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16.03.2009

Längere Laufzeiten für Kernkraftwerke gefordert

Günzburg/Gundremmingen Die Rednerinnen und Redner waren sich einig: Die Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke müssen über die derzeit gesetzlich festgelegten Fristen hinaus verlängert werden.

Anders seien weder die Versorgungssicherheit noch Strom zu bezahlbaren Preisen zu gewährleisten sowie die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, hieß es unisono bei der Feierstunde am Freitagabend zum 25-jährigen Bestehen des Kernkraftwerkes Gundremmingen im Günzburger "Forum am Hofgarten".

Würden die Blöcke B und C in Gundremmingen - wie von der früheren rot-grünen Bundesregierung festgelegt - bereits in sieben Jahren stillgelegt, wäre das eine unverantwortliche und durch nichts gerechtfertigte Vernichtung von Volksvermögen, erklärten der Gundremminger Bürgermeister Wolfgang Mayer und Dr. Gerd Jäger, Vorstandsmitglied der RWE Power AG und Aufsichtsratsvorsitzender des Kernkraftwerkes Gundremmingen.

Mit dem Salzstock in Gorleben wäre auch die Entsorgung des Atommülls gesichert. Immer mehr Länder setzten auf die Kernkraft, einzig Deutschland propagiere den Ausstieg, kritisierten sie.

Längere Laufzeiten für Kernkraftwerke gefordert

Auch Landrat Hubert Hafner erklärte in seinem Grußwort, notwendig sei ein "Energiemix" mit der Kernkraft als tragende Säule. Dabei sei es aber wichtig, weitere Anstrengungen im Bereich Sicherheit zu unternehmen. Bei der Diskussion um die Atomkraft setze er "auf Vernunft und Augenmaß", so Hafner.

Die Vernunft gebiete es, aus ökonomischen und ökologischen Gründen weiter auf die Kernkraft zu setzen, betonte Melanie Huml, die Staatssekretärin im bayerischen Ministerium für Umwelt und Gesundheit. Bei den erneuerbaren Energien sei Bayern zwar Spitzenreiter, doch weder Sonnenenergie noch Wind- und Wasserkraft seien trotz aller Ausbauanstrengungen auf absehbare Zeit in der Lage, Strom aus Kernkraft zu ersetzen.

"Ökodividende" gefordert

Deshalb fordere die Landesregierung "ganz klar" eine Verlängerung der Laufzeiten für die Kernkraftwerke. Zugleich fordere die Staatsregierung von den Kraftwerks-Betreibern, einen Teil ihres Gewinns in Form einer "Ökodividende" zur Verfügung zu stellen, um die Entwicklung erneuerbarer Energien voranzutreiben und die Bürger beim Strompreis zu entlasten.

Dies sei zur "gesellschaftlichen Akzeptanz" der Kernenergie ebenso notwendig wie der Dialog mit jenen Bürgern, die von Ängsten und Sorgen wegen der Nutzung der Kernenergie umgetrieben seien, erklärte die Staatssekretärin. Dr. Helmut Bläsig, der Technische Geschäftsführer des Kernkraftwerkes Gundremmingen, hob vor den rund 350 Gästen unter anderem auf die hohen Sicherheitsstandards im 25 Jahre alten Kernkraftwerk ab. Unabhängige Gutachter bescheinigten der Gundremminger Anlage sogar die international festgelegten Anforderungen für Neubauten.

Bläsig betonte ferner die negativen wirtschaftlichen Folgen für die Wirtschaft der Region, sollte Gundremmingen in sieben Jahren tatsächlich abgeschaltet werden. Von den rund 780 Beschäftigten und Auszubildenden gar nicht zu reden. In einem Film hatten die Azubis nicht nur die Ausbildungschancen in Gundremmingen dargestellt, sondern auch erklärt: "Wir sind die Zukunft - Ihr hattet eure 25 Jahre, jetzt wollen wir sie auch."

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Kammerorchester "camerata nucleare" und der Gundremminger Werkskapelle, die Gruppe "The Firedancer" bot eine spektakuläre Feuer-Show. Die meisten Festredner waren sich einigermaßen sicher, dass in einigen Jahren wieder Jubiläum gefeiert wird. Ihre Hoffnungen setzen sie nicht zuletzt auf die Bundestagswahl am 27. September.

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