstelle von den Autofahrern blockiert wurde, ärgert sich. Immerhin: „Bei uns passiert das Gott sei Dank nicht so häufig“, sagt er. Bei Unfällen auf Landstraßen staue sich der Verkehr weniger, und eine Autobahn gibt es im Landkreis nicht. Auf der viel befahrenen B16 komme es glücklicherweise seltener zu Unfällen als früher. Das macht eine Situation wie am Freitag jedoch nicht weniger ärgerlich. „Wir sind ja bemüht, den Verkehr so schnell wie möglich aufzulösen“, sagt Koller. Je schneller die Helfer da sind, desto schneller ist die Unfallstelle geräumt und sind Umleitungen eingerichtet. Mal ganz davon abgesehen, dass im schlimmsten Fall Verletzte auf einen Notarzt warten und Zeit verloren geht, die über Leben und Tod entscheiden kann.

Die Dillinger Polizei erklärt, was den Autofahrern droht

Katharina von Rönn von der Dillinger Polizei nennt das Verhalten der Autofahrer „absolut nicht nachvollziehbar“. Verletzte, die auf der Fahrbahn liegen und auf einen Rettungsdienst warten – weil anderen Verkehrsteilnehmern die Geduld fehlt. „Die denken da nicht nach.“ Sie beobachtet, dass Menschen, die in so einer Situation im Stau stehen, immer weniger dazu bereit sind, das Richtige zu tun: zu warten. Auch als die Straße später noch einmal kurz gesperrt war, als die Unfallwagen abtransportiert wurden, wendeten wieder Autofahrer, um dem Stau zu entkommen.

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Dabei gilt: „Wenden auf der Bundesstraße ist nicht erlaubt. Auch dann nicht, wenn die Autos stehen.“ Keine Rettungsgasse zu bilden, kostet laut Bußgeldkatalog 200 Euro, hinzu kommen zwei Punkte. Wenn, wie es am Freitag der Fall war, Rettungskräfte behindert werden, erhöht sich die Strafe auf 240 Euro, zu den zwei Punkten kommt ein Monat Fahrverbot. Dabei geht es nur um den Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung – eine Nötigung nachzuweisen sei allerdings meist schwer, so die Polizistin. Die Autofahrer, die am Freitag den Weg blockierten, kommen wohl ohne Strafe davon. Der Polizei fehlen die Kennzeichen der Blockierer. Die Einsatzkräfte kümmern sich schließlich vorrangig um die Verletzten und um die Unfallstelle.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Rettungsgasse: Höhere Strafen wären angemessen

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