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Sonderheim

09.04.2019

Lärmbelästigung: Bürger ärgern sich über neuen Straßenbelag

2017 wurde die Kreisstraße von Höchstädt nach Sonderheim saniert und in diesem Zuge auch die Ortsstraße in Sonderheim mitgemacht. Dadurch, so klagen einige Bürger, sei der Lärmpegel enorm angestiegen.
Bild: Bronnhuber

Plus Die Kreisstraße nach Sonderheim wurde saniert - auch innerorts. Einige Bürger klagen über eine Verschlechterung. Was ein ehemaliger Stadtrat damit zu tun hat.

28 Bürger wünschen sich Verkehrsinseln an beiden Ortseingängen, 27 könnten auch mit einer Zone 30 leben. Insgesamt 36 Menschen plädieren dagegen für die Wiederherstellung der kompletten Straße mit normalen Asphalt. Und 38 Sonderheimer wollen, dass an dieser Stelle in ihrem Ort vermehrt Geschwindigkeitskontrollen stattfinden.

Das sind die Ergebnisse einer Umfrage, die Karlheinz Hitzler in dem kleinen Höchstädter Stadtteil gestartet hat. Die entsprechenden Unterschriftenlisten und Auswertungen liegen am Montagabend bei der Stadtratsitzung aus. Bürgermeister Gerrit Maneth hat die drei Din-A4-Seiten vor Beginn der öffentlichen Sitzung an die Räte verteilt – zur Information als vorletzten Tagesordnungspunkt. Diskutieren und Details besprechen, will er aber in der nächsten Hauptausschusssitzung. „Da gehört das Thema hin“, sagt Maneth. Aber so schnell geht es am Montag dann doch nicht.

Um was geht es? Am 14. August 2017 wurde die Kreisstraße DLG 23 von Höchstädt nach Sonderheim saniert, Baulastträger ist der Landkreis Dillingen. Eine sogenannte Oberflächenbehandlung wurde durchgeführt. Dazu wurde die Straße erst mit Bitumen aufgespritzt und dann mit Splittabstreuung fertiggestellt. Ein gängiges Verfahren. Auch im Landkreis. Aber innerorts? Zumindest stellt sich Karlheinz Hitzler die Frage, „ob wir in Sonderheim andere Menschen sind“. So formuliert er es in einem Schreiben, das er offiziell an Bürgermeister Maneth, die Stadträte und Landrat Leo Schrell übergibt. Denn laut Hitzler, der selbst vier Jahre Mitglied im Stadtrat war, wurde die Bitumenschicht „seltsamerweise auch innerorts in der Höchstädter und Blindheimer Straße vollzogen. Dieses Verfahren gibt es in sonst keiner Gemeinde im Landkreis innerorts“.

Ist die Straße in Sonderheim zu laut?

Das Problem: Durch diese Deckschicht sei die Geräuschkulisse massiv angestiegen, die Straße habe sich dadurch verschlechtert, so Hitzler. Das komme vor allem dadurch, dass die Autofahrer viel zu schnell durch Sonderheim rasen und das Verkehrsaufkommen immer mehr ansteige. „Das sind eindeutige Ergebnisse der Verkehrsmessung im Jahr 2017. Die Auswertung zeigt, dass mehr als die Hälfte der Fahrzeugführer zu schnell sind“, erläutert Hitzler im Gespräch mit unserer Zeitung. Spitzenwerte von 128 Kilometer pro Stunde wurden demnach innerorts gemessen. Deshalb forderte er schon in der Bürgerversammlung Ende 2018, dass etwas passieren müsse. „Die schnellen, vielen Autos und der Lärm sind eine Belastung für uns Anlieger“, sagt Hitzler. Bis heute habe er aber keine Reaktion seitens der Stadt erhalten. Auch nicht von seiner Nachfolgerin im Stadtrat und Ortsteilreferentin Annett Jung. „Nach der Bürgerversammlung hat sie einen Zettel mit einer Umfrage verteilt. Aber von den Ergebnissen wissen wir bis heute nichts“, sagt Hitzler. Deshalb sei er selbst aktiv geworden.

39 Unterschriften von Sonderheimer Bürgern

Und das stößt im Stadtrat am Montag vor allem Annett Jung auf. Sie sagt: „Ich bin die Stadtteilreferentin von Sonderheim und weiß von dieser Aktion nichts. Und ich möchte vorausschicken: Während seiner Zeit als Stadtrat wurde die Straße entschieden, und wir haben in Sonderheim wenig von ihm gehört.“ Zudem kritisiert sie, dass die 39 Unterschriften, die Hitzler gesammelt hat, alle von Anliegern an der Straße und nicht vom gesamten Ort sind. „Dann würde das Ergebnis vielleicht anders ausschauen. Aber im Schnitt komme ich mit meiner Umfrage auf die gleichen Ergebnisse“, schildert Jung. Ihr ist es wichtig, zu betonen, dass sie direkt nach der besagten Bürgerversammlung aktiv wurde.

Deutlich erkennbar: Der unterschiedliche Straßenbelag zwischen Höchstädt und Sonderheim.
Bild: Bronnhuber

Rathauschef Gerrit Maneth bestätigt sie: „Aufgrund deiner Aktivitäten können wir im Mai auch die Ergebnisse vorlegen.“ Er betont, dass er das Schreiben von Hitzler erst am vergangenen Freitag erhalten habe und es deshalb so kurzfristig auf der Tagesordnung steht. „Es ist nur eine Info und die ist wichtig und öffentlich. Alle anderen Entscheidungen treffen wir im Hauptausschuss“, so Maneth.

Höchstädt und Landkreis Dillingen haben Handlungsbedarf

Trotzdem sagt Stadtrat Simon Wetschenbacher (Umland): „Ich finde es nicht okay, dass wir davon im Vorfeld nichts gewusst haben.“ Und Jakob Kehrle (FW) kommentiert die Ausführungen seiner Kollegin Jung so: „Ich kenne Karlheinz als rührigen Stadtrat. Ich finde es nicht fair, was du jetzt machst.“ Dritter Bürgermeister Hans Mesch versucht, zusammenzufassen: „Wenn ich es richtig sehe, haben wir zwei Umfragen mit der gleichen Richtung. Wir haben Verhandlungsbedarf und dabei darf sich der Landkreis auch nicht aus der Verantwortung ziehen.“

Das sagt der Bürgermeister

Tut er nicht – zumindest, und so bestätigt es gestern Sprecher Peter Hurler auf Nachfrage, habe das Landratsamt bereits reagiert. „Die Stadt Höchstädt hat sich bereits Ende vergangenen Jahres aufgrund von Anregungen in den Bürgerversammlungen unter anderem mit dem Anliegen an den Landkreis gewandt, im Bereich der Ortsdurchfahrt Sonderheim einen lärmmindernden Straßenbelag aufzubringen. Zudem hatten Sonderheimer Bürger die Herstellung von Verkehrsinseln an den Ortseingängen als verkehrsberuhigende Maßnahme unter Kostenbeteiligung des Landkreises angeregt. Zu den Anregungen liegt der Stadt zwischenzeitlich eine Stellungnahme des Landkreises vor, die in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses beraten werden soll“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme des Landkreises. Diese Sitzung soll laut Maneth im Mai stattfinden.

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