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Trauer

23.06.2018

Lauingen steht unter Schock - und muss funktionieren

Im Lauinger Rathausfestsaal lag bis Freitagmittag ein Kondolenzbuch für die Angehörigen von Wolfgang Schenk aus. Viele Menschen bekundeten darin ihre Anteilnahme.
Bild: Stadt Lauingen

Nach dem Tod von Rathauschef Wolfgang Schenk sind die Menschen in der Stadt immer noch fassungslos. Dennoch geht es nun um den Termin für die Bürgermeisterwahl.

Eineinhalb Wochen nach dem plötzlichen Tod des Lauinger Bürgermeisters Wolfgang Schenk steckt die Albertus-Magnus-Stadt immer noch in einer Schockstarre. „Die Menschen sind entsetzt, die Mitarbeiter unserer Stadtverwaltung konsterniert“, sagt Zweiter Bürgermeister Dietmar Bulling. Wolfgang Schenk ist am Dienstag voriger Woche mitten in der Stadtratssitzung im Rathausfestsaal zusammengebrochen, alle Rettungsversuche schlugen fehl. Der Lauinger Bürgermeister starb im Alter von nur 59 Jahren. „Das ist alles so furchtbar“, sagt Bulling. „Im Grunde bräuchten die Mitarbeiter der Verwaltung psychologische Betreuung. Und jetzt sollen wir alle auf einmal wieder funktionieren“, beschreibt der Zweite Bürgermeister die Stimmung. Das Leben gehe aber weiter, und das Gesetz schreibe vor, dass innerhalb von drei Monaten ein neuer Bürgermeister zu wählen ist, sagt Bulling. Der Termin wäre der 9. September.

Weil am 14. Oktober aber der Bayerische Landtag und der Schwäbische Bezirkstag gewählt werden, soll der Termin für die Bürgermeisterwahl auf diesen Tag gelegt werden. Dazu brauche es jedoch eine Ausnahmegenehmigung des bayerischen Innenministeriums, erklärt Bulling. Der Lauinger Stadtrat wird sich in seiner Sitzung am kommenden Dienstag, 26. Juni, Beginn 18.30 Uhr, mit diesem Thema befassen. Er habe bereits, vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats, einen entsprechenden Antrag im Dillinger Landratsamt eingereicht, das wiederum das Ministerium eingeschaltet hat. „Es wäre für alle das Beste, wenn wir uns auf einen gemeinsamen Wahltermin einigen könnten“, sagt Bulling. Andernfalls hätten die Lauinger im Falle einer Stichwahl innerhalb kurzer Zeit drei Wahltermine.

Auf die Frage, ob die Sozialdemokraten einen Bewerber für das Bürgermeisteramt ins Rennen schicken werden, wollte SPD-Ortsvorsitzender Bulling noch nichts sagen. „Die Kandidatenfrage ist jetzt wirklich weit, weit weg. Wir brauchen da noch ein paar Wochen Zeit“, sagt der Vizebürgermeister. Erst einmal müsse man den „Normalbetrieb wieder in Gang setzen“. Die SPD Lauingen hatte Wolfgang Schenk, der parteilos war, für die Bürgermeisterwahlen 2004, 2010 und 2014 nominiert und mit ihrem Kandidaten drei Mal Erfolg.

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Auch der CSU-Ortsvorsitzende und Fraktionschef im Stadtrat, Markus Hoffmann, sagt, man müsse diesen Schicksalsschlag erst einmal sacken lassen. Es sei jedenfalls noch viel zu früh, um sich über Bürgermeisterkandidaten zu äußern. „Das alles kam so plötzlich und unerwartet“, sagt der Lauinger CSU-Ortsvorsitzende. Deshalb könne er auch noch gar nichts dazu sagen. Hoffmann ist aus den genannten Gründen ebenfalls dafür, dass die Bürgermeisterwahl am selben Tag wie die Landtagswahl stattfindet. Der Wahlkampf der Bürgermeisterwahl würde sonst komplett in die Sommerferien fallen, gibt der Stadtratsfraktionschef zu bedenken.

Ähnlich äußert sich der FDP-Ortsvorsitzende Alois Jäger. „Wir sind nach dem Tod von Bürgermeister Schenk noch alle schockiert“, sagt der Stadtrat. Dennoch müsse ein neuer Rathauschef gewählt werden. Ein gemeinsamer Wahltermin von Landtags-, Bezirks- und Lauinger Bürgermeisterwahl mache Sinn. „Ich gehe davon aus, dass das Innenministerium dem zustimmt.“ Jäger sagt, es sei schwer, zur Tagesordnung überzugehen. Aber Projekte, die Wolfgang Schenk auf den Weg gebracht habe, stünden nun zur Entscheidung an. „Es muss weitergehen, und wir müssen miteinander weitermachen“, betont der FDP-Stadtrat. Zur Kandidatenfrage könne er noch nichts sagen, weil dieser Schicksalsschlag alle überrascht habe. „Wir Liberalen werden aber einen Kandidaten stellen“, sagt Jäger.

Auf die Frage, ob Claudia Stocker noch einmal ins Rennen gehen wird, äußert sich der Lauinger FDP-Chef nicht. Die FDP-Stadträtin hatte 2014 bei der Bürgermeisterwahl in Lauingen 36,6 Prozent der Stimmen geholt. „Frau Stocker wird immer eine Möglichkeit sein“, sagt Jäger. Der FDP-Ortsverband werde bei der Kandidatenkür entscheiden.

Auch FW-Ortsvorsitzender Gerhard Frieß weiß noch nicht, ob die Freien Wähler einen Kandidaten nominieren werden. „Der Schock über den Tod unseres Bürgermeisters sitzt noch zu tief“, sagt der Stadtratsfraktionschef. An die Nominierung eines Bewerbers habe er noch gar nicht gedacht. „So wie es ausschaut“, sagt Frieß, „werden wir eher keinen Bürgermeisterkandidaten nominieren.“

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