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Kommentar

22.11.2019

Konjunktur: Der Aufschwung kommt

„Damals haben wir zu lange gewartet und fast sechs Monate, bis wir kurzarbeitsfähig waren.“Zwei Mitarbeiter verlassen ein Büro. In einigen Firmen im Kreis Dillingen gibt es Kurzarbeit – und damit spontan frei.

Die Konjunkturdelle erreicht auch Betriebe im Landkreis Dillingen. Kurzarbeit ist da ein probates Mittel.

Der Landkreis Dillingen kann mit vielem punkten. Neben vergleichsweise günstigem Wohnraum und Bauland sowie vielen Natur- und Kulturschätzen ist dies auch der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenzahlen in der Region sind seit Jahren auf einem sensationell niedrigen Niveau. Landrat Leo Schrell hebt dabei meist einen bundesweiten Spitzenplatz hervor: Nirgendwo in der Bundesrepublik sei die Jugendarbeitslosigkeit niedriger als im Landkreis Dillingen. Es gibt allerdings keine Garantie, dass dies so bleibt. Die leichte Konjunkturdelle hat inzwischen einige Betriebe in der Region erreicht. Und es bleibt abzuwarten, ob sich die Eintrübung zu einer handfesten Wirtschaftskrise verfestigt.

Nach der wirtschaftlichen Eintrübung folgt meist Sonnenschein

In der Region haben einige Unternehmen mit Kurzarbeit auf sinkende Auftragseingänge reagiert. Dies ist ein probates Mittel, um die bewährte Stammbelegschaft bei sinkenden Umsätzen im Unternehmen zu halten. Es kann auch ein Akt der wirtschaftlichen Vernunft sein, rechtzeitig Kurzarbeit anzumelden, um eine Firma bei Auftragseinbrüchen nicht in Schieflage zu bringen. Für Mitarbeiter ist die Kurzarbeit aber meist eine zusätzliche Belastung, denn sie haben zwar mehr Zeit, um private Dinge zu erledigen oder sich gesellschaftlich zu engagieren, aber weniger Geld in der Tasche. Da heißt es dann, irgendwie über die Runden zu kommen. Wenn das Budget schon vorher kaum ausreichte oder der Hauskredit auf Kante genäht ist, kann dies zu ernsthaften Turbulenzen führen.

Bei einem wirtschaftlichen Abschwung hilft eines: der Blick in die Geschichte. Nach einer wirtschaftlichen Eintrübung folgt erfahrungsgemäß immer wieder Sonnenschein. Und es ist bei der gegenwärtigen Debatte auch mehr Gelassenheit nötig, denn von einer richtigen Wirtschaftskrise scheint der Landkreis Dillingen derzeit zum Glück noch weit entfernt.

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