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01.07.2010

Landfrauen machen Schule

Ein Lämmchen streicheln - da leuchten die Kinderaugen. Mit großem Einfühlungsvermögen führt Rosa Urban die Lauinger Schulkinder durch ihren Bauernhof in Unterbechingen. Foto: BBV
Bild: BBV

Unterbechingen Als die Schulkinder den Stall der Familie Urban in Unterbechingen betreten, hebt ein großes Geblöke an. An die hundert Schafe mit ihren Lämmern drängen sich neugierig an den Futtertisch und beäugen die Mädchen und Buben der Lauinger Volksschule. Die lauschen derweil mit gespitzten Ohren der Bäuerin, die ihnen das Leben und Arbeiten auf ihrem Hof erklärt.

Rosa Urban versteht ihr Handwerk, schließlich hat sie sich in verschiedenen Seminaren zur Erlebnisbäuerin, zur Kräuterpädagogin und zur Kneipp-Gesundsheitstrainerin qualifiziert. Dass sie mit Kindern umgehen kann, zeigt sich spätestens, als sie die Mädchen und Buben bittet, zwischen Stall und Straße eine lange Kette zu bilden. Die Schafe müssen aus den Boxen auf die Weide hinaus - und keines darf unterwegs entkommen.

Intensiver Einblick in das bäuerliche Leben

Der Betrieb von Rosa, Georg und Sohn Johannes Urban ist einer von drei Bauernhöfen, auf denen der Dillinger Bauernverband heuer das vom Freistaat geförderte Projekt "Landfrauen machen Schule" durchführt. Neben den Urbans beteiligen sich auch die Familie Berchtold mit ihrem Gundelfinger Gemüsebaubetrieb und die Familie Monika und Walter Müller mit ihrem Schweinemastbetrieb in Oberbechingen daran. Auf ihren Höfen bieten die drei Familien insgesamt 212 Kindern der dritten und vierten Klassen der Lauinger Volksschule einen intensiven Einblick in das bäuerliche Leben und Arbeiten. Bereits im zweiten Jahr hintereinander bekam der Landkreis Dillingen von der Staatsregierung den Zuschlag für das Projekt. Im vergangenen Jahr hatten ebenfalls rund 200 Schulkinder daran teilgenommen. Auf dem Urban-Hof werden sie von der Dillinger Kreisbäuerin Hannelore Schmid begrüßt. "Ich freue mich für euch, dass ihr heute einmal sehen dürft, wo und wie eure gesunden Lebensmittel erzeugt werden", ruft Schmid den Mädchen und Buben zu. "Es ist wichtig, dass ihr schon in ganz jungen Jahren einen wirklichkeitsnahen Einblick in die moderne Landwirtschaft bekommt."

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Auf dem Urban-Hof sind die Kinder an der richtigen Adresse. In dem 160-Hektar-Betrieb gibt es nicht nur 120 Mutterschafe mit ihren Lämmern zu sehen, sondern auch 300 Bullen und 800 Schweine. Auch den Hofhund, die Katzen und ein paar Enten stellt ihnen Rosa Urban vor. Sie erklärt ihnen, warum die Familie ihr Wohnhaus im Dorf, aber die Stallungen draußen vor der Ortschaft hat: "Im Dorf ist es für unsere Tiere zu eng geworden, deshalb mussten wir aussiedeln." Seit nunmehr 110 Jahren befindet sich die Hofstelle im Besitz der Familie. Heute bilden Vater Georg und Sohn Johannes eine GbR, sodass also beide Betriebsleiter sind.

Nachdem die Ställe besichtigt und die Schafe glücklich auf der Koppel sind, wandern die Kinder auf einem Getreidelehrpfad hinter dem Hof. Dort lernen sie die wichtigsten Getreidearten und andere Feldfrüchte kennen, bevor es an die deftige Vesper mit Brot und Kräuterquark geht. Vorher aber gilt es, noch einmal kurz innezuhalten. Mit einer kurzen Meditation über das Korn verdeutlicht Rosa Urban den Schulkindern, wie wertvoll das Brot für unser Leben ist.

Für den Dillinger BBV-Geschäftsführer Eugen Bayer bietet das Projekt "Landfrauen machen Schule" eine hervorragende Gelegenheit, die Nahrungsmittelproduktion in ihrer ganzen Vielfalt schon den Jüngsten, die ja die Verbraucher von morgen sind, vorzustellen (weiterer Bericht über die Aktion folgt). (pm)

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