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Kreiskliniken: Wo bleibt der Aufschrei?

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Kommentar Von Cordula Homann
09.05.2018

Im Konzept zur Neustrukturierung der Notfallversorgung kommen die Kreiskliniken Dillingen und Wertingen bisher nicht vor.

In acht Wochen wird über die Neustrukturierung der Notfallversorgung an deutschen Krankenhäusern gesprochen. Bislang sind weder Dillingen noch Wertingen in diesem Konzept vorgesehen. Das könnte für beide Häuser empfindliche Einbußen bedeuten – und dabei schreiben sie heute schon rote Zahlen.

Noch ist unklar, wie dieses Konzept zum Schluss aussehen wird. Doch dass weder Dillingen noch Wertingen bislang auf der Liste potenzieller Notfallkliniken erscheinen, ist erst mal nichts Gutes. Noch dazu ist die Dillinger Geburtshilfe noch bis 1. Juli geschlossen und der Geschäftsführer beider Häuser Uli-Gerd Prillinger krank. Lauter schlechte Nachrichten. Inzwischen ist trotz Schließung ein Kind in Dillingen zur Welt gekommen, weil der Weg zu einem anderen Krankenhaus zu weit war. Und welche fatalen Auswirkungen die Grippewelle in diesem Jahr hatte, ist bekannt: Reihenweise meldeten sich Krankenhäuser bei der Rettungsleitstelle ab. Rettungsdienste wussten zum Teil nicht, wohin mit den Kranken.

Drei Krankenhäuser im Landkreis Dillingen sind schon geschlossen worden. Der Landkreis hält an den anderen beiden als Träger fest.

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Immer wieder haben Landrat Leo Schrell und der Großteil der Kreisräte die Bedeutung der beiden Häuser für den Landkreis betont. Bislang ist dafür auch kein Preis zu hoch. In beide Einrichtungen wird laufend Geld gesteckt. Sie sind top ausgerüstet, beschäftigen renommierte Ärzte und unglaublich engagierte Menschen. Mehrmals hat die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml das Dillinger Krankenhaus besucht. Die AKAdemie dort gilt als deutschlandweites Leuchtturmprojekt zur Gewinnung junger Fachärzte für den ländlichen Raum.

Die Frage ist, wie lange das so noch weitergehen kann. Wie lange sich der Landkreis das noch leisten kann – und muss. Und wann sich Widerstand regt. Es geht um unsere Gesundheitsversorgung vor Ort, um kurze Wege im Krankheitsfall und um Arbeitsplätze. Das alles steht auf der Kippe. Von wegen Stärkung des ländlichen Raumes.

Kaum ein Krankenhaus in kommunaler Trägerschaft kommt aus den roten Zahlen, eine Geburtshilfe nach der anderen wird geschlossen. Wann reicht es denn?! Wann wehrt sich jemand – gegen die allmähliche Abschaffung unserer Krankenhäuser? Um nichts anderes geht es, das haben die Politiker doch längst erkannt. Aber sie und auch jeder andere könnten sich wehren. Doch da ist scheinbar niemand. Oder es hat einfach noch keiner gemerkt, was da passiert, weil er ein Krankenhaus halt nur braucht, wenn er krank ist.

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