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28.03.2009

Krankheitsbilder der Visceral-, Gefäß und Thoraxchirurgie

Das kolorektale Karzinom zählt mit über 70 000 Neuerkrankungen und circa 30 000 Todesfällen pro Jahr zu den häufigsten malignen Erkrankungen in Deutschland. In Westeuropa sind es rund 230 000 Darmkrebsfälle pro Jahr. Bereits beim Ausbruch der Erkrankung liegen bei circa 15 000 Patienten periphere Metastasen vor. Unterschieden wird zwischen vererbbarem (circa 10-15 Prozent) und erworbenem (circa 85-90 Prozent) Darmkrebs. Sowohl ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende körperliche Aktivität als auch die Einnahme von Vitaminen und Mikronährstoffen können zu einer Reduktion des Karzinomrisikos führen. Die deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt die Einnahme von fünf Portionen Obst und fünf Portionen Gemüse pro Tag und die Einschränkung vom rotem und verarbeitetem Fleisch.

In 85-90 Prozent der Fälle entsteht ein Darmkrebs aus einem Dickdarmpolyp. Allein die frühzeitige Entdeckung und Abtragung eines Dickdarmpolypen verringert das Karzinomrisiko um 50 Prozent für die nächsten fünf Jahre. Personen mit einer familiären Vorbelastung sollten in frühen Jahren regelmäßig kontrolliert werden. Wichtigste diagnostische Untersuchungen zur Früherkennung von Dickdarmpolypen oder -krebs sind die Stuhlprobe und die Darmspiegelung. Personen, die nicht zum Risikokreis gehören, sollten ab dem 50. Lebensjahr eine Darmspiegelung durchführen lassen.

In der Behandlung vom Dickdarmkrebs spielt der Chirurg eine zentrale Rolle. Die radikale Entfernung des befallenen Dickdarmabschnittes samt den dazugehörigen Lymphknoten ist für die Prognose der Erkrankung von entscheidender Bedeutung. In den Stadien I und II (Geschwulst auf der Darmwand beschränkt und ohne Lymphknotenmetastasen) ist die Heilungschance bei über 90 Prozent, dagegen ist diese im Stadion III (Lymphknotenmetastasen) bei 60 Prozent und im Stadion IV (Lebermetastasen) nur noch bei 20 Prozent.

Dank des medizinischen Fortschrittes kann der Dickdarmkrebs in vielen Fällen und bei geeigneter Anatomie mittels der endoskopischen Chirurgie (Schlüssellochchirurgie) operiert werden. Dabei entspricht die Radikalität genau der der offenen Operation. Ein großer Bauchschnitt ist nicht mehr erforderlich. Es werden nur 4 ca. 1cm kleine Schnitte für diesen Eingriff benötigt, der Darmabschnitt wird am Ende der Operation über einen circa vier Zentimeter großen Schnitt im Bereich der Schambehaarung entfernt. Diese Methode bedeutet eine geringe Traumatisierung des Organismus wobei das Immunsystem weitgehend geschont wird. Die Verweildauer im Krankenhaus beträgt im Durchschnitt circa fünf Tage und die Patienten können nach ungefähr zwei Wochen ihre körperlichen Aktivitäten vollständig aufnehmen. Auch entzündliche Darmerkrankungen wie Divertikulitis, Crohn und Colitis ulcerosa können minimal invasiv operiert werden.

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Im Krankenhaus St. Elisabeth in Dillingen können aufgrund chirurgischer Erfahrungen und der operativ technischen Ausstattungen viele Operationen im Bauchraum (Blinddarm, Galle, Leistenbruch, Magen, Zwerchfellbruch, Dickdarm und Enddarm) mittels der Schlüsselloch-Chirurgie durchgeführt werden. Nach diesen Operationen können die Patienten noch am Abend der Operation aufstehen und laufen. Die postoperativen Schmerzen sind geringer als nach der offenen Operation. Die Verweildauer beträgt nur noch fünf bis sieben Tage.

Chefarzt Dr. Xaver Kapfer

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