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Kommentar

15.11.2019

Kritik an Arbeitsagentur: Es sollte um Menschen, nicht um Zahlen gehen

Arbeitslose, die über 50 sind, finden zum Teil nur noch schwer einen Job.
Bild: Oliver Boehmer, Fotolia.com (Symbol)

Dass Arbeitsagenturen möglicherweise Zahlen aufhübschen, ist kein neuer Vorwurf. Die Kritik gegen die Agentur in Dillingen könnte dennoch die Glaubwürdigkeit infrage stellen.

Dass dort, wo Zahlen im Spiel sind, versucht wird, diese in ein rechtes Licht zu rücken, ist nichts Neues. So wird der Vorwurf, dass die Arbeitsagentur möglicherweise versucht, die Statistiken aufzuhübschen, niemanden in seinen Grundfesten erschüttern. Sollte die Kritik, die Kunden der Dillinger Agentur gegenüber unserer Redaktion geäußert haben, berechtigt sein, wäre dies dennoch bedenklich. Wenn – so der Vorwurf – Arbeitslose dazu aufgefordert werden, sich tageweise bei einem befreundeten Unternehmer anstellen zu lassen, sich wochenlang krankschreiben zu lassen oder mal eben in den Urlaub zu fahren, nur um auf dem Papier nicht in die Langzeitarbeitslosigkeit abzurutschen, würde dies die Glaubwürdigkeit der Behörde infragestellen (lesen Sie hier die Hintergründe). Der Vermittlung von Fortbildungen könnte man immerhin zugutehalten, dass sie in irgendeiner Weise der Qualifizierung des Arbeitslosen dienen – auch wenn dies auf Kosten der Beitragszahler geht.

Wer über 50 ist, bekommt nur noch schwer einen Job

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, wie schwer sich offenbar so mancher Arbeitsloser tut, wieder eine Anstellung zu finden. Erst recht, wenn er 50 Jahre und älter ist, und obwohl er als Fachkraft gearbeitet hat. Die Beteiligten sollten sich darauf konzentrieren, auch diese Menschen wieder in Arbeit zu bringen – und vielleicht weniger auf Statistiken schauen.

Lesen Sie hier den Artikel dazu: Urlaub, Krankheit, Schein-Job: Trickst die Arbeitsagentur bei der Statistik?

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