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Parteitag

16.09.2019

Klimawandel: Es bleiben fünf bis zehn Jahre

Ein Augsburger Professor referiert bei der Dillinger SPD

Professor Stefan Murza sprach auf dem Parteitag des SPD-Unterbezirkes Dillingen zum Thema „Klimawandel: Vom Notstand zu Lösungsmöglichkeiten“ und forderte ein Ende des „Ja – aber“ in der Klimapolitik. Tobias Rief ergänzte dessen Ausführungen mit einem Referat zu „Wege zur nachhaltigen Verkehrswende auf kommunaler Ebene“.

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Dass sich das Weltklima wandelt, sei nicht Neues, führte Murza von der Hochschule Augsburg aus. Neu seien aber die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Klimaveränderung insbesondere in den vergangenen Jahrzehnten infolge der steten Verdickung der Erdatmosphäre durch die CO2-Konzentration seit den 1950-er Jahren. Als Wissenschaftler sehe er seine Aufgabe, über den klimatischen Notstand aufzuklären und Lösungswege aufzuzeigen, um die sich abzuzeichnende Klimakatastrophe abzuwenden und deren Folgen zumindest einzudämmen. Es blieben nur noch fünf bis zehn Jahre Zeit, um umzusteuern und eine Klimaneutralität herbeizuführen. Danach drohe das Klima zu kippen mit drastischen Auswirkungen wie etwa Dürrekatastrophen, verheerenden Taifune und Hurrikane, Überschwemmungen und mehr. Durch das Schmelzen der Eisflächen würde die Sonneneinstrahlung nicht mehr durch das Eis reflektiert, sondern das Meerwasser erwärmt, sodass die Klimaerwärmung sich beschleunige. Ein sich selbst verstärkender Effekt trete auch durch das Auftauen des Permafrostes auf. Dadurch werde Methangas in so großen Mengen frei, dass die Atmosphäre dadurch zehnmal stärker belastet werde als durch CO2.

Selbst das Matterhorn drohe durch das wegschmelzende Eis instabil zu werden, führte Professor Murza laut Pressemitteilung aus. Folge der Erwärmung des Meerwassers sei eine Thermodynamik, welche sich in häufige und heftige Stürme verwandle. Außerdem würden sich die Wasserströme in den Meeren verändern, so etwa der Golfstrom. Dadurch veränderten sich auch die Luftmassenströme, welche sich mäanderförmig veränderten mit der Auswirkung, dass es lange Dürrezeiten, aber auch strenge Winter geben könne. Viele Regionen der Welt würden infolge der Dürre und Wetterextreme unbewohnbar werden und die dort lebenden Menschen zu einer Massenmigration zwingen, um überleben zu können. Auch wenn Politiker das Wort Verzicht ungern in den Mund nähmen – so der Redner – führe kein Weg daran vorbei, unseren Lebensstandard zu senken: keine Produkte mit Palmöl zu verwenden, auf Fern- und Flugreisen zu verzichten und den Fleischkonsum einzuschränken. Letzteres, um Fleisch- und Sojaimporte aus Südamerika zur Schonung des für das Weltklima wichtigen Regenwaldes im Amazonasgebiet zu reduzieren. Auch dürfe kein in den USA per Fracking gewonnenes Flüssiggas nach Europa importiert werden. Stellvertretender UB-Vorsitzender Tobias Rief forderte im Hinblick auf den Klimawandel eine Verkehrswende nicht nur in Ballungsräumen, sondern auch im ländlichen Bereich. Der öffentliche Personennahverkehr müsse ausgebaut und für alle Altersklassen nutzbar und attraktiv gestaltet werden.

Mit einem digitalen Informationssystem „wer muss wann wohin“ sei es möglich, den individuellen Bedarf zu bündeln und die Nutzung des öffentlichen Verkehrs mit E-Bussen oder E-Taxis attraktiv zu machen. Dazu sollten sich die umliegenden Städte und Gemeinden zur Kostenminderung zusammenschließen. (pm)

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