Newsticker
Sieben-Tage-Inzidenz steigt wieder und liegt jetzt bei 442,1
  1. Startseite
  2. Dillingen
  3. Lauingen/Gundelfingen: Erst hü, dann hott

Lauingen/Gundelfingen
30.09.2016

Erst hü, dann hott

Das Bild entstand vor zwei Jahren beim Leonhardiritt in Gundelfingen. Tausende Menschen waren bei der traditionsreichen Veranstaltung dabei. Nach dem Umzug hat sich ein Unfall ereignet, weil ein Kutschengespann außer Kontrolle war. Seither fand in der Gärtnerstadt kein Leonhardiritt mehr statt.
Foto: Simone Bronnhuber, Archivbild

Am Donnerstag hat das Landgericht entschieden, dass der Kutschfahrer, dessen Pferde beim Leonhardiritt in Gundelfingen durchgegangen sind und einen Unfall verursacht hatten, für die Schäden aufkommen muss. Was das bedeutet.

In einem dicken Ordner, der sich gerade noch zuklappen lässt, steht alles drin. Wo es welche Genehmigungen gibt, welches Amt wann verständigt werden muss, wer alles eine Einladung bekommt. Josef Schnitzler blättert durch die Seiten und lacht. „Es ist schon viel, aber es läuft“, sagt er. Die ersten Anrufe habe er schon getätigt, langsam geht es mit der Organisation richtig los. Denn schließlich will der 65-Jährige auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Reiter und Gespanne beim traditionellen Leonhardiritt am 6. November in Lauingen am Marktplatz begrüßen. „Unser Leonhardiritt ist eine feste Tradition, die uns sehr wichtig ist“, sagt er. Nur aus diesem Grund wurde deshalb 1948 der Reit- und Fahrverein gegründet. Seit 1973 ist Schnitzler Mitglied und seit 27 Jahren ist er Erster Vorsitzender – und genau so lange leitet er den Leonhardiritt in der Mohrenstadt. „Es hat sich vieles verändert. Die Auflagen werden immer mehr.“ Nicht nur, dass sich immer wieder der Streckenverlauf änderte, mittlerweile müsse man den Teilnehmern ein Rahmenprogramm bieten. Und: Kutschfahrer und Reiter dürfen nur noch dann beim Umritt mitmachen, wenn sie eine Haftpflichtversicherung haben. Dick steht das auf den Einladungen. In Weißenhorn, einem der größten Leonhardiritte im Umkreis, muss der Veranstalter diesen Nachweis heuer laut Schnitzler sogar kontrollieren. „Wer kann diesen Aufwand noch leisten?“ Dass solch eine Versicherung aber bitter notwendig sein kann – für Teilnehmer und Veranstalter – das weiß Schnitzler. Beim Leonhardiritt 2014 in Gundelfingen ist ein Pferdegespann durchgegangen. Zwei Autos, darunter das von Josef Schnitzler, sind dabei beschädigt worden. Seit gestern Vormittag ist klar, dass der Kutscher „vollumfänglich für den Schaden aufkommen muss“, wie Andreas Dumberger, Richter am Landgericht Augsburg, bestätigte. Wie berichtet, habe alles damit angefangen, dass der Kutscher nach der Pferdesegnung auf dem Festplatz bei der Oberen Mühle mit seinen vier Pferden wieder auf die Straße fahren wollte. Als er dann schon ein gutes Stück in der Straße stand, sei ein silbernes Auto von links gekommen, das sich an seinem Gespann vorbeigedrängt hatte. Die Pferde erschreckten sich, gingen durch. Er wurde vom Kutschbock gezogen und landete auf der Deichsel. Die vorderen zwei Pferde hätten sich gelöst, seien davongerannt und hätten ein Auto gerammt. Die anderen beiden Pferde seien geradeaus davongaloppiert – ins Auto eines der beiden Kläger seien sie aber nicht gelaufen. Vor Gericht im Juli war auch die Rede von einem weiteren Pferd, das ein Auto beschädigt haben könnte. Ein Kläger war der Lauinger Josef Schnitzler.

Dieser Artikel ist hier noch nicht zu Ende, sondern unseren Abonnenten vorbehalten. Ihre Browser-Einstellungen verhindern leider, dass wir an dieser Stelle einen Hinweis auf unser Abo-Angebot ausspielen. Wenn Sie weiterlesen wollen, können Sie hier unser PLUS+ Angebot testen. Wenn Sie bereits PLUS+ Abonnent sind, .

Dieser Artikel ist hier noch nicht zu Ende, sondern unseren Abonnenten vorbehalten. Ihre Browser-Einstellungen verhindern leider, dass wir an dieser Stelle einen Hinweis auf unser Abo-Angebot ausspielen. Wenn Sie weiterlesen wollen, können Sie hier unser PLUS+ Angebot testen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.