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Gesamtausgabe

12.05.2011

„Kleine und große Gedichte“

Manfred Hintermayr und sein Buch „Zeit und Leut. Gedichte in schwäbischer Mundart“.
Bild: Foto: Salvamoser

Manfred Hintermayr bringt zum Jubiläum ein neues Hyazinth-Wäckerle-Buch heraus

Dillingen Manfred Hintermayr blättert in dem schmalen Bändchen. „Neue Gedichte in schwäbischer Mundart“ steht außen auf dem schwarz-weißen Titel, die Seiten vergilbt. Diese Originalausgabe eines Hyazinth-Wäckerle-Buchs von 1881 hat der 71-Jährige vor sieben Jahren von einem Freund geschenkt bekommen. Die Gedichte gefielen ihm, er suchte nach neuen Ausgaben. Aber: „Es gibt nichts Aktuelles.“ Bis jetzt. Denn Hintermayr hat sich selbst ans Werk gemacht und eine neue Ausgabe mit Gedichten des Heimatdichters herausgegeben. Seit Kurzem gibt es „Zeit und Leut. Gedichte in schwäbischer Mundart“ bei Bücher Brenner in Lauingen zu kaufen.

Warum? „Um das Schwäbische weiterleben zu lassen“, erklärt er. Wäckerle kannte Hintermayr als gebürtiger Lauinger aus der Schule, mit Lyrik aber hatte er sich bis dahin nicht eingehend beschäftigt.

Einige Male sei er ins Staatsarchiv Augsburg gefahren, habe im Lauinger Stadtarchiv und im Ichenhausener Schulmuseum recherchiert. Die Suche nach einer Gedichtsammlung, die Wäckerle „Gelbfüßler“ betitelte, blieb leider erfolglos. Der Band, den der Heimatdichter nach drei Büchern herausgegeben hatte, ging vermutlich während des Zweiten Weltkriegs verloren.

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Schwäbische Wörter übersetzt

Trotzdem sind in Hintermayrs 423 Seiten starkem Band, den der Lauinger J. Paul Menz illustrierte, 291 Gedichte enthalten. „Das Ziel war eine Gesamtausgabe“, sagt der frühere Controller, der sein Buch selbst gestaltete. Zu fast allen „kleinen und großen Gedichten“, wie er die Sammlung charakterisiert, gibt es Fußnoten mit der hochdeutschen Übersetzung einzelner schwäbischer Ausdrücke oder kurze Biografien der in den Gedichten genannten Personen.

Für die Antwort auf die Frage, was den Dichter ausmacht, braucht Hintermayr nicht viel zu sagen. Lächelnd verweist er auf den Klappentext seines Buches. „Hyazinth Wäckerle kennt seine Schwaben. Ironisch, aber auch liebevoll beschreibt er die Schwächen und Stärken seiner Landsleute“, ist dort zu lesen. Auf der Suche nach einem Lieblingsgedicht blättert Hintermayr durch das Buch, dessen Titel eine historische Aufnahme der Herzog-Georg-Straße ziert, – und wird nicht fündig. Egal, welche Seite er aufschlage, ihm gefielen alle.

Der Festakt der Fanfare Brass Band zum 175. Geburtstag von Hyazinth Wäckerle mit Musik, Poetry Slam und Festreden beginnt um 16 Uhr am Sonntag, 15. Mai, in der Aula der Lauinger Mittelschule.

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