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Medlingen/Hermaringen

12.03.2020

"Lachnummer" B492-Ausbau: Geht es wirklich bald los?

Mit großer Verzögerung soll der Ausbau der B492 zwischen Bergenweiler und Hermaringen planmäßig nun im kommenden Mai beginnen. Wie im Bild zu sehen ist, laufen bereits die Vorarbeiten. Für die Zeit der Bauarbeiten wird die Strecke komplett gesperrt sein – voraussichtlich für zwei Jahre.
Bild: Mathias Rogler

Plus Der Ausbau der B492 zwischen Bergenweiler und Hermaringen wurde oft verschoben. Im Mai soll er starten, doch es gibt noch Fragezeichen. Die Baustelle wird Auswirkungen auf den Kreis Dillingen haben.

Über Jahre gab es auf dem bayerisch-württembergischen Kommunalstammtisch einen „Running Gag“, einen Punkt, der regelmäßig für Kopfschütteln und spöttisches Lachen gesorgt hat: der geplante Ausbau der B492 zwischen Bergenweiler und Hermaringen. Die Straße ist marode und dringend zu sanieren. Das Millionenprojekt musste immer wieder verschoben werden und wurde zudem deutlich teurer als ursprünglich angenommen. „Das ist im höchsten Maße peinlich“, kritisierte Dillingens Landrat Leo Schrell bereits Ende 2018 bei einem Stammtisch der Grenzgemeinden. In der Lokalpolitik machten die Begriffe „Lachnummer“ und „kollektives Staatsversagen“ die Runde.

B492: Der Ausbau soll endlich starten

Nun – manche mögen es kaum glauben – soll das Vorhaben tatsächlich starten. Seit kurzem werden entlang des Autobahnzubringers Baufahrzeuge gesichtet, die Vorbereitungen für das Projekt laufen an. Laut Regierungspräsidium Stuttgart gehören hierzu das Einrichten der Baustelle, das Freimachen des Baufeldes sowie die ersten Bodenbewegungen in unmittelbarer Nähe der geplanten neuen Trassenführung. Diese Arbeiten bringen noch keine baulichen Eingriffe in den bestehenden Verkehr mit sich. Da die Bauarbeiten und Baustellenzufahrten aber parallel zur Bundesstraße laufen, wird dort das Tempo während der laufenden Arbeiten zwischen 6 und 18 Uhr auf 50 Stundenkilometer beschränkt.

Das Regierungspräsidium spricht davon, dass der eigentliche Ausbau im kommenden Mai beginnen soll, verwendet aber die Einschränkung „voraussichtlich“. Denn noch gibt es in dieser Angelegenheit Fragezeichen. Der Zubringer zur A7 wird während der Arbeiten, die voraussichtlich zwei Jahre dauern werden, komplett gesperrt sein. Es braucht also eine Umleitungsstrecke. Von Sontheim kommend soll diese über den Sachsenhauser Weg und die Kreisstraße 29 im Kreis Dillingen nach Sachsenhausen, weiter zur B492 über die Kreisstraßen K3027, K3026 und K3025 nach Hermaringen führen. „Ob diese zusätzliche ortsnahe Umleitung – wofür eine vorübergehende Inanspruchnahme und der Ausbau des kommunalen Weges im Bereich des Sachsenhauser Wegs notwendig ist – umgesetzt werden kann, muss zunächst mit den angrenzenden Grundstücksbesitzern abgestimmt werden“, heißt es vom Regierungspräsidium. Die Behörde teilt auch den Finanzrahmen des Projektes mit. Vom Bund seien rund 18 Millionen Euro veranschlagt. Vor wenigen Jahren noch war die Rede von sechs Millionen Euro.

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Der Verkehr in Medlingen wird wohl zunehmen

Die Baustelle an der B492 wird Auswirkungen auf den Landkreis Dillingen haben. Vor allem Medlingen dürfte betroffen sein. Bürgermeister Stefan Taglang erwartet, dass viele Verkehrsteilnehmer während der Sperrung den Weg über Obermedlingen nehmen. „Ich befürchte, der Verkehr in unserer Gemeinde wird stark zunehmen“, sagt Taglang. Wer von Dillingen kommend auf die A7 möchte, solle eigentlich über die B16-Ausfahrt Lauingen und die sogenannte „Bachtalautobahn“ in Richtung der Anschlussstelle Nattheim umgeleitet werden. Taglang glaubt, dass Ortskundige oder Verkehrsteilnehmer, die sich auf ihr Navigationsgerät verlassen, auch den Weg über Medlingen nehmen werden. Solange sich der zusätzliche Verkehr in Grenzen halte, könne man dies in Kauf nehmen. „Sollten aber am Tag 10000 Fahrzeuge durch Medlingen fahren, ist das nicht akzeptabel“, betont der Bürgermeister – auch wenn er „großer Befürworter“ des Projekts sei.

Durchfahrtsverbot ab 7,5 Tonnen

Taglang verweist außerdem darauf, dass die Durchfahrt in der Gemeinde für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen gesperrt ist: „Die Straße ist nicht ausgelegt für große Lastwagen.“ Der Begegnungsverkehr würde zum Erliegen kommen und die Straße kaputt gehen. Der Bürgermeister hofft darauf, dass die Polizei in der Zeit der Umleitung dieses Durchfahrtsverbot besonders kontrolliert.

Angesichts der noch ausstehenden Fragen bezüglich der Umleitung würde es Taglang als „kleines Wunder“ bezeichnen, sollten die lang ersehnten Arbeiten tatsächlich im Mai beginnen. Grundsätzlich freut es den Medlinger Rathauschef aber, dass auf der B492 offenbar endlich etwas vorangeht. „Das ist eine tolle Nachricht für den ganzen westlichen Landkreis Dillingen.“

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