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Literatur

30.09.2019

Kriminalgeschichten aus Eichstätt und dem Altmühltal

Auch eine Bierflasche kann einem Kriminalkommissar bei der Spurensuche weiterhelfen: Richard Auer bei seiner Lesung in Lauingen.
Bild: Erich Pawlu

Richard Auer liest im Lauinger Rathaus aus seinen Romanen. Warum er unter anderem eine Bierflasche, eine Blutwurst und eine Archäopterixversteinerung dabei hatte

Im Festsaal des Lauinger Rathauses ließ sich erleben, dass ein Autorenabend auch mit einer Raritätenshow verknüpft werden kann. Richard Auer, Autor von milieugefärbten Kriminalromanen, hatte zusammen mit seinen Büchern auch einen gewaltigen rechteckigen Koffer mitgebracht.

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Dieses Gepäckstück erwies sich im Verlauf der Lesung als wahre Zauberkiste. Wenn im Text der Kriminalgeschichten von merkwürdigen Gegenständen die Rede war, verwandelte sich der Autor in einen Magier und holte das Objekt aus der Kiste. So erlebten die Zuhörer im halb vollen Festsaal, wie eine Blutwurst, eine Archäopterixversteinerung und ein Fläschchen Walburgisöl den Kriminaloberkommissar Mike Morgenstern bei der Aufklärung von Mordfällen unterstützten.

Richard Auer, Jahrgang 1956, ist Diplom-Journalist, wohnt in Eichstätt und arbeitet als Redakteur beim Donaukurier in Ingolstadt. Aufgewachsen ist er in Wolferstadt.

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Richard Auer ist rechtzeitig auf den Trend der regional verankerten Krimis aufgesprungen. Seine sieben Buchveröffentlichungen handeln ausnahmslos im Gebiet Eichstätt/Ingolstadt. Dem Altmühltal verdankt Kommissar Mike Morgenstern immer wieder neue Impulse für kriminalistische Problemlösungen.

Der Autor las im Rathaussaal aus mehreren Romanen. So konnte sich die Zuhörerschaft ein signifikantes Bild von Auers Stil und Sprache machen. Er erzählt seine Geschichten im Imperfekt, das im kriminalistischen Gefüge die Funktion der Tatsächlichkeit unterstreicht. Aufgelockert wird der Textfluss durch Dialoge, die ein bezeichnendes Licht auf Umgangsformen, Denkweisen und Temperament der Personen im fränkisch-oberbayerischen Grenzbereich werfen. Nicht ausgedehnt wird die Realitätsorientierung auf die Sprechweise der Figuren: Sie äußern sich nicht im Dialekt, sondern in Schriftdeutsch.

Das tat auch Richard Auer im Verlauf der Lesung. Da ließ sich erkennen, dass Menschen aus Wolferstadt auch das schärfste „ß“ durch ein stimmhaftes „S“ ersetzen. So erzielte an diesem Abend der Dialekt eben doch noch einen kleinen Triumph, wenn Auer von einer „weisen Haube“ sprach.

Diplom-Bibliothekarin Heidi Hüll hatte zu Beginn der „Kulturtage“-Veranstaltung „Best of Mike“ den Autor vorgestellt und auf dessen Erfolge verwiesen. Tatsächlich finden die Kriminalromane „Vogelwild“, „Walburgisöl“, „Hausbock“, „Teufelsmauer“, „Lammauftrieb“, „Altmühlhexen“ und „Willibaldsruh“ großen Anklang bei einem breiten Publikum, sodass sich die Auflagen der Bücher oftmals der Marke von 10000 verkauften Exemplaren nähern.

Der achte Krimi ist bereits in Arbeit: „Reliquienraub“ wird in absehbarer Zeit in die Buchläden und ins Internet kommen.

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