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Peterswörth

09.12.2019

Kommt ein Weihnachtsbaum geflogen…

In Peterswörth flogen am Samstag wieder Bäume durch die Luft. Auf dem Bild versucht sich Cello Teichmann (links). Die Feuerwehr hat das Christbaumwerfen erneut organisiert.
Bild: Kim Schuhmacher

In Peterswörth gilt es, eine Fichte möglichst weit zu werfen. Die Teilnehmer verwenden ganz unterschiedliche Techniken.

Beide Hände fest um den Stamm der Fichte geschlossen und dann mit einer schwungvollen Drehung aus der Hüfte den Baum mit ganzer Kraft von sich geschleudert. Der Baum fliegt und fliegt und landet dann fünf Meter weiter auf dem Boden. Ein Christbaum, der durch die Luft fliegt? Für manchen wohl nur schwer vorstellbar. In Peterswörth aber Realität.

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Der Gewinner bekommt einen Christbaum umsonst

Dort organisiert die Feuerwehr jedes Jahr das Christbaumweitwerfen. Vergangenen Samstag haben zahlreiche Teilnehmer wieder fleißig Fichten geworfen. Auch Vorjahressiegerin Romy Hauf aus Peterswörth ist wieder dabei. „Natürlich wollen wir den Verein und die Veranstaltung unterstützen, aber hauptsächlich machen wir mit, weil es Spaß macht und wir natürlich, wie jeder andere auch, einen Christbaum brauchen“, sagt sie. Denn derjenige, der den Baum am weitesten wirft, bekommt einen Weihnachtsbaum gratis.

Aus der Hüfte, wie ein Speer oder die "Überkopftechnik"

Jeder wendet dabei verschiedene Techniken an, manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich. Während einige die sogenannte „Überkopftechnik“ praktizieren und den Baum wie einen Speer gebrauchen, schleudern andere den Baum mit Schwung aus der Hüfte, wie beim Auswurf eines Fischernetzes, und die Bäume fliegen teilweise sogar 14 Meter weit. „Eine besondere Technik habe ich nicht. Ich werfe einfach so weit wie möglich“, erklärt Romy Hauf auf die Frage, welche Technik sie denn benutze. Gewonnen hat in diesem Jahr Johannes Winkler aus Peterswörth.

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Jeder, der werfen möchte, muss einen Euro Gebühr zahlen, und geworfen wird ausschließlich mit zwei Fichten, die jeweils zwischen fünf und sieben Kilogramm schwer sind, denn Tannen sind zu wertvoll. Die stehen dann zum Verkauf, der nach dem Weitwurf eröffnet ist und ebenfalls viele Besucher anlockt. „Wir wussten gar nichts vom Weitwurf“, sagt Besucher Helmut Bächle. „Wir sind nur hier, weil wir einen Christbaum kaufen wollen.“

Mehrere Vereine profitieren von der Aktion

Bereits zum zehnten Mal fand der Christbaumverkauf der Feuerwehr Peterswörth dieses Jahr statt. Der Weitwurf wurde allerdings erst sechs Jahre nach Beginn eingeführt, als die Jugendfeuerwehr gegründet wurde und sich auch in die Veranstaltung einbringen wollte. Der gesamte Erlös kommt daher der Feuerwehr zugute. Die Jugendfeuerwehr erhält das Geld, das beim Weitwurf und bei Speisen und Getränken eingenommen wird, und die Feuerwehr den Ertrag des Verkaufs. Außerdem verkauft der Peterswörther Kindergarten Plätzchen und Waffeln.


Jährlich werden etwa 200 Bäume angeboten. Die Feuerwehr kümmert sich um alles, sagt Andreas Bader, der Vorsitzende der Feuerwehr. Jeder verkaufte Baum wird mit Namen und Adresse beschriftet und von der Feuerwehr zum Käufer nach Hause gebracht. Im Januar kommt dann die Abteilung Fußball des SSV und sammelt die Bäume wieder ein. Im Vordergrund der gesamten Veranstaltung steht das Ehrenamt, die Dorfgemeinschaft und natürlich der Spaß. „Wir wollten damals einen Treffpunkt im Winter für das ganze Dorf, und dann ist uns die Idee für den Christbaumverkauf gekommen“, erklärt der Vorsitzende. Dementsprechend sind viele Stammgäste und Dorfbewohner da, doch gelegentlich finden sich auch ein paar fremde Gesichter ein, so zum Beispiel Zuschauer Werner Schmid. „Wir haben durch die Zeitung von dieser Veranstaltung erfahren und dachten uns, wir schauen mal vorbei“, erzählt er.

Viel Spaß hatten die Teilnehmer beim Christbaumweitwerfen in Peterswörth.
32 Bilder
Wenn Christbäume durch Peterswörth fliegen
Bild: Kim Schuhmacher


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