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Kreis Dillingen

21.04.2015

Konflikt zwischen Feuerwehr und Stadt verschärft sich

32 Jahre alt ist das Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Lauingen. Die Wehr wünscht sich, dass das Fahrzeug ersetzt wird – doch dafür fehlt in Lauingen derzeit das Geld. Nach Angaben der Feuerwehr werden solche Fahrzeuge üblicherweise nach 25 Jahren ersetzt.
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32 Jahre alt ist das Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Lauingen. Die Wehr wünscht sich, dass das Fahrzeug ersetzt wird – doch dafür fehlt in Lauingen derzeit das Geld. Nach Angaben der Feuerwehr werden solche Fahrzeuge üblicherweise nach 25 Jahren ersetzt.
Bild: FFW

Die Freiwillige Feuerwehr Lauingen fühlt sich alleingelassen und stellt ab sofort ihre freiwilligen Tätigkeiten ein. Diese Entscheidung hat nun folgende Konsequenzen.

Eigentlich hätten die Erzieherinnen der Lauinger Kindergärten heute Abend eine Brandschutzunterweisung bekommen sollen – doch die fällt nun aus. Denn die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Lauingen und der Stadt haben sich verschärft. Die Feuerwehr stellt ab sofort ihre freiwilligen Tätigkeiten wie Absperrdienste oder Infoveranstaltungen ein. Der Absperrdienst beim Aufstellen des Maibaums etwa soll in diesem Jahr nicht stattfinden.

Stephan Böhm, Kommandant der Lauinger Feuerwehr, sagt: „Wir haben jetzt die Notbremse gezogen.“ Wie bereits berichtet gibt es mehrere Punkte, die die Feuerwehr moniert. Zum einen müssen aus Sicht der Feuerwehr alte Fahrzeuge unbedingt ausgetauscht werden. Tanklöschfahrzeug und Drehleiter sind 32 Jahre alt – üblicherweise würden Fahrzeuge dieses Typs nach 25 Jahren ersetzt, so Böhm. Das Risiko eines technischen Defekts während eines Einsatzes werde bei zunehmendem Alter des Fahrzeuges größer. Die Beschaffungsphase für solche Fahrzeuge beträgt laut Kommandant Böhm rund zwei Jahre. Wenn etwa die Drehleiter jetzt kaputtgehe, müsse ein Leihfahrzeug gemietet werden – in zwei Jahren würden so laut Böhm rund 70000 Euro an Leihgebühren anfallen.

Feuerwehr fühlt sich von der Stadt Lauingen alleingelassen

„Wir wollen mit der Beschaffung jetzt anfangen. Wir wollen eine Zusage, dass wir Ende 2016 ein neues Tanklöschfahrzeug haben“, sagt Böhm. Die Diskussion um die Beschaffung neuer Fahrzeuge ist aber nicht der einzige Punkt, bei dem es zwischen Feuerwehr und Stadt Meinungsverschiedenheiten gibt. Die Feuerwehr fühlt sich von der Stadt alleinegelassen, gerade auch, wenn es um Engpässe beim Einsatzpersonal geht. „Ich muss doch von der Verwaltung und von der Politik erwarten können, dass dieses Problem den Bürgern nähergebracht wird“, sagt Böhm. Politik, Verwaltung und Feuerwehr sollten gemeinsame Ideen entwickeln, wie der negativen Personalentwicklung entgegengetreten werden könne, so Böhm weiter.

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Auch in der Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauamt habe es Probleme gegeben. Böhm kann nicht verstehen, warum die Planungszeit für einen Anbau an das Gerätehaus fünf Jahre in Anspruch nahm. Sinn und Zweck des Anbaus sei es, dass die motorisierten Fahrzeuge im Warmen stehen sollten. Kälte könne sich auf die Einsatzfähigkeit auswirken. „Wir werden oft so hingestellt, als wollten wir Luxusdinge. Aber es geht einfach um die speziellen Bedürfnisse der Feuerwehr.“

Böhm würde sich wünschen, dass sich Vertreter der Stadt und Vertreter der Feuerwehr an einen Tisch setzen. „Man kann mit uns reden. Die Tür ist von unserer Seite aus nicht zu.“

Bürgermeister Schenk bedauert die Unstimmigkeiten

Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk bedauert die derzeitigen Unstimmigkeiten: „Wenn die Feuerwehr Zusatztätigkeiten einschränkt, tut mir das leid. Es trifft Vereine, die mit den Meinungsverschiedenheiten zwischen Stadt und Feuerwehr nichts zu tun haben, etwa, wenn der Umzug der Lustigen Brüder nicht mehr begleitet wird. Wir werden dafür nach Alternativen suchen.“ Die Stadt sei sich bewusst, dass ein neues Feuerwehrfahrzeug notwendig sei. Man habe dafür Rücklagen von 50000 Euro gebildet, so Schenk. Insgesamt koste ein neues Tanklöschfahrzeug rund 320000 Euro – so viel Geld könne die Stadt aber in den aktuellen Haushalt nicht einstellen. „Aber wir wollten zumindest ein Zeichen setzen und den Grundstein legen.“ Bis wann die Feuerwehr mit einem neuen Fahrzeug rechnen kann, kann Schenk nicht sagen. „Wenn wir den Zeitpunkt absehen könnten, hätten wir das der Feuerwehr gesagt. 2016 wird noch mal ein schwieriges Haushaltsjahr. Wir hoffen, dass sich die Lage danach wieder entspannt.“

Was den Personalengpass angeht, so sei die Feuerwehr damit nicht allein, sagt Schenk. „Das ist nicht nur ein Problem, das die Feuerwehr hat, sondern auch andere Vereine. Das Engagement im Ehrenamt geht zurück. Die Möglichkeiten der Stadt sind relativ beschränkt, wir können niemanden zwingen, in die Feuerwehr einzutreten“, sagt der Bürgermeister. Die Stadt werde das Gespräch mit der Feuerwehr suchen. Schenk: „Lösbar ist alles. Es gehört guter Wille von beiden Seiten dazu. Beide müssen aufeinander zugehen.“

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