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Landkreis Dillingen

11.02.2021

Kritik: Für nicht mobile Senioren noch keine Impftermine im Kreis Dillingen

„Derzeit fehlen uns noch verlässliche Angaben zur Transportfähigkeit des Impfstoffs.“Für nicht mobile Senioren über 80, die nicht in Heimen leben, gibt es gegenwärtig noch keine Impfung durch das mobile Impfteam des Landkreises.
Foto: Veh

Plus Ein Laugnataler kritisiert, dass das mobile Impfteam im Landkreis Dillingen „nicht arbeitet“. Er vermutet, dass sich viele über 80-Jährige hingehalten fühlen. Was das Landratsamt sagt.

Ein Leser unserer Zeitung aus dem Laugnatal ist in diesen Tagen nicht gut auf den Landkreis Dillingen und Landrat Leo Schrell zu sprechen. Der Grund: Sein Vater, der im Wertinger Raum lebt, ist krank und auf den Rollstuhl angewiesen. Deshalb hat der Laugnataler vor etwa drei Wochen nach dem Anschreiben des Landratsamts seinen Papa für einen Termin beim mobilen Impfteam des Landkreises angemeldet. Doch danach hätten er und sein Vater, nichts mehr gehört. Andere Senioren im Umfeld des Zusamtalers, die ins Impfzentrum nach Wertingen fuhren oder sich dorthin haben fahren lassen, seien dagegen bereits gegen Corona geimpft worden. Ein Umstand, der seinen Vater verständlicherweise nervös gemacht habe, sagt der Leser, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Gibt es im Landkreis überhaupt ein mobiles Impfteam für Senioren?

Der Sohn rief deshalb zweimal im Impfzentrum an, die Auskunft sei unzureichend und noch dazu nicht unbedingt freundlich gewesen. Beim dritten Anruf habe ihm eine freundliche Dame mitgeteilt: „Ja, ich werde informiert.“

Inzwischen hat der Laugnataler im Dillinger Landratsamt in Erfahrung gebracht, dass das mobile Impfteam für nicht mobile Senioren über 80 seine Arbeit außerhalb von Altenheimen noch gar nicht aufgenommen hat. Der Leser hält das Vorgehen für „eine Sauerei“. Da sei in den Anschreiben des Landkreises ein mobiler Impfdienst angeboten worden, „den es nicht gibt“. Der Laugnataler ist davon überzeugt, dass dies viele Senioren gar nicht wissen. „Bestimmt warten Hunderte Leute, die auf der Liste des mobilen Impfteams stehen auf einen Termin.“ Da fühlen sich viele Senioren hingehalten. „Vom Landrat würde ich mir da schon eine klare Aussage erwarten“, sagt er. Inzwischen habe er erfahren, dass es schneller gehe, wenn sein Vater von ihm zum Impfzentrum nach Wertingen gebracht werde. Dies zieht der Laugnataler trotz der erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen seines Papas nun in Erwägung, aber das sei nicht das Thema. Er sagt: „Man kann doch keinen mobilen Impftermin anbieten, wenn er gar nicht möglich ist.“

Aktuell keine Termine für nicht mobile Menschen über 80 Jahre

Der Sprecher des Dillinger Landratsamts, Peter Hurler, weist die Kritik indes entschieden zurück, denn das mobile Impfteam werde auf jeden Fall seine Arbeit aufnehmen. Hurler räumt aber ein: „Wir können derzeit den nicht mobilen Menschen über 80 Jahre, die eigenständig zuhause leben oder dort gepflegt und betreut werden, leider noch keine Termine anbieten.“ Dies sei auch beim Start des Impfzentrums vor zweieinhalb Wochen in Wertingen so kommuniziert worden. Der Landkreis entwickle derzeit mit dem von ihm zum Betrieb des Impfzentrums beauftragten Dienstleister Ecolog Deutschland ein Konzept.

Der Sprecher nennt auch den Grund für den späteren Start. „Derzeit fehlen uns noch verlässliche Angaben zur Transportfähigkeit des Impfstoffes. Sobald uns von den Herstellern dazu belastbare Informationen vorliegen, werden wir auch für diese Personengruppe Impftermine vergeben“, teilt Hurler mit. Im Übrigen soll der Impfstoff von Astrazeneca nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission nicht an Menschen über 64 Jahre verimpft werden.

Was das Landratsamt Senioren im Landkreis Dillingen empfiehlt

Hurler empfiehlt nicht mobilen Senioren über 80, die von Angehörigen ins Wertinger Impfzentrum gebracht werden können, sich dort anzumelden. Gegenwärtig könnten sie so möglicherweise schneller zu einer Impfung gegen Corona kommen.

Wie das Landratsamt auf Anfrage informiert, sind derzeit rund 600 Personen über 80 Jahre im Kreis registriert, die um einen Hausbesuch eines mobilen Teams zur Verabreichung der Impfung gebeten haben.

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