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Theater

16.01.2020

Kicklinger Klischees und ihre Folgen

Die Freunde Anton und Quirin haben Feriengast Karlheinz Ruf dazu überredet, in die Rolle eines Arztes zu schlüpfen. Er soll beide Ehefrauen davon überzeugen, dass sie dringend einen Kuraufenthalt benötigen.
Bild: Horst von Weitershausen

Plus Die Laienspieler setzen dieses Mal auf Vorurteile und Geschlechterkampf. Dem Publikum gefällt’s.

„Urlaub vom Ehebett“, eine Komödie in drei Akten von Werner Ohnemus, bringen die Laienspieler aus Kicklingen dieses Jahr auf die Bühne – und damit großem Erfolg. Alle acht Vorstellungen waren schnell ausverkauft. Und die Besucher wurden belohnt. Denn, dass was das Laienensemble um Regisseur Konrad Lachenmayr auf der Bühne des Schützenheims aufführte, war gespickt mit Situationskomik und bissigem Humor. Da spielte besonders die Tatsache eine Rolle, dass der Geschlechterkampf sich wie ein roter Faden durch die Komödie zieht und über beinahe vier Stunden das Publikum unterhält. Besonders muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Konrad Lachenmayr in seiner Rolle als Arzt spielender Feriengast Karl Heinz Ruf dermaßen witzig und humorvoll brilliert, dass im Publikum kein Auge trocken bleibt.

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Ein dubioser Arzt kommt zum Wilden Ochsen

Kurz zum Inhalt des Stücks und seine Darsteller: Die beiden Freunde und Nachbarn Bauer Anton Schlickenmoser (Wolfgang Jall) und Quirin Dreschhofer (Thomas Bawidamann), wollen ihrem geknechteten Leben entfliehen und ein paar Wochen von ihren Frauen Rosa (Petra Grundgeiger) und Barbara (Sabrina Ehnle) Urlaub machen. Doch die Frauen haben nicht nur die ledige Kreszenz (Alexandra Schmid) als Spionin. Der Feriengast Karl-Heinz Ruf bringt den leidenden Männern die rettende Lösung. Er gaukelt den beiden im Frauenbund „Zartes Blümlein“ organisierten Hausdrachen einen Arzt vor und nach einer Untersuchung schickt er die Herren auf eine Kur. Die Kur ist in Bad Nienacht, wo Anton Schlickenmoser 15 Jahre vorher schon einmal zur Erholung war.


Kicklinger Klischees und ihre Folgen
30 Bilder
Das sind die Kicklinger Klischees
Bild: Horst von Weitershausen


Nach der erfolgreichen Täuschung streben die beiden Freunde nicht das Sanatorium an, sondern die Pension Zum Wilden Ochsen. Der Wirt dieser Pension, Maximilian Prächtig (Herbert Gallenmiller), ist ein alter Bekannter von Anton Schlickenmoser und freut sich über die beiden lustigen Gesellen. Mit den zwei Kurschatten Lisa (Franziska Lachenmayr und Amanda (Agnes Gallenmiller) wächst das Vergnügen von Tag zu Tag. Doch die daheim gebliebenen Ehefrauen bekommen Sehnsucht nach ihren Männern und beschließen, die Beiden im Sanatorium zu besuchen. Doch zu allem Übel finden die Frauen ihre Ehemänner nicht im Sanatorium und Glauben zunächst an ein Unglück.

Es gibt aber auch Kritik

Sie sind aufgebracht und entscheiden sich ahnungslos für eine Übernachtung in der Pension Wilder Ochse. Wie dabei ein gemütliches Weinstüberl zur Hölle auf Erden werden kann, wie aus Schattengewächsen Traummänner werden, zeigt sich im Laufe des Stückes.

Auch welche Rolle Polizist Xaver Woassfuass (Wolfgang Lachenmayr) dabei spielt. Trotz aller Klischees, die Zuschauer lachten herzhaft und spendeten anhaltenden lautstarken Schlussbeifall.

Einziger Kritikpunkt einer gelungenen Theateraufführung: Vier Stunden sind zu lang. Selbst wenn man was zu Lachen hat.

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