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Dillingen

04.12.2019

Kritik an Politik und Flüchtlinge

50 bis 60 Prozent der 550 in Dillingen lebenden Flüchtlinge haben eine Arbeit oder machen eine Ausbildung.
Bild: Symbolbild: Thorsten Jordan

Plus Bei der Mitgliederversammlung zieht der Asylhelferkreis Vorsitzende Georg Schrenk eine gemischte Bilanz. Was das Thema Pünktlichkeit dabei für eine Rolle spielt.

Auf der Mitgliederversammlung des Dillinger Asylhelferkreises richtete Vorsitzender und Koordinator des Vereins, Georg Schrenk, in seinem Jahresrückblick einen Appell an die Politik: „Man löst Probleme nicht, indem man sie wegschiebt“. Das neueste Migrationspaket aus Berlin verdiene nicht die „Lobpreisungen“, die es erhalte, da es keine Lösungen für Langzeitgeduldete enthalte, wie sie die Flüchtlingshelfer schon seit Jahren anmahnen.

60 Prozent der Flüchtlinge haben einen Ausbildungsplatz

Schrenk richtete sich jedoch auch an die Flüchtlinge selbst. Zwar sei es mittlerweile gelungen, etwa 50 bis 60 Prozent der 550 in Dillingen lebenden Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung zu stecken. „Aber das heißt, dass 40 Prozent sich noch ändern müssen!“ Schrenk mahnte hier insbesondere Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit an, heißt es in der Pressemitteilung.

Besonders positiv hob er hervor, dass einzelne Flüchtlinge sich bereits an unterschiedlichen Orten engagierten, so zum Beispiel im Integrationsbeirat, bei der Feuerwehr oder bei den Flüchtlingshelfern selbst. Dies seien „Menschen, die unsere Gesellschaft braucht“, stimmte Frank Kunz den Helfern bei, und Häusler bekannte, er tue sich schwer damit, wenn solche Menschen abgeschoben würden: „Das ist mit menschlich-rationalem Verstand nicht nachvollziehbar“.

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Warum die Darlehen an Flüchtlinge gut laufen

Der Verein sorgt sich um die Zukunft. Sorgen bereiten dem Verein die zunehmend sinkende Anzahl an Unterstützern sowie die Besetzung der Vorstandsposten über 2020 hinaus. „Im Vorstand zerbrechen wir uns den Kopf darüber, doch zaubern können wir auch nicht“, sagte der stellvertretende Vorsitzende und Medienbeauftragte des Vereins, Jan Doria, bei seinem Bericht.

Er hatte im abgelaufenen Jahr erfolglos nach einem neuen Medienbeauftragten gesucht.

Darüber hinaus ging Doria nochmals auf die viel www.asyl.dillingen.de/mitmachen diskutierte Frage ein, wie „politisch“ Flüchtlingshilfe denn sein dürfe. Er stellte klar, dass der Verein immer dann seine Stimme erheben werde, wenn es den Interessen der Flüchtlinge diene – aber niemals, um selbst Parteipolitik zu betreiben, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Schatzmeister Lukas Firnigl berichtete, dass die Rückzahlungen der an Flüchtlinge vergebenen Darlehen nach wie vor reibungslos verliefen, und dankte den Spenden des Vereins, darunter als größte Einzelspender im abgelaufenen Jahr der Lions Club, die Stadt Dillingen, die Lohnsteuerhilfe Dillingen und die VR-Bank Donau-Mindel eG. Nachdem die Kassenprüfer nichts zu beanstanden hatten, erhielt der Vorstand für diesen Bericht von der Mitgliederversammlung die einstimmige Entlastung.

Warum die Arbeit im Asylhelferkreis so wichtig ist

„Ich wünsche mir, dass die Weihnachtsbotschaft auch so interpretiert wird, dass Verständigung möglich wird und mit Herzensbildung in Verbindung gebracht wird“, sagte Johann Häusler in seinen Schlussworten. Der Landtagsabgeordneter und Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU) lobten auf der dritten Mitgliederversammlung der Unterstützergruppe Asyl/Migration Dillingen im katholischen Kirchenzentrum St. Ulrich das Engagement der Dillinger Flüchtlingshelfer für Stadt und Landkreis.

„Diese Arbeit kann man nicht mit Geld aufwiegen“, sagte Dilllingens Rathauschef Kunz nach der Vorstellung des Jahresberichts durch den Vereinsvorstand, der zeige, „was an Engagement und Herzblut dahintersteckt“. (pm)

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