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Landkreis Dillingen
09.09.2021

In den Blasmusik-Vereinen im Landkreis Dillingen sitzt der Frust tief

Franz Josef Pschierer, Viktoria Bicok und Josef Werner Schneider (von links) bei der Ehrung im Rahmen der Generalversammlung.
Foto: Markus Knötzinger

Scharfe Kritik an der bayerischen Regierung ist auf der Generalversammlung des ASM–Musikbezirk 17 zu hören. Es gibt aber auch gute Nachrichten.

„Wir brauchen jetzt einen Neustart - eine Lösung für die Musikvereine!“ - so oder so ähnlich war der O-Ton unter den Teilnehmern der Generalversammlung des Musikbezirk 17 Dillingen des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes, zu der Bezirksvorsitzender Josef Werner Schneider im Dorfhaus in Reistingen herzlich begrüßte.

Sehr gute Ergebnisse bei den Musikerinnen und Musikern

Zunächst konnte man von Schneider, Bezirksdirigentin Ingrid Philipp und Bezirksjugendleiterin Daniela Arnold erfahren, was seitens des ASM im Landkreis so geschehen war. Aufgrund der Pandemie mussten sämtliche Projekte für die Jahre 2020 und 2021 abgesagt werden. Dank der tatkräftigen Mithilfe der Stadtkapelle Lauingen und der Musikvereine aus Bächingen und Haunsheim konnten in beiden Jahren die Bläserprüfungen als Präsenzprojekt abgehalten werden. Durch die guten Vorbereitungen in den Musikvereinen waren die Ergebnisse wieder sehr positiv.

In Onlineangeboten wurde ein Erfahrungsaustausch organisiert. Weil der Landkreis Dillingen seine Zuschüsse an die Blasmusik nicht gestrichen hatte, gab der Musikbezirk diese an die Musikvereine weiter. Schneider dankte diesbezüglich Mirjam Steiner, die in Vertretung des Landrates anwesend war. Sie bewunderte die Musikvereine, wie diese in den letzten eineinhalb Jahren zurechtgekommen waren, und hofft auf gute Konzepte, um das Vereinsleben wieder in Schwung bringen zu können. Dem schloss sich Ziertheims Bürgermeister Thomas Baumann an, während Dominic Schorer als Fachreferent für Bezirksmusikfeste für deren Durchführung warb und seine Hilfe bei Planung und Organisation anbot.

Juristische Schritte sind nicht mehr ausgeschlossen

ASM-Präsident Franz Josef Pschierer konnte keine guten Nachrichten verkünden, was den Mindestabstand bei Proben und Auftritten angeht. Leider sei die bayerische Staatsregierung hier viel zu zögerlich. Pschierer hofft, dass auf der kommenden Kabinettssitzung ein neues Rahmenhygienekonzept für die Laienmusik beschlossen werde. Angesichts möglicher Veranstaltungen mit mehreren Tausend Besuchern wäre alles andere nicht mehr zu rechtfertigen. Sollte sich die Situation für die Musikvereine nicht grundsätzlich ändern, schloss Pschierer auch juristische Schritte nicht mehr aus. Der Präsident versprach, bei dem Thema dran zu bleiben und appellierte an die Anwesenden, ebenfalls öffentlichen Druck auszuüben. Der ASM sei in den letzten eineinhalb Jahren der „lauteste“ Verband gewesen. Leider zeichne sich nach vielen Jahren des Anstiegs erstmals ein Mitgliederschwund ab.

Beim Auftritt der Dorfrocker in Dattenhausen am Freitag war viel geboten. Allein 300 Traktoren standen für das Konzert bereit.
16 Bilder
Bilder vom Konzert der Dorfrocker in Dattenhausen
Foto: Bernhard Probst

Viele Vorsitzende fühlten sich außerdem alleine gelassen. Man bekomme ein sich alle paar Monate änderndes Regelwerk vorgesetzt, trage die alleinige Verantwortung für die korrekte Umsetzung von Proben und Veranstaltungen und riskiere hohe Strafen, wenn etwas schief gehe. Manche Behörde mache es sich beispielsweise viel zu leicht und wolle kein Hygienekonzept überprüfen und bestätigen.

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Steiner gab für die 3G-Regel den Tipp, die Geimpften und Genesenen nur einmal aufzuschreiben und Tests unter Umständen selbst durchzuführen. Ob bei Schülerinnen und Schülern der Schülerausweis für Musikproben als Testnachweis ausreiche, wird vom ASM-Bezirk geklärt. Pschierer ehrte Viktoria Bicok für ihre 20-jährige Tätigkeit im Bezirksvorstand mit der goldenen Anstecknadel am weißblauen Band.

Josef Werner Schneider bleibt Bezirksvorsitzender

Die Generalversammlung wählte außerdem den Bezirksvorstand sowie die Delegierten zur Delegiertenversammlung des ASM neu. Gewählt wurden Bezirksvorsitzender Josef Werner Schneider, stellvertretende Bezirksvorsitzende Anette Paulus, Bezirksschatzmeister Armin Dauser, Bezirksschriftführer Uwe Kaipf, Bezirksdirigentin Ingrid Philipp, stellv. Bezirksdirigentin Simone Feldengut, Bezirkstambourmajorin Viktoria Bicok, Bezirksjugendleiterin Daniela Arnold, stellvertretende Bezirksjugendleiterin Sylvia Deil, die Beisitzer Rebecca Walter, Simon Hörbrand und Thomas Eyring sowie Medienbeauftragter Markus Knötzinger. Der stellvertrende Bezirkstambourmajor Stefan Ziegler schied aus eigenem Wunsch aus. Für sein Amt sowie das des zweiten stellv. Bezirksvorsitzenden fanden sich keine Kandidaten. Als Kassenprüfer wurden Iris Schmidt und Albert Bäuerle gewählt, nachdem sich Karl Hörbrand und Michael Kraus nicht mehr zur Wahl stellten. Als Delegierte wurden gewählt: Kathrin Krell, Markus Grandel, Roland Grandel, Uwe Kaipf, Markus Knötzinger. (pm)

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