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Projekt

06.12.2013

Kommt eine neue Erdgasleitung durch den Kreis?

Wasserwirtschaftsamt hat Bedenken – und zwar vor allem wegen des Baus

Landkreis Von Russland über Italien und Österreich, durch den Landkreis Dillingen: So könnte der Weg von Erdgas in Zukunft aussehen. Könnte. Denn im Moment geht es beim Projekt Leitungsbau Monaco II nicht voran. Das hat mehrere Gründe. Und einer liegt unter der Erde im Landkreis.

Doch der Reihe nach: Im Netzentwicklungsplan 2012 wurde festgestellt, dass es Bedarf für eine Fernleitung für Erdgas im Süden Deutschlands gibt. Sie sollte von Burghausen an der Grenze zu Österreich bis nach Amerdingen führen, sagt Franz Thielmann. Er ist landwirtschaftlicher Sachverständiger von Bayernets, dem Unternehmen, das derzeit an den Planungen arbeitet. Das Projekt wurde in zwei Phasen untergliedert: Monaco I und Monaco II. Die erste geht von Burghausen nach Finsing bei München, die zweite von Finsing nach Amerdingen – und durchschneidet dabei den Landkreis Dillingen. Rund 130 Kilometer soll die Trasse lang werden. Doch wo soll sie verlaufen?

Bereits im Frühjahr wurde das Projekt unter anderem im Stadtrat in Höchstädt vorgestellt. Zwei Trassenvarianten gab es zur Auswahl. Zum einen die, die parallel zur bereits bestehenden Leitung bei Blindheim, nördlich von Oberglauheim und westlich von Unterliezheim verläuft. Sie wurde vom Rat favorisiert, sagt Bürgermeisterin Hildegard Wanner. Die zweite Variante sollte bei Schwenningen verlaufen. Planer Thielmann favorisiert sie. Wie im Raumordnungsverfahren (siehe Infokasten) üblich, wurden anschließend die Träger der öffentlichen Belange eingebunden. Und das Wasserwirtschaftsamt in Donauwörth beurteilt die Planungen kritisch.

Kommt eine neue Erdgasleitung durch den Kreis?

Das Problem sei dabei nicht die Leitung selbst, sagt Wasserexperte Andreas Gorbauch, sondern der Bau. Um die Leitung zu verlegen, muss man rund 2,60 Meter tief in den Boden graben. Dabei werde die oberste Bodenschicht aufgebrochen, so Gorbauch. Sie jedoch wirke wie eine Art Filter und schütze das Wasser vor Keimen und Schadstoffen: „Der Trinkwasserschutz ist sehr wichtig.“ Bei Schwenningen gehe die Trasse durch das Wasserschutzgebiet. Bei Blindheim handle es sich um ein Vorranggebiet zur Wasserversorgung. Bayernets-Projektleiterin Christine Böhmert sagt dazu, die Regeln würden deutlich strenger ausgelegt als in den vergangenen 50 Jahren.

Landratsamt ist Genehmigungsbehörde

Christa Marx, Leiterin der Abteilung für Bau und Umwelt am Landratsamt, kennt diese Problematik. In einem anderen Fall habe es Probleme mit einer Stromleitung gegeben. Das Landratsamt sei die Genehmigungsbehörde, sagt sie, und in der ersten Stufe des Raumordnungsverfahrens würden eben alle Träger öffentlicher Belange abgefragt. Wie das Verfahren ausgeht, kann sie nicht abschätzen.

Bei der Bayernets hat man das Projekt Monaco II derzeit auf Eis gelegt und kümmert sich jetzt erst einmal um Monaco I. Ob eine Trasse im Landkreis 2018, wie ursprünglich geplant, gebaut werden kann, das kann Thielmann nicht sagen. Im Frühjahr 2014 wollen er und seine Kollegen beginnen, die aufgeworfenen Fragen abzuarbeiten. Böhmert sagt, sollte das Raumordnungsverfahren abgeschlossen sein, werde man die Bundesnetzagentur fragen, ob man die Planungen weiterführen solle.

Im Netzentwicklungsplan 2013 ist das Projekt übrigens nicht mehr aufgeführt.

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