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Landkreis Dillingen
10.06.2021

Obacht, im Landkreis Dillingen sind die Igel unterwegs

Mähroboter verletzten immer wieder Igel. Doch auch andere Kleintiere, die in den Gärten leben, sind in Gefahr.
Foto: Martina Gehret/LBV

Der Bund Naturschutz im Kreis Dillingen weist auf die Gefahr von Mährobotern hin. Wie man die kleinen, stacheligen Tieren am besten schützen kann.

Sie haben einen Mähroboter? Dann lassen Sie ihn nur tagsüber fahren und setzen Sie dazwischen lange Zeitintervalle. Nicht, dass der Igel unter die Räder kommt. Darauf weist der Bund Naturschutz in einer aktuellen Pressemitteilung hin. Denn vor den leisen Mähroboter fliehen die Igel nicht. Stattdessen warten sie ab oder rollen sich zusammen.

Die Igel haben Todesangst

Doch das hilft nur den großen Tieren, die der Mäher erkennt. Kleinere Igel, Lurche oder Reptilien würden dagegen oft überrollt, verletzt und getötet, erklärt die Vorsitzende vom Bund Naturschutz im Kreis Dillingen, Heidi Terpoorten. Igel seien vor allem in der Dämmerung unterwegs. Bis zu drei Kilometer legen sie bei der Nahrungssuche zurück, etwa um nachtaktive Laufkäfer zu fressen – doch die werden immer weniger. Der Igel gilt als Insektenfresser. Auch Regenwürmer mag er. Die feine Igelnase findet jeden Leckerbissen, auch auf den Rasenflächen, die von einem Mähroboter gepflegt werden.

Wer häufig den Garten mäht, zerstört Kräuter und Moose

Der Bund Naturschutz bittet Igelfreunde: Wer nicht auf den Mähroboter verzichten kann, sollte die Mähzeiten unbedingt auf den Tag verlegen und vorab gründlich kontrollieren, ob Tiere gefährdet sein könnten. Das gilt auch für den Einsatz anderer motorisierter Gartengeräte wie Fadenmäher oder Motorsensen in unübersichtlichen Ecken des Gartens. Blumenwiesen seien weiterhin die Ausnahme. In den meisten Gärten sieht man laut Bund Naturschutz normale Rasenflächen. Durch häufiges Mähen verschwinden Kräuter, Wildgräser oder Moose. Knospen werden weggemäht, bevor sie entstehen. Für viele kleine Lebewesen wie Bienen, Hummeln, Grillen oder Schmetterlinge bleibt der „Rasen“ eine grüne Wüste.

Lieber ein paar Blumen mehr im Garten

Laut Thomas Hefele vom Bund Naturschutz gibt es in Bayern insgesamt eine Gartenfläche von 135.000 Hektar. „Eine riesige Fläche, die wir als lebendigen attraktiven Lebensraum oder als langweilige Rasenfläche gestalten können. Es wäre so einfach, ein paar Blumen im ansonsten satten Grün zuzulassen, und schon hätte man Futter für viele Insekten.“ Die beste Lösung wäre deshalb, Mut zu etwas mehr Wildnis im Garten zu haben und zunächst durch weniger Mähen der Artenvielfalt eine Chance zu geben. So könnte man etwa einzelne Ecken im Garten in ein Naturparadies verwandeln.

Ein igelfreundlicher Naturgarten mit heimischen Blühpflanzen, Laub- und Reisighaufen zum Verstecken sei ein Paradies – nicht nur für Igel, sondern auch für viele andere Arten. Besonders jetzt diene dichtes Altgras an und unter Sträuchern Igeln oft als Schlafstätte oder auch Jungvögeln als Versteck. Mehr Infos für naturgemäße Gartenarbeit gibt es im Internet unter bund-naturschutz.de. (pm)

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