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Lauingen

19.03.2015

Lauinger Feuerwehr fühlt sich von der Stadt alleingelassen

Auf der Jahreshauptversammlung gibt es Vorwürfe an die Verwaltung. Bürgermeister Wolfgang Schenk verweist auf die angespannte Finanzlage

Lauingen Obgleich dieser Tage beim Gerätehaus der Rohbau des Anbaues mit zwei zusätzlichen Stellplätzen augenscheinlich wurde, gab es bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Lauingen ein kontroverses Streitgespräch zu Fragen der organisatorischen, ideellen und finanziellen Unterstützung der Wehr durch ihre Stadt.

Eingangs dankte Bürgermeister Schenk der Feuerwehr für ihren vielfältigen Einsatz und die gute Zusammenarbeit, die bei der Gebäudeexplosion in Echenbrunn gerade auch unter den verschiedenen Hilfsorganisationen besonders deutlich geworden sei. Der Statistik waren für das abgelaufene Jahr unter anderem 125 Einsätze zu entnehmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Aus den Fachbereichen Atemschutz, Gewässerschutz, Technik und Jugend berichteten jeweils die Verantwortlichen Tim Kullmann, Stefan Römer und Martin Koller. Für die Jugendfeuerwehr sowie zum aktiven Dienst konnten je drei neue Mitglieder begrüßt werden. Für 30-jährige aktive Dienstzeit wurden Christian Joas und Richard Pröll geehrt. Nach 41 Dienstjahren wurde Max Tausend in den passiven Dienst verabschiedet.

Erster Kommandant Stephan Böhm führte aus, es gäbe einige Problemfelder, die speziell nur in Lauingen markant seien: Die Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauamt sei wenig erquicklich. Die Feuerwehr werde zudem organisatorisch mit ihren personellen Problemen gerade bei Einsätzen tagsüber alleingelassen. Abstimmungsgespräche mit der Stadt Gundelfingen zu einem gemeinsamen neuen Gerätehaus – etwa beim Recyclinghofgelände – seien ohne jedes Vorgespräch terminiert worden, ohne zu erkennen, dass bei Standorten kilometerweit außerhalb der Stadtgrenzen gesetzliche Hilfsfristen nicht gewährleistet seien, weswegen Derartiges scheitere. Mit Tanklöschfahrzeug und Drehleiter seien zwei Großfahrzeuge jeweils bereits 32 Jahre alt, ohne dass es zu Ersatzbeschaffungen ein Grundkonzept gebe. Eine längerfristige städtische Finanzplanung würde nicht angestellt.

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Bürgermeister Wolfgang Schenk entgegnete, er halte eine Generalversammlung nicht für den richtigen Rahmen einer solchen Diskussion, denn es handele sich bei alledem nicht um ein subjektives „nicht Wollen“ speziell seiner Person, sondern um ein objektives „nicht Können“. Schenk verwies auf die bekannte angespannte finanzielle Situation der Stadt, die es erfordere, genauer hinzusehen, und nicht „nur auf den Tisch zu klopfen“. Bei Beschaffungskosten von rund 750 000 Euro für eine neue Drehleiter müsse es legitim sein, mit Blick auf die aktuellen Planungen der Nachbarstadt zu einem neuen Gerätehaus die Gelegenheit zur Prüfung zu nutzen, ob durch eine Zusammenarbeit gewisse Synergieeffekte auch bei teuren Fahrzeugbeschaffungen einhergehen könnten. Der Bürgermeister nahm seine Verwaltungsspitzen des Rathauses in Schutz. Beim aktuellen Gerätehallenanbau etwa seien die ursprünglichen Baukosten mit 400000 Euro deutlich zu anspruchsvoll gewesen. Im Rahmen demokratischer Prozesse dürfe es keine Denkverbote geben. Nachdem Kommandant Böhm dem Bürgermeister „Vertrauensbruch nach Beratungsgesprächen“ vorgeworfen hatte, entgegnete Schenk, er halte bisweilen manches Informationsgespräch mit ihm für zu viel des Guten.

Kommandant Böhm: „Es kommt aus dem Stadtratsgremium null Resonanz! Warum?“ Man betrachte die notwendige Unterstützung nicht nur in rein finanzieller Hinsicht, sondern es gehe um eine Änderung der persönlichen Grundeinstellung zu seiner Feuerwehr. Die Forderung der Wehr: verbindliche Lösungsvorschläge und Erarbeitung eines schriftlich fixierten zeitlichen Beschaffungsfahrplanes binnen eines Monats.

Der neue Feuerwehr-Referent Dieter Manßhardt überbrachte seinen Dank und hob den hohen Qualitätsstandard der Wehr heraus. Er stelle sich in der künftigen Diskussion noch mehr als Vermittler zur Verfügung.

Einerseits habe auch ihn die geringe Resonanz unter seinen Stadtratskollegen enttäuscht, andererseits könnten Probleme nicht „per ordere mufti“ gelöst werden. (pm)

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