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Dillingen

07.07.2020

Kommen im Kreis Dillingen wegen Corona heuer mehr Babys zur Welt?

Auch die Geburtshilfe Dillingen hat wegen der Corona-Pandemie einiges umgestellt.
Bild: Arno Burgi/dpa/Symbolfoto

Plus Die Corona-Pandemie hatte auch Auswirkungen auf die Dillinger Geburtshilfe am Krankenhaus. Manche Mamas haben es eilig, manche Papas weniger. Und der 7. Juli war ein besonderer Tag.

Nein, leicht haben es die Mamas, die jetzt entbinden, wirklich nicht. Sie sind umzingelt von Mund-Nase-Masken, und der Liebste darf genau eine Stunde am Nachmittag vorbeischauen. Vielleicht erklärt es sich so, dass immer mehr Frauen zurzeit bereits wenige Stunden nach der Entbindung das Dillinger Kreiskrankenhaus verlassen.

Isabel Heigl, Sprecherin der Dillinger Hebammen, merkt, dass die Zahl der ambulanten Geburten seit Ende März gestiegen ist. „Die gab es früher auch – aber jetzt ist es schon Routine.“ Auch Hausgeburten sind gefragter und werden öfter durchgeführt. Gründe dafür fallen der Hebamme gleich einige ein.

In der Dillinger Geburtshilfe gibt es vorrangig Einzelzimmer für die Mütter

„Ich denke, es ist eine Mischung aus Angst vor dem Coronavirus, dem Drang, heim zur Familie und raus aus dem Krankenhaus.“ Entscheiden sich Mütter, nur einen Tag zu bleiben, werden daraus oft zwei. Fast immer steht laut Heigl ein Einzelzimmer zur Verfügung, wo die Frauen es ruhig und schön haben. Andererseits fehlen die Lieben. Und auch für die Geschwisterkinder sei es nicht leicht. „Aber nach drei Tagen sind Mama und Baby in der Regel schon wieder daheim.“

Vieles habe sich bei der Dillinger Geburtshilfe geändert. Erst wurde eine Corona-Station eingerichtet, um jegliche Durchmischung zu verhindern. Diese wurde inzwischen aufgelöst. Doch einen eigenen Kreißsaal für Schwangere, die an Covid-19 erkrankt sind oder unter dem Verdacht stehen, gibt es immer noch. „Der sieht völlig unbenutzt aus, so rein ist er“, sagt Heigl.

Sie und ihre Kolleginnen tragen den Mundschutz jetzt nicht mehr nur im OP, sondern immer. Auch die Papas, die bei der Geburt im Kreißsaal nach wie vor dabei sein dürfen, sind dazu verpflichtet. Nur die Mütter nicht. Manchmal sei die Nuschelei durch die Maske nur schwer zu verstehen, sagt die Hebamme. „Aber alles ist machbar.“

Was sich seit 20. März bei der Dillinger Geburtshilfe alles verändert hat

Und inzwischen, seit 20. März, habe man sich an einiges gewöhnt. „Überall haben wir Desinfektionstücher. Unsere Kugelschreiber müssen jetzt auch immer gereinigt werden. Die Kuschelkissen haben wir aus hygienischen Gründen abgeschafft.“ Die Hebammensprechstunde wurde ausgesetzt. Demnächst fängt sie wieder an. Auch die Kurse für Schwangere und frischgebackene Mamas starten erst allmählich. Aber dann mit weniger Teilnehmerinnen, damit der nötige Abstand eingehalten werden kann. „Wir haben viel gelernt. Es geht auch anders.“ Der Rückbildungskurs kann vorerst nur online abgerufen werden.

Dillinger Hebamme lobt die Schwangeren

Lob gibt es auch für die Schwangeren, die sich vorbildlich isoliert hatten in der Hochphase. Die meisten hätten gar nicht hinausgewollt, auch nicht zu einem Kurs. Manche Papas dagegen tun sich schwer mit der befristeten Besuchszeit. Denken, es fällt nicht auf, wenn sie länger als eine Stunde bleiben. Sie irren, sagt Heigl.

Wird 2020 im Kreis Dillingen ein Jungen- oder ein Mädchenjahr?

Und, hat der Lockdown zu mehr Zweisamkeit und damit zu mehr sogenannten Corona-Babys geführt? Diese Frage will Isabel Heigl noch nicht abschließend beantworten. „Es macht den Eindruck, als würden heuer mehr Babys zur Welt gebracht. Aber wir sollten bis zum Ende des Jahres abwarten, wie viele wirklich kommen.“

Der Schnapszahltag in dieser Woche war schon vielversprechend: Drei Babys kamen am Dienstag, dem 7.7.20, zur Welt, mehr als an den sechs Tagen zuvor. Welches Geschlecht in diesem Jahr häufiger das Licht der Welt erblickt, steht schon fest: 2020 ist wieder ein Jungenjahr, so wie die meisten. Da ist sich die Hebamme sicher. Mädchenjahre seien generell selten.

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