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Landkreis Dillingen
02.06.2021

Traumberuf Metallbauer? Ein Gundelfinger Azubi erzählt

Die Ernst Klimmer GmbH Stanz und Umformtechnik Burgau gilt als Spezialist in der Fertigung von Spezialteilen, vor allem für die Automobilindustrie. WIR Metallbau
Foto: Bernhard Weizenegger

Lukas Wölz will Fischer werden. Doch dann entscheidet er sich völlig anders. Jetzt ist er Auszubildender in Gundelfingen und erzählt, was seinen Beruf als Metallbauer ausmacht.

Metallbauer – das hört sich auf den ersten Blick unspektakulär an. Betrachtet man diesen anerkannten Ausbildungsberuf jedoch näher, eröffnet sich einem ein in jeglicher Hinsicht vielseitiger und moderner Beruf. Auch im Landkreis Dillingen gibt es in dem Metier noch freie Stellen (siehe Bericht unten).

„Der Metallbauer ist in Sachen Metallbearbeitung der Mann für alles“, erzählt Lukas Wölz, Auszubildender bei der Firma Wölz, Stahl- und Metallbau in Gundelfingen. Im Jahr 2018 hat er seine Ausbildung zum Metallbauer begonnen und wird sie noch in diesem Jahr abschließen. In der Berufsschule werden grundlegende und teils auch vertiefte Kenntnisse in den diversen Themengebieten wie Stahlbau, Leichtmetallbau sowie den Fertigungstechniken vermittelt. Außerdem erlangt der Metallbauer in seiner Ausbildung umfassende Kenntnisse rund um den Herstellungsprozess und dessen Vorbereitung. „Dieses Wissen reicht vom Aussuchen des passenden Werkstoffs, physikalischen Berechnungen zur Statik, über die Bestellung, die Fertigung und schließlich die fachgerechte Montage“, sagt Wölz.

Fenster, Türen und Fassaden

So lerne man zum Beispiel ein Geländer anzufertigen, das den aktuellen Baunormen entspricht. Zum Beruf des Metallbauers gehört es jedoch auch, Kostenabrechnungen zu erstellen. „Ähnlich verhält es sich in den Gebieten rund um die Themen Treppen, Fenster, Türen, Fassaden, Stahlskelettbauten und noch vielen weiteren“, so Wölz. „Je nach Ausbildungsbetrieb spezialisiert man sich auf einzelne Themengebiete, wie es in meinem Fall Fenster, Türen und Fassaden sind.“

Auch der Arbeitsalltag weicht in den verschiedenen Betrieben voneinander ab. „Von Berufsschulkollegen weiß ich, dass sich ihr Arbeitsalltag von meinem, der meist ausschließlich in der Halle stattfindet, unterscheidet“, erzählt er. „Sie fahren selbst auf Baustellen und nehmen Maße für die Planung von Treppen, Geländern, Fenstern oder Türen, fertigen diese und montieren sie auch selbst. Von Betrieb zu Betrieb gibt es hier große Unterschiede.“

Meterhohe Fassaden - weltweit

Der Arbeitsalltag ist dabei in jedem Fall abwechslungsreich. Kein Auftrag gleicht dem anderen, es stehen regelmäßig neue Aufgaben an und es wird immer wieder mit anderen Materialien gearbeitet. „An einem Tag baut man meterhohe Fassadenelemente, am nächsten kleine Halterungen, Führungen oder mechanische Komponenten“, führt Wölz in einer Mitteilung aus.

Lukas Wölz
Foto: Wölz.

Wie nahezu alle Berufe hat sich auch der des Metallbauers über die Jahre verändert. Zum einen haben sich, wie in nahezu jeder Branche, Sicherheitsstandards und Arbeitsschutz weiterentwickelt. Aber auch beim Werkzeug und den Maschinen findet eine Modernisierung statt. Körperlich anstrengende und aufwendige Arbeiten werden zum Beispiel von CNC (Computerized Numerical Control) – gesteuerten Maschinen übernommen. Darüber hinaus kommen Kräne und Elektrostapler bei verschiedenen Arbeitsschritten zum Einsatz, um für Entlastung von Rücken und Muskulatur zu sorgen.

Bei der praktischen Prüfung hingegen werden elektrische Hilfsmittel, außer zum Beispiel einer Bohrmaschine, nur selten verwendet. Stattdessen werde eher traditionelles Werkzeug wie Feile, Handbügelsäge, Hammer oder Meißel benutzt. „Das Werkzeug, das man für die Prüfung benötigt, passt im Normalfall optimal in einen handlichen Werkzeugkasten, wie man ihn von Handwerkern gewöhnt ist,“ sagt Lukas Wölz.

Spaß im Beruf

Nicht zuletzt sind für Freude und Spaß im Beruf des Metallbauers die Zusammenarbeit mit den Kollegen essenziell. Lukas Wölz schildert seine persönlichen Erfahrungen und vergleicht die Zusammenarbeit in seinem Team mit einem Sportverein. „Man arbeitet gemeinsam auf ein Ziel hin, hilft einander bei Problemen, Jung lernt von Alt und die Stimmung ist durchgehend freundschaftlich und positiv.“Nicht zuletzt aus diesem Grund, hat Wölz seine Entscheidung eine Ausbildung zum Metallbauer zu machen, nicht bereut.

Zunächst wusste er aber nach seinem Realschulabschluss nicht, was er machen wollte. Die Überlegungen gingen zunächst in eine gänzlich andere Richtung. Ewas mit der Natur, wie zum Beispiel Fischer war eine Option. Der Besuch der Fachoberschule verschaffte Lukas Wölz dann Klarheit bezüglich seines Berufswunsches. Während eines Praktikums in der schulinternen Metall- und Elektrowerkstatt entdeckte er seine Begeisterung für das Material Metall. „Die Metall-Wochen waren die besten für mich.“ Und somit stand fest, dass eine Ausbildung zum Metallbauer die richtige Entscheidung ist. (pm)

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