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Kinder-Wald-Camp in Dillingen

17.06.2011

Leben wie Ronja Räubertochter

Bild: Daniel Hassolt

Beim Kinder-Wald-Camp in Dillingen lernen rund 30 Teilnehmer in den Pfingstferien die Natur besser kennen. Sie bauen ein Baumhaus und lauschen den Erzählungen des Försters.

Wie schön wäre es, einmal so zu leben wie Ronja Räubertochter? Im Wald, den Duft der Natur einatmen, kleine Krabbeltiere entdecken und mit einer Bande durch das raschelnde Unterholz sausen – so verbrachte sie ihre Zeit. Nun, eine gefährliche Räuberbande gibt es derzeit im Hackegarten in Dillingen nicht. Aber rund 30 Kinder entdecken dort beim Wald-Camp des Kreisjugendrings ganz wie die Romanfigur von Kinderbuchautorin Astrid Lindgren ihre Umwelt. Zwischen sieben bis elf Jahre sind die Teilnehmer alt.

Fünf Mitarbeiter kümmern sich um die Kinder

Tobias Hellenbrand, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Kreisjugendrings sagt: „Viele Kinder sind es einfach nicht mehr gewohnt, die Natur hautnah zu erfahren, weil sie oft den ganzen Tag vorm Fernseher sitzen.“ Um Kindern das Gefühl einer Räubertochter, oder auch eines Räubersohnes, zu vermitteln, habe man sich entschlossen, heuer zum ersten Mal das Kinder-Wald-Camp zu organisieren. „Rund fünf Wochen vorher haben wir mit den Planungen begonnen und insgesamt fünf Mitarbeiter kümmern sich hier um das Wohl der Kinder“, so der angehende Erzieher.

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Die Möglichkeiten im Camp scheinen für die Abenteurer unbegrenzt. Die Kinder stellen mit Ästen ein Baumhaus oder ein Lager her, erkunden auf eigene Faust den Wald und bauen sogar eine Seilbahn. Am Nachmittag wird selbst gemachtes Popcorn gegessen und auch eine Baumschaukel soll während der Woche noch entstehen. Das Gemeinschaftserlebnis, so wie es Ronja und ihre Bande im Buch erlebten, steht beim Camp im Vordergrund.

Für die nächsten Tage sind zudem ein Greifvogelzüchter und ein Förster eingeladen worden. „Der Hackegarten ist der ideale Platz für unser Wald-Camp. Er ist umzäunt und deswegen können sich die Kinder hier sehr frei bewegen. Wir haben auch kein festes Programm, sondern handeln hier sehr situativ, also so, wie es die Kinder von uns verlangen.“ Dennoch gibt es einige Rituale, wie die gemeinsamen Mahlzeiten oder regelmäßige Trinkpausen. „So können wir immer Ruhepausen schaffen, wenn es mal etwas hektischer wird“, sagt Hellenbrand.

Besonderen Wert legt er auch darauf, dass das Obst und Gemüse für die Mahlzeiten von Bauern aus der Region kommt. „Wir beziehen alles von der Gartenbauzentrale in Gundelfingen, um die Kinder auch für Produkte aus der Region zu sensibilisieren“, erklärt der ehrenamtliche Mitarbeiter.

Respektvoller Umgang mit der Umwelt

Eine ganz wichtige Regel haben die Erzieher den Kindern von Anfang an mit auf den Weg gegeben. „Wir sind Gäste im Wald und machen deswegen auch nichts kaputt oder reißen Äste ab. Wir möchten den Kindern einen respektvollen Umgang mit der Natur nahebringen“, so Hellenbrand.

Und selbst durch einen kurzen Regenschauer lassen sich die kleinen „Walderkundschafter“ die Stimmung keineswegs verderben. Sie toben weiter auf dem Gelände herum, buddeln in der Erde und sammeln Äste – eben immer auf der Suche nach dem nächsten aufregenden Abenteuer.

Und gewiss wäre auch Ronja Räubertochter auf ihre mutigen Nachfolger sehr stolz gewesen.

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